Besser als Hybrid? Bluetec vom Mercedes

Eine neue deutsche Diesel-Technologie lässt hoffen und Hybrid-Brummer aus Fernost alt aussehen. Diese sind im Vergleich zu schwer und produzieren mehr Schadstoffe.

„Es gilt, die richtige Antwort auf die hohen Ölpreise durch neue Wege zur Steigerung der Energieeffizienz zu finden und eine konsequente Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln. Sie reicht vom Clean Diesel über den Hybrid bis zum Wasserstoffantrieb. Die Breite der Lösungsansätze markiert den Weg der deutschen Automobilindustrie“, erklärte Professor Dr. Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), auf der Tokyo Motor Show im Oktober.

Und tatsächlich – Deutschland bewegt sich: Bereits auf der wenige Wochen zuvor stattgefundenen Internationalen Automobilausstellung 2005 in Frankfurt hat Mercedes-Benz am Beispiel der neuen S-Klasse gezeigt, wie in naher Zukunft Kraftstoffverbrauch und Emissionen deutlich verbessert werden können. Zwei Konzeptfahrzeuge galt es zu begutachten: „Direct Hybrid“ und „Bluetec Hybrid“.

Neben der Demonstration, dass auch deutsche Autobauer Hybrid-Motoren modellieren können, richteten die Studien die Aufmerksamkeit auch auf die so genannte Bluetec-Technologie. Diese hat nach Expertenmeinung das Potential, Hybrid-Modelle alt aussehen zu lassen. Die Hybrid-Brummer aus Fernost haben nämlich einen entscheidenden Nachteil: Sie sind durch den Einbau zusätzlicher Elektromotoren vergleichsweise schwer und verbrauchen dadurch wieder viel vom eingesparten Sprit. Bluetec dagegen verbraucht Diesel – aber nur in ansatzweise homöopathischen Dosen.

Dafür benötigt man den Zusatzstoff Adblue, der aus einem separaten Tank zugeführt wird. Adblue, eine wässrige Lösung, ist chemisch ungiftig und hilft, Stickoxide in harmlose Substanzen zu verwandeln. Die Basis für Bluetec bildet ein weiterentwickelter Motor: Verlässt das Abgas den Motor, kommt Adblue zum Einsatz. Es wird aus dem eigenen Tank mittels Versorgungseinheit der Dosiereinheit zugeführt und in den heißen Abgasstrom eingedüst, wo es zu Ammoniak reagiert. SCR-Katalysator und Ammoniak verwandeln dann die Stickoxide in harmlose Substanzen: Stickstoff und Wasser.

Bluetec-Motoren verbrennen Diesel in bislang unbekanntem Maße: Keine aktuelle Euro 4/5-Technologie reduziert Partikel und gasförmige Schadstoffe der Abgase nachhaltiger als Bluetec. Das ist besonders für europäische Autofahrer wichtig, denn im Oktober 2006 kommt die Abgasrichtlinie Euro 4. Demnach müssen der die Emissionen von Fahrzeugen erheblich gesenkt werden. 2009 werden mit Euro 5 die bis dahin gültigen Abgasgrenzwerte weiter reduziert. Mercedes als Erfinder der Bluetec-Technologie verspricht bei ihrem Einsatz eine Senkung der Partikelemissionen um 87 Prozent. Die Nano-Partikel, Bestandteil des Feinstaubs, nehmen angeblich um bis zu 90 Prozent ab, und der Ausstoß von Stickoxiden um immerhin noch 70 Prozent. Stickstoffdioxid (No2) werde darüber hinaus noch stärker verringert.

In seinen Lastkraftwagen baut Mercedes bereits heute Bluetec ein – wann die Technologie auch in Personenkraftwagen zu finden sein wird, ist jedoch bislang ungewiss. Mit steigender Nachfrage nach sauberen und vor allem sprfitsparenden Modellen kann dies aber nicht mehr lange auf sich warten lassen.

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