Japan: Mitschnitt per Handy bald möglich

Verbraucherschützer laufen Sturm gegen neue Technologie

Bei Festnetztelefonen ist es schon länger möglich, nun soll die Technologie auch bei Handys Einzug halten: Japanische Entwickler basteln an einem neuen Handy, das Mitschnitte von Telefongesprächen ermöglichen soll. Damit werden die mit immer mehr Features ausgestatteten Handys erneut zur Zielscheibe von Verbraucher- und Datenschützern.

In den letzten Wochen und Monaten hatten Handys mit Digicams unter anderem deshalb für Wirbel gesorgt, weil die Privatspäre Dritter damit verletzt worden war. Ebenso umstritten ist die Ortungstechnologie, die mittels Handy heute bereits möglich ist. Die jetzt bekannt gewordene Entwicklung eines Mobiltelefons mit Audio-Aufnahmemöglichkeit versetzt der Diskussion neuen Schub.

Das Projekt wird von NTT DoCoMo und Texas Instruments vorangetrieben. Mit immer neuen Features wollen sich Hersteller und Telcos einen Vorsprung vor der Konkurrenz verschaffen. Dabei werden jedoch oft (wenn überhaupt) nur die rechtlichen Bestimmungen auf dem Heimatmarkt beachtet: In den USA und der Bundesrepublik sind beispielsweise Mitschnitte von Telefongesprächen nur mit dem Einverständnis beider Gesprächspartner erlaubt.

Der Jurist Jonathan Zittrain sieht das neue Feature kritisch: „Angerufene sollten zumindest erfahren, dass die Möglichkeit eines Mitschnitts besteht“, so der Harvard-Professor. Fürs erste wird es Aufnahme-Handys nur in der obersten Preisklasse geben. Die rasante technologische Entwicklung könnte aber dafür sorgen, dass Mitschnitte schon bald bei Billig-Handys möglich sind. Schon jetzt ist es mit Handys der Hersteller Nokia und Motorola möglich, kurze Sprachnotizen aufzunehmen.

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