Google Earth weist VW den Weg

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Der deutsche Automobilbauer hat sich mit der Suchmaschine sowie Nvidia zusammengetan, um Fahrern ein völlig neues Navigationssystem anzubieten.

Die deutsche Webseite des Autoherstellers BMW ist gestern bei Google aus dem Suchindex geflogen. Zur Begründung hieß es, es sei versucht worden, Google-Suchergebnisse zu manipulieren. Als Folge waren die Adresse www.bmw.de und ihre verschiedenen Bereiche am Sonntag nicht mehr direkt über die Suchmaschine auffindbar. Zu anderen deutschen Automobil-Herstellern hat die Suchmaschine jedoch sehr gute Verbindungen: Der US-Zweig von Volkswagen, genauer gesagt Volkswagens Electronic Research Lab (ERL) in Palo Alto, werkelt gemeinsam mit Google und dem Grafikchip-Bauer Nvidia an einem Prototypen für ein neues Fahrzeug-Navigationssystem.

Das Ziel des ehrgeizigen Vorhabens wurde im vergangenen Monat anlässlich der CES (International Consumer Electronics Show) in Las Vegas vorgestellt: Künftig soll das elektronische „Weg weisen“ in photorealistischer 3D-Darstellung erfolgen. Getreu der Binse „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ soll also ein wirklichkeitsnahes Foto den KFZ-Lenker der Zukunft sein Zielobjekt etwa ein Geschäft – und dessen Umgebung sofort erkennen lassen und die wenig anmutigen Piktogramme ersetzen.

Lieferant der 3D-Darstellung ist – ob der drei Partner wenig überraschend – Google beziehungsweise Google Earth. Der elektronische Weltbildatlas kombiniert und bereitet die Straßenkarten und Millionen von Satelliten-Luftbildern entsprechend auf. Mehr noch: Google, dessen Gründer Larry Page sich in einem VW Touareg auf eine CES-Bühne fahren ließ, wird das Navigationssystem zusätzlich eine Suchmaschine bereitstellen. Die 3D-Darstellung soll um Informationen aus dem Web zu Tankstellen, zu aktuellen Verkehrsaufkommen u.ä. angereichert werden. Die Positionsangabe verantwortet wie gewohnt das GPS (Global Positioning System). Als Option kann sich der Fahrer zusätzlich die Route in realistischer Darstellung als „Preview“ vorführen lassen.

Die Satelliten-Fotos sind natürlich keine Echtzeit-Aufnahmen, sondern sollen laut Angaben circa ein Monat alt sein, wenn sie von einer Datenbank nachgeladen wurden. Dies mochten die Projekt-Beteiligten jedoch kaum als wirklichen Nachteil erkennen, da sich Gebäude und Häuser innerhalb eines Monates kaum ändern und das Ganze im Vergleich zu den heutigen CD-gestützten Navigationssystemen noch immer deutlich aktueller ist.

Wann und ob das System aber tatsächlich den Weg ins Auto findet, steht heute noch in den Sternen.

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