In ihren hermetisch abgeschirmten Fluren flüstern die Elektronik-Ingenieure sich die traurige Wahrheit zu, dass MP3-Player nicht nur an ihrem eigenen Wert gemessen werden, sondern auch daran, wie sie gegenüber dem Marktführer bestehen. Ein Konsument kann diesen Vergleich nicht ignorieren, also wird auch hier nicht so getan, als existiere Creatives Zen Vision M im luftleeren Raum.

Der Zen Vision M ist von den Kritikern extrem freundlich aufgenommen worden. Obwohl er nicht so klein ist wie der neue Ipod und seine Oberfläche das Clickwheel nicht ausstechen kann, ist der Zen Vision M mit 30 GByte ein echter Video-Player – während Video beim Ipod immer noch neu ist. Die Schwierigkeiten, die Ipod-User überwinden müssen, wenn sie Videos in voller Länge aufspielen wollen, und die kurze Batterielaufzeit des Ipod bei Video machen den Zen Vision M zur besseren Wahl, wenn man unterwegs Videos anschauen möchte.

Wenn man von den eingeschränkten Videofunktionen des neuen Ipod enttäuscht ist und einen portablen Video-Player möchte, der fast so klein wie der Ipod ist, dann ist es dieser. Viele Funktionen des Zen Vision M entsprechen denen, die man auch bei dedizierten portablen Videorekordern wie dem von Archos findet. Der 30-Gbyte-Ipod mag zwar etwas billiger sein als der Zen Vision M, doch taucht Apple bloß die Zehen in die Video-Gefilde, wo Creative einen entschlossen Kopfsprung macht. Sollte dies also der Video-MP3-Player sein, auf den wir alle gewartet haben?

Design

Der Zen Vision M hat genau das gleiche Format wie der Ipod, ist aber 7 Millimeter dicker als sein Konkurrent. Man kann ihn also leicht in die Tasche stecken, und er ist auch nur kaum wahrnehmbare 3 Gramm schwerer. Die Displays haben bei beiden Playern die gleiche Größe, doch zeigt sich ein entscheidender Unterschied, sobald der Zen Vision M eingeschaltet wird: er kann 262.000 Farben darstellen, der Ipod dagegen nur 64.000.

Das ist der erste Hinweis auf die ernsthafteren Absichten des Zen Vision M im Bereich AV. Der zweite ist das von Creative beigelegte Videokabel. Damit kann man Videos mit dem Zen Vision M über einen Fernseher abspielen. Bei Apple kostet das AV-Kabel zusätzlich, und die Auflösung der für den Ipod formatierten Videos ist so niedrig, dass man sie ohnehin nicht über einen Fernseher ansehen möchte. Das Kabel schließt man am Zen Vision M an den schmalen Anschluss an der Unterkante des Players an.

An der Unterkante des Players befindet sich auch ein ominöser Reset-Knopf, an der Oberkante gibt es einen Einschalt-/Hold-Knopf sowie einen Standard-Kopfhöreranschluss. Das Gehäuse des Zen Vision M ist nicht widerstandsfähiger gegen Kratzer als das des Ipod. Auch wenn keiner von beiden Playern so empfindlich wie der berüchtigte Ipod nano ist, so sollte man ihn doch besser in der Schutzhülle herumtragen. Nach zwei Wochen unregelmäßigen Gebrauchs ist der Zen Vision M mit feinen Kratzern übersät, aber das ist bei jedem Gerät im Bereich Konsumentenelektronik der Fall, von der Playstation bis zum Handy.

Der Zen Vision M hat mechanische Knöpfe und ein Thumbpad in der Mitte, um zwischen den Tracks zu navigieren. Damit sieht die Vorderseite nicht so gut integriert aus wie beim Ipod. Dass Apple ein Patent auf das Clickwheel-System hat, bedeutet, dass ein anderer Hersteller ein noch intuitiveres System entwickeln kann beziehungsweise könnte. Creatives Thumbpad ist gut, aber nicht perfekt – dazu später mehr.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Ipod-Konkurrenz: Creative Zen Vision M (30 GByte)

  • Am 20. August 2008 um 01:56 von zen-besitzer

    natürlich hat der zen eine scroll-funktion…
    "Das Fehlen einer unendlichen Scroll-Möglichkeit, wie sie das kreisförmige Clickwheel des Ipod bietet, ist ein wunder Punkt beim Zen Vision M."

    ist natürlich löd wenn man als tester nicht alle funktionen des geräts auf anhieb entdeckt…

    wenn man nämlich den finger am unteren oder oberen ende des touchpads verweilen lässt, dann wird wie von zauberhand die aktuell angezeigte liste automatisch "durchscrollt"

    aber man kann ja nicht alles wissen 😉

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