44. Internationale Funkausstellung mit Ausstellerrekord

IFA übernimmt die Rolle der CeBIT Home – in einer Woche geht’s los

Die 44. Internationale Funkausstellung (29. August bis 3. September) öffnet kommenden Freitag auf dem Messegelände unter dem Berliner Funkturm ihre Pforten. Mit 958 Ausstellern aus 36 Ländern beteiligen sich so viele Aussteller wie nie zuvor in der 79-jährigen IFA-Geschichte (2001: 915 Aussteller). Die Veranstalter erwarten auf dem 160.000 Quadratmeter großen Gelände 350.000 Besucher und damit so viele wie bei der letzten Schau im Jahr 2001. Allerdings wurde die Messe auf Wunsch der Industrie von neun auf sechs Tage verkürzt.

Wer bei der IFA mit einem handelsüblichen analogen Fernsehgerät liebäugelt, schaut in die Röhre. Auch das Radio ist längst auf dem Weg ins digitale Zeitalter. Doch die Anbieter für Hörfunk und Fernsehen sind bei der 44. IFA ohnehin nur noch Begleitprogramm. Die Funkausstellung wandelt sich. Zumindest bei den Ausstellern ist es ihr gelungen, die Rolle der CeBIT Home zu übernehmen, die sich im Gegensatz zur großen Schwester CeBIT an private Computer- und Elektronikfans richtete, damit aber nur auf geringes Interesse stieß. Die IFA wirbt nun als weltgrößte Messe für Konsumer-Elektronik um Besucher – und mutiert so von der einst reinen Rundfunkmesse zum multimedialen Gemischtwarenladen. Damit hoffen die Veranstalter, einen erneuten Besucherrückgang wie vor zwei Jahren, als zehn Prozent weniger Gäste durch die Messehallen pilgerten, zu vermeiden.

Auch die traditionell auf der IFA vertretenen TV-Anbieter haben die Zeichen der Zeit erkannt. Die Branche geht davon aus, dass der jahrzehntealte Röhrenfernseher spätestens 2005 ausgemustert wird. Philips etwa erwartet binnen Jahresfrist eine Versechsfachung der Verkaufszahlen bei TV-Geräten mit Flachbildschirm. Ob sich jedoch die Hoffnung erfüllt, dass der Fernseher tatsächlich „zunehmend zum interaktiven, multimedialen Dreh- und Angelpunkt der Home-Entertainment-Welt“ wird, wie es die Messe propagiert, muss sich zeigen. Auch die IFA-Organisatoren sind sich nicht sicher: „Wird der PC zum Fernseher? Oder der Fernseher zum PC?“, fragen sie und lassen die Antwort offen.

Der Run auf die Messestände wird jedenfalls weniger bei den IFA-Klassikern TV und HiFi, sondern vielmehr bei Mobilgeräten wie Digitalkameras, Foto-Handys, den ersten UMTS-Telefonen und multimediafähigen Computern für die Jackentasche erwartet. Das gewandelte Besucherinteresse hat Folgen: Weil für TV-Sender bei der IFA nichts mehr zu holen ist, haben sich die werbefinanzierten Privaten weitgehend zurückgezogen. Nur ARD und ZDF senden noch umfangreich und live von der IFA. Dabei soll die Trommel erneut für die seit Ende 1999 vom Zuschauer weitgehend ignorierte interaktive Multimedia Home Plattform (MHP) geschlagen werden. MHP ermöglicht per Settopbox mit Internetanschluss eine Reihe interaktiver Zusatzdienste, die jedoch bislang offenbar niemand vermisst.

Von den langen Gesichtern der TV-Branche ist bei den Herstellern digitaler Fotoapparate nichts zu sehen. Alle großen Weltfirmen präsentieren in Berlin Neuheiten. Sie sind wegen des Nachfragebooms der eigentliche Umsatzmotor der Branche. Die Auflösung bei Digitalkameras für Normalverbraucher springt in der Klasse um 500 Euro auf fünf Megapixel und damit in einen Bereich, der bislang den um ein Vielfaches teureren Profikameras vorbehalten war. Am Foto-Boom wollen auch die Handy-Hersteller teilhaben. Auf der IFA wird eine Flut von Geräten mit eingebauter Kamera vorgestellt. Die Schnappschüsse sollen die Kunden dann elektronisch an Freunde und Familie verschicken. Im Gegensatz zu den richtigen Digitalkameras ist die Qualität für einen Printabzug noch zu schlecht.

Daneben wird der Unterhaltungsbereich auf der Berliner Messe immer wichtiger. Dort tummeln sich nun Dutzende Anbieter von PC- und Online-Spielen. In ihrem Schlepptau hat es auch zahlreiche Firmen auf die Messe gezogen, die die nötige Hardware für die virtuellen Spielewelten anpreisen wollen.

Die Tageskarte kostet 12,50 Euro. Für Schüler und Studenten sind 8,50 Euro fällig. Günstiger ist auch ein Nachmittagsticket. Damit können für 12,50 Euro entweder zwei Besucher ab 14.00 Uhr über das Gelände pilgern oder eine Person an zwei verschiedenen Nachmittagen. Am Eröffnungstag sind die Hallen zur IFA-Night bis 22:30 Uhr geöffnet, an allen anderen Tagen können Besucher zwischen 10.00 Uhr und 18.00 Uhr Neuheiten bestaunen.

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