ACC: Wo Auffahren zum guten Ton gehört

„Der 10 GHz-Chip erhöht die Verkehrsdichte auf der Autobahn“ – ZDNet traf den Ministerialrat Dr. Manfred Dietrich, Leiter des Referats 527 für Nanoelektronik und –systeme mit Sitz in Bonn. Von ihm wollten wir wissen, was die steigenden Taktraten von Prozessoren für den innerdeutschen Verkehrsfluss tun können.

ZDNet: Herr Dietrich, AMD und Intel haben uns für das Jahr 2010 eine Rechenleistung von 10 GHz pro herkömmlichen Chip versprochen. Was sollen wir mit dieser Power anfangen? Kann die künftig in Unmengen verfügbare Rechenkraft auch zu einem besseren Fahrerlebnis auf bundesdeutschen Autobahnen beitragen?

Dietrich: Sehr viele Unfälle entstehen aus Unachtsamkeit. Fahrer passen nicht auf, fahren auf den Vordermann auf, schreckliche Unfälle sind die Folge. Der Nutzer hat beim Einsatz von 10 GHz grundsätzlich eine wesentlich größere Bandbreite über eine Luftschnittstelle zur Verfügung. Was man daher schon lange technisch machen kann, aber aus Kostengründen nicht realisiert hat, ist ein Abstandswarnradar. Mit den künftigen Chips könnte das jedoch billiger werden, in einer sehr teuren Ausführung findet sich das bereits in wenigen Oberklassefahrzeugen, da nennt man das ACC (Adaptive Cruise Controls). Das ist eine alte Hohlleiter-Technik, die ist teuer und kaum auf den Massenmarkt übertragbar.



ZDNet: Und schnellere Chips würden dieses Verfahren massenkompatibel machen?

Dietrich: Wenn man Silizium dehnt, indem man es auf eine Unterlage aus Silizium-Germanium aufbringt, weißt es eine größere Gitterkonstante auf. Mit Strained Silicon einsetzt wird also die Elektronenbeweglichkeit erhöht. Das hat einen geradezu dramatischen Einfluss auf die Frequenz, die man mit dem Werkstoff beherrschen kann. Im Labor kann man solche Grenzfrequenzen von 300 GHz messen. Die Faustregel lautet: Etwa ein Drittel dieser Laborfrequenz ist tatsächlich technisch nutzbar. Man kann dann in der Folge, das ist absehbar für bis in fünf Jahren, einen Frontradar in die Stoßstange einbauen.

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