In den Sechziger- und Siebzigerjahren begannen die ersten DJs, die Drumbeats abgespielter Songs zu variieren, woraus sich schließlich der Hip-Hop und die heutige DJ-Kultur entwickelten. Mit zwei Plattenspielern und einem Mixer ausgerüstet, bearbeiteten diese Pioniere auf dem einen Deck das jeweilige Songmaterial, während auf dem anderen Deck eine Platte abgespielt wurde.

30 Jahre später kann man nun dasselbe Ergebnis mit einer CD und dem DN-S3500-Deck von Denon erzielen. Puristen werden nun zwar bemängeln, dass der DN S3500 keine Vinyl-Scheiben abspielt und daher den klassischen Technics-Modellen wie dem SL-1200s unterlegen ist, doch gelingt es dem DN-S3500 überraschend gut, das Kratzen und Leiern von Schallplatten nachzuahmen. Das System verwendet dieselbe Art von Hochgeschwindigkeitsplattenteller mit Direktantrieb wie man ihn auf herkömmlichen Decks auch findet.

Profi-DJs werden sich natürlich zwei Decks anschaffen wollen, was mit enormen Kosten verbunden ist. Doch man kann den DN-S3500 genauso gut auch zusammen mit einem preiswerteren herkömmlichen Plattenspieler betreiben. Oder man verwendet nur ein Deck und erstellt Schleifen auf dem integrierten Sampler. Der DN-S3500 ist zwar sehr leistungsfähig, dennoch bleibt abzuwarten, ob es Denon damit tatsächlich gelingt, die Lücke zwischen echtem Plattenmixen und digitaler Simulation zu schließen.

Vorteile

In den Einzugsschlitz auf der Vorderseite des DN-S3500 können sowohl normale als auch MP3-CDs eingelegt werden. Im Gegensatz zu früher getesteten digitalen Decks wie dem Hercules DJ Control MP3 erfordert der DN-S3500 das Zusammenfügen einiger Komponenten, bevor es losgehen kann. Der Plattenteller wird manuell mit dem Antriebsmotor zusammengefügt, indem man ihn auf die Spindel in der Mitte setzt. Dann legt man eine Haftmatte darauf und zum Abschluss dann eine transparente Vinylscheibe. Der DN-S3500 wird mit zwei Haftmatten geliefert, eine davon ist mit blauen Kreisen verziert, die andere mit kleinen Dämonenaugen. Wer einen echten Retro-Effekt erzielen will, kann auch eine echte 12-Inch-Vinylscheibe auflegen und damit scratchen.

Die Plattentellerbaugruppe und der Antriebsmechanismus des DN-S3500 genügen professionellen Ansprüchen. Die variable Pitch-Einstellung reicht von vier bis 100 Prozent (das heißt, der Plattenteller bleibt stehen). Anhand der am Plattenteller erfassten Werte passt das Deck direkt die Wiedergabe des gespielten Tonmaterials an. Mit anderen Worten: Der DN-S3500 ermöglicht mit CDs nahezu die gleiche Interaktion, wie sie mit Vinyl-Scheiben möglich ist.

Drückt man auf den Plattenteller des DN-S3500, verlangsamt sich die Drehung ein wenig, sodass Pitch und Geschwindigkeit je nach der Stärke des ausgeübten Drucks variieren. Bewegt man die Fingerspitzen auf dem Plattenteller hin und her wird der jeweilige Abschnitt des Songs in rascher Folge wiederholt, erst vorwärts, dann rückwärts – diese Methode ist als „Scratching“ bekannt.

Dieses schallplattenähnliche Verhalten wird dabei nicht einfach immer gleich imitiert. Es hängt vielmehr direkt von der Position des Plattentellers, der Bewegung der Finger und dem ausgeübten Druck ab. Mit Sicherheit wäre kaum ein DJ in der Lage, mit verbundenen Augen den Unterschied zwischen diesem System und einem analogen Deck zu erkennen – dazu ist die Simulation einfach zu präzise.

Um den gewünschten Klang zu erhalten, stehen zahlreiche Effekte bereit, darunter Flanger, Filter, Echo und Echo Loop. Am Plattenteller selbst sind weitere drei Effekte verfügbar, die die Eigenschaften eines Vinyl-Decks simulieren: Brake, Dump und Reverse.

Mit der Option „Brake“ verändert sich das Klangverhalten, wenn der Plattenteller mithilfe der Wiedergabe- beziehungsweise Pausetaste angehalten wird. Der Plattenteller verlangsamt sich ganz allmählich, während die virtuelle Nadel noch auf der Oberfläche der „Schallplatte“ aufliegt. Dies erzeugt den Eindruck, dass der Song immer langsamer läuft, ähnlich wie auf einem Kassettenrecorder, dem die Batterien ausgehen. Die Option „Dump“ kehrt den Klang um, während der Plattenteller sich weiter vorwärts dreht, während die Option „Reverse“ den Plattenteller in die andere Richtung dreht, sodass der Song rückwärts abgespielt wird.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe moderner Sampling- und Looping-Funktionen, für die allerdings erst ein Blick ins Handbuch erforderlich ist. Ein versierter Benutzer kann sie sicherlich so einsetzen, dass er kein weiteres Deck mehr benötigt.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu DJ-tauglicher CD-Player: Denon DN-S3500

  • Am 20. Mai 2012 um 18:11 von Kon

    dn s3700
    Das was ihr hier niedergeschrieben habt ist echt verwirrend und teilweise ganz schöner Schwachsinn! 1.: Man kann einen CONTROLLER nicht mit einem CD-DECK vergleichen! Das sind vollkommen unterschiedliche Sachen, denn Controller dienen zur Softwaresteuerung und benötigen einen Computer+passende Software um überhaupt arbeiten zu können! Ein CD-Deck hingegen spielt CDs ab und kann als standalone device genutzt werden! (der Hercules DJ control mp3e2 ist ein Controller und der dns3700 ein CD deck)
    2.: symmetrische Ausgänge an CD Playern braucht kein Mensch, das wäre der größte Humbug, denn habt ihr schonmal ein Mischpult mit xlr Eingängen gesehen? (Mikro Eingänge natürlich ausgenommen) daher sind fehlende xlr Ausgänge kein kritikpunkt!
    3.: kein dj würde einen einzelnen Single-tabletop-Cd Player kaufen!
    4.: das zwischen dem Vinyl und dem turntable ist normalerweise eine slipmat!
    5.: KEINER will plattengeknackse hören bei einem CDPLAYER!!!!!! das als kritikpunkt zu erwähnen ist ja furchtbar!!!

    Bitte lasst in Zukunft fähigere Redakteure testen, welche Fachwissen UND praxiswissen haben!

    • Am 16. April 2014 um 20:18 von AlextheClubKid

      Sehe ich ähnlich wie Kon.

      Man kann einen Single-Top-Player nicht mit einem Plattenspieler vergleichen. Schon gar nicht mit Technics.

      Vergleicht diese besser mit einem CDJ von Pioneer. Diese sind Clubstandart!!

      Ich selber kenne die Dinger leider niccht und hoffe auf Kommentare, was die Funktionalität und Handhabung angeht.

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