Strong- und Diesel-Hybride: Bosch auf den Spuren des automobilen Trends

Der Automobilzulieferer startet im kommenden Jahr die Serienfertigung eines Micro Hybrid mit Start/Stopp-Funktion. Strong Hybrids bieten viele Vorteile – beispielsweise mehr Fahrspaß.

Anfang des Jahres wurden Hybridfahrzeuge noch belächelt und ZDNet als „amerikanisch“ beschimpft, als es über die neusten Trends in diese Richtung berichtete. Durch explodierende Spritpreise ist aber binnen kürzester Zeit jedem Fahrzeughalter klar geworden: Die Hybridtechnik senkt den Kraftstoffverbrauch von Kraftfahrzeugen gerade im Stadtverkehr wesentlich. Und noch besser: Der bei Mild und Strong Hybrids eingesetzte Elektromotor sorgt für zusätzliche Fahrdynamik und damit Fahrspaß. Einziger Wehrmutstropfen: Die deutschen Automobilhersteller haben den Trend verpennt – wenngleich dies auch von führenden Köpfen der Industrie bestritten wird.

Nun aber kommt auch die deutsche Industrie in die Puschen: So sind beispielsweise die BMW Group, Daimler-Chrysler und General Motors Anfang des Monats eine Allianz zur Entwicklung eines gemeinsamen Hybridantriebs eingegangen. Audi und Mercedes haben darüber hinaus auf der IAA Studien zu Hybrid-Fahrzeugen vorgestellt. Aber auch die Zulieferer tun das ihrige dazu: Bosch etwa bietet seit neustem Benzin/Elektro-Kombinationen an.

Die von Bosch angebotenen Hybridsysteme lassen sich in drei Funktionsklassen einteilen: die „Micro Hybrids“ mit Start/Stopp-System, die „Mild Hybrids“ mit „Boost“-Effekt und die „Strong Hybrids“, die das Fahren über kurze Strecken mit Elektroantrieb ermöglichen.

In der Klasse der Micro Hybrids sieht Bosch hauptsächlich das kostengünstige „Smart Electronic Start/Stop System“ vorne. Es arbeitet mit einem verstärkten Starter und erfordert den geringsten Änderungsaufwand bei bestehenden Fahrzeugen. Das System hat damit laut Bosch die besten Chancen, schon in naher Zukunft große Stückzahlen zu erreichen. Gerade im Stadtverkehr mit vielen roten Ampeln oder dichtem Verkehr spiele das System seine Vorzüge voll aus: Das Micro-Hybrid-System stoppt dann selbsttätig den Motor. Möchte der Fahrer wieder starten und drückt die Kupplung, bringt das System den Motor schnell wieder zum Laufen. Der Einsatz dieses Start/Stopp-Systems kann den Kraftstoffverbrauch aber bestenfalls um acht Prozent senken. Für das kommende Jahr ist eine erste Serienanwendung geplant.

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