Wenn man das Qualifikationsspiel der heimischen Nationalmannschaft bei der kommenden Weltmeisterschaft oder auch das Finale einer aktuellen Reality-TV-Show nicht verpassen möchte, nur weil man unterwegs ist, so kommt das gute alte Konzept des tragbaren Fernsehers mit dem Aufkommen von DVB-T (Digital Video Broadcasting – Terrestrial) zu neuen Ehren.

Zwar ist das von Intuix angebotene Gerät mit knapp 200 Euro etwas teuer, aber es hat immerhin zwei Anwendungsbereiche. Mit seinem 3,5-Zoll-Farbdisplay ist es ein Minifernseher, der kostenlose DVB-T-Sender empfangen kann, wenn man unterwegs ist. Schließt man es zuhause mit dem mitgelieferten Kabel über den Audio-Video-Ausgang an seinen Fernseher an, verwandelt es sich in einen DVB-T-Empfänger mit Fernbedienung.

Das Intuix S850 ist ein tragbares, relativ solides und für seine Art durchaus großes Gerät, das jedoch klein genug ist, um in einer Handtasche transportiert werden zu können. Mit Akku wiegt es etwa 400 Gramm. Der Akku wird nach Belieben auf der Rückseite des Gehäuses befestigt oder abgenommen. Unterwegs hält er etwa zweieinhalb Stunden. Das ist eine ziemlich mäßige Laufzeit, auch wenn sie ausreicht, um ein ganzes Fußballspiel anzusehen. Zuhause kann man auf den Akku verzichten und das Gerät direkt an die Steckdose anschließen.

Das S850 wird mit zwei Antennen geliefert: eine feste sowie eine abnehmbare, die der Klappantenne eines Kofferradios ähnelt und sich gut für den Einsatz unterwegs eignet. Die andere Miniantenne scheint besser für den Einsatz zuhause geeignet zu sein: Sie kann frei in der Nähe des Gerätes aufgestellt werden, um einen besseren Empfang zu bekommen. Zuhause kann man das Gerät außerdem auch direkt an die Gemeinschaftsantenne anschließen, sofern es sich um einen Standardanschluss handelt.

Portabel, aber nicht mobil – ein kleiner Unterschied!

Die Inbetriebnahme des Fernsehers funktioniert relativ einfach und schnell, auch wenn die Oberfläche für die Einstellungen zum Scannen der Kanäle nicht eben die intuitivste ist. Auch das Benutzerhandbuch ist ziemlich knapp gefasst. Das PAL- und NTSC-kompatible Gerät funktioniert theoretisch in den meisten europäischen Ländern. Sobald die Sender gefunden und gespeichert sind, sucht man vergebens nach einer Möglichkeit, ihre Reihenfolge individuell festzulegen.

Die mitgelieferte Infrarot-Fernbedienung erleichtert die Bedienung des Fernsehers ungemein, da die Knöpfe für Lautstärke und Senderwahl, die das Gerät zieren, überhaupt nicht zum Einstellen zu gebrauchen sind. Die Fernbedienung wird also schnell unentbehrlich – obwohl sie ziemlich rudimentär ist. Man kann damit zappen und die Lautstärke regeln. Die einzigen erweiterten Funktionen: der Zugriff auf den elektronischen Programmführer (EPG), der Informationen über die aktuell laufende Sendung bietet, sowie die Funktion „Digest“, die eine Übersicht über bis zu neun Sender liefert.

Während des Tests der französischen Kollegen von CNET im Westen von Paris zeigt der Intuix S850 eine gute Empfangsqualität. Die Bilder der verschiedenen Sender erscheinen scharf, abgesehen von einigen Blockartefakten, die bei DVB-T gelegentlich vorkommen. Bewegt man sich in der Nähe des Gerätes, kann die Empfangsstabilität leicht nachlassen – bei ruhiger Umgebung dagegen treten keinerlei Störungen auf.

Der S850 ist dementsprechend ein tragbares Gerät, jedoch kein mobiles. So kann man es beispielsweise nicht im Auto verwenden, wie es etwa die 3G- oder die künftige DVB-H-Technologie ermöglichen würden. Die Bildqualität ist in Ordnung, und die Größe des 3,5 Zoll-Displays angenehm genug. Es ist ein Vergnügen, damit die Wettkämpfe bei den Olympischen Spielen zu verfolgen.

Texte kann man aufgrund der Bildschirmgröße und der geringen Auflösung allerdings nur schlecht lesen. Aufgrund seiner mäßigen Qualität tendiert der Bildschirm mit seinem starken Flimmern dazu, die Augen zu ermüden.

Was den Klang angeht, so erfüllen die kleinen Lautsprecher ihre Aufgabe recht ordentlich. Es ist aber keineswegs sicher, dass sie auch in einer lauten Umgebung stark genug sind. Um die Umgebung nicht allzu sehr zu stören der auch um einen besseren Klang zu erzielen, kann man auch Kopfhörer an den S850 anschließen.

Neben Fernsehsendern soll das Gerät auch digitales Radio empfangen können. Beim Umschalten in den Radiomodus allerdings kommt – zumindest in Frankreich – lediglich die Meldung „Sendestörung“. Dies mag daran liegen, dass in Frankreich kein Radio über DVB-T ausgestrahlt wird.

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