Wer der Masse gerne einen Schritt voraus ist, findet im Panasonic SDRS100 den richtigen Camcorder. Panasonic bereitet mit diesem winzigen Drei-Chip-Camcorder den Weg für die Videoaufzeichnung ohne bewegliche Teile. Seit das Unternehmen sein P2-Profisystem vorgestellt hat, das Videos in Fernsehqualität auf SD-Karten in stabilen, professionell aussehenden Steckmodulen aufzeichnet, war Ähnliches für den Bereich Unterhaltungselektronik zu erwarten. JVC ist Panasonic allerdings mit seiner Everio-Serie zuvorgekommen, ultrakompakten Camcordern, die auf Minifestplatten oder Flash-Karten aufzeichnen. Panasonic zieht jetzt mit diesem Camcorder gleich, und es dürfen weitere Modelle von diesen und anderen Herstellern erwartet werden.

Der Panasonic SDRS100 ist so klein, dass man ihn mit früheren Modellen verwechseln kann, die Videos im qualitativ unterlegenen MPEG-4-Format auf Flash-Speicherkarten aufzeichneten. Es ahndelt sich aber, wie Panasonic betont, um einen echten Camcorder mit allen Funktionen. Man erhofft sich von diesem Modell, dass es die Mini-DV-Kameras vergessen macht, die den Camcorder-Markt seit Beginn des digitalen Video-Zeitalters beherrscht haben.

Design

Als einer der kleinsten heute erhältlichen Drei-Chip-Camcorder bietet der Panasonic SDRS100 Heimvideo-Regisseuren sowohl Tragbarkeit als auch Stil. Diesen Camcorder kann man genauso einfach bei sich tragen wie eine digitale Fotokamera, und Panasonic hat sehr darauf geachtet, ein Gerät ohne vorspringende oder herabhängende Teile zu herzustellen, die ein Aus-der-Tasche-Ziehen-und-Losfilmen erschweren würden. Ein eingebauter Schieber schützt das Objektiv, was einen separaten Deckel überflüssig macht. Wenn die Kamera eingeschaltet ist, öffnet sich der Schieber, sobald man den LCD-Sucher aufklappt; er schließt sich, sobald man den Sucher wieder zumacht.

Im Test hält der SDRS100 mehrere Tage im Standby-Betrieb durch und kann zum Aufnehmen kurzer, spontaner Videoclips verwendet werden, ohne dass man die Kamera erst einschalten und hochfahren muss – und ohne den Akku zu belasten. Das LCD selbst bietet eine Breitbildansicht und bedeckt im eingeklappten Zustand fast eine gesamte Seite der Kamera. Es gibt keinen optischen Sucher, was zu Kompaktheit und Stromlinienform der Kamera beiträgt.

Das stromlinienförmige Design erstreckt sich auch auf die Anlage der Bedienelemente der Panasonic SDRS100, bei der fast alle Tasten und Schalter in Daumenreichweite hinten an der Kamera untergebracht sind. Die einzigen Ausnahmen bilden die Taste zum Regeln der Helligkeit des LCD, die Taste zum Öffnen des Blitzgeräts und das Auswahlrad, das man aber, trotzdem es sich an der Seite des Geräts befindet, auch mit dem rechten Daumen erreichen kann. Von oben nach unten betrachtet gehören zu den Bedienelementen an der Rückseite der Kamera eine Einschalttaste, ein Kippschalter für den Zoom, in dessen Mitte sich die Aufnahmetaste befindet, ein Vier-Wege-Schalter, eine Taste zum Aktivieren des Menüs, eine Löschtaste und ein Schalter, mit dem man zwischen Automatikbetrieb, einem manuellen Modus und manuellem Fokussieren wählen kann.

Der Zoom-Schalter ist mit seinen Auflageflächen zu beiden Seiten geschickt gestaltet. Wer kleine Hände hat, kann den Daumen auf der der Hand näheren Seite ablegen (rechts, wenn man Rechtshänder ist, und links für Linkshänder) und ihn nach oben oder unten bewegen, um den Zoom zu betätigen, während Menschen mit größeren Händen die entferntere Auflage verwenden können, um eine komfortablere Griffposition zu erreichen. Allerdings sitzt der Zoomschalter ein wenig zu hoch, um die Kamera während des Zoomens mühelos im Griff zu behalten.

Während die Finger die Vorderseite der Kamera umfassen, kann es schwer sein, den Daumen bis zum Schalter zu strecken. Der Komfort bei der Bedienung dieser Kamera wird sich aber wahrscheinlich je nach Handgröße und Fingerfertigkeit unterscheiden. Man sollte vor dem Kauf also einfach ausprobieren, wie das Gerät in der eigenen Hand liegt.

Der Camcorder wendet sich ganz klar an Videofilmer, die hauptsächlich im Automatik-Modus drehen. Es sind aber einige nützliche manuelle Funktionen an leicht zu erreichenden Orten untergebracht, sodass man nicht innehalten und in den Menüs nach ihnen suchen muss. Im Automatik-Modus kann man die zentrale Taste auf dem Vier-Wege-Schalter drücken und so schnellen Zugriff auf die Funktionen Soft Skin, Backlight, Compensation und Tele-Macro erhalten. Im manuellen Modus kann man über dieselbe Taste in Verbindung mit den vier Richtungstasten die Belichtung, die Verschlussgeschwindigkeit, die Blende und den Weißabgleich einstellen sowie die Empfindlichkeit erhöhen. Weitere Szenenmodi und Einstellungen finden sich in den Menüs, in denen man sich gut zurechtfindet, sobald man sich mit den Symbolen vertraut gemacht hat.

Einige Nachteile bringt die Kompaktheit dieser Kamera jedoch mit sich. Der Akku befindet sich bei der SDRS100 im Inneren des Geräts hinter einer Tür, was bedeutet, dass man keinen größeren Akku mit höherer Kapazität verwenden kann, wie dies bei Kameras mit externem Akkufach möglich ist. Man muss einen Ersatzakku mitnehmen, um seine Aufnahmezeit zu erhöhen. Der Akku wird in der Kamera geladen und nicht mittels eines separaten Ladegeräts. Man kann also nicht einen Akku laden, während man einen anderen verwendet.

Es gibt keinen Zubehörschuh für eine Videolampe oder ein externes Mikrofon, noch nicht einmal einen Anschluss für solches Zubehör. Der SD-Einschub befindet sich unten an der Kamera in der Nähe des Stativgewindes, sodass man, wenn man ein Ereignis aufnehmen möchte, das länger anhält als die Speicherkarte dies zulässt, und die dazu Kamera auf einem Stativ aufgebaut hat, ein paar Minuten beim Kartenwechsel verliert.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Kompakter Flash-Camcorder: Panasonic SDR-S100

  • Am 17. Januar 2008 um 21:15 von Klaus Hörner

    Herr
    Wie Groß (max) kanmann eine Speicherkarte (GB) einlegen?

    MfG Klaus Hörner

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