2006 dreht sich alles um flaches Design – Handys werden bald so dünn sein, dass man sie in das Kreditkartenfach im Portemonnaie stecken kann. Sagem hat sich in der Vergangenheit auf die Produktion preiswerter Handys ausgerichtet. In diesem Jahr will der Handyhersteller wie die großen Tiere in der Mobilfunkbranche eine Serie mit flachen Handys aus dem Einsteiger- und Mittelklassebereich auf den Markt bringen.

Das my401x ist nicht nur flach, sondern bietet auch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Dieses Modell ist die Weiterentwicklung des my301x – mit VGA-Kamera und einem Design, das sich deutlich von seinem Vorgänger unterscheidet. Trotz einiger Mängel ist das my401x eine gute Investition, wenn man auf der Suche nach einem einfachen Kamerahandy mit Bluetooth für einen verhältnismäßig niedrigen Preis ist.

Design

Das Sagem my401x ist ein Handy mit typischem Schokoriegelformat im Retro-Look der 1980er Jahre. Bei Sagem fällt das my401x in die Kategorie ultraflach. Mit einer Tiefe von 14 Millimeter ist es alles andere als klobig, aber im Vergleich zum Slvr L6, das in der Tiefe lediglich 11 Millimeter misst, muss es den Kürzeren ziehen. Allerdings ist es mit Abmessungen von 105 mal 46 Millimeter ganze 6 Millimeter kürzer und 3 Millimeter schmaler als das Slvr. Und auch wenn es nicht so flach ist wie das Konkurrenzmodell, passt es problemlos in jede Tasche. Mit einem Gewicht von nur 85 gramm fühlt es sich sehr leicht an, was sicherlich auf das eher bescheidene Innenleben zurückzuführen ist.

Die Vorderseite beherbergt ein Farbdisplay mit einer Auflösung von 128 mal 160 Pixeln, das 65.000 Farben darstellt. Der Bildschirm hat einige Schwächen: Er lässt Helligkeit und Schärfe vermissen, sodass die Darstellungen verwaschen aussehen. Unter dem Display befindet sich eine Standard-Tastatur mit zwei frei vom Benutzer belegbaren Softkeys ganz oben, zwei Tasten zum Annehmen und Beenden von Gesprächen sowie einer neuen, rechteckigen und metallisch-glänzenden Navigationstaste.

Die Tastatur besteht aus gummierten Tasten, groß genug, dass der Benutzer nicht herumfummeln muss. Die Tasten machen ziemlichen „Lärm“ – bei jedem Tastendruck geben sie ein klickendes Geräusch von sich. Für heimliches Schreiben von Texten ist dieses Modell also nicht geeignet. Die Tastatur ist blau hinterleuchtet, aber leider wird die Mitte nicht richtig ausgeleuchtet, was immer dann problematisch ist, wenn es dämmrig wird. Grund zum Anstand gibt auch die unpassende Navigationstaste, die wie gebürstetes Aluminium aussehen soll und mit Blick auf das Gesamtdesign wie ein Fremdkörper wirkt. Aber immerhin ist die Tastatur benutzerfreundlich.

Auf der rechten Seite des Geräts befindet sich der Anschluss für das Netzteil, der nicht durch eine Abdeckung geschützt ist. Dies mag einige aus ästhetischen Gründen stören, aber es bedeutet zugleich auch, dass man sich nicht jedes Mal mit einer Abdeckung abmühen muss, wenn man das Handy laden will. Ganz oben auf der linken Seite wurde dezent der Auslöser, etwas darunter ein Infrarot-Anschluss untergebracht. Ein weiterer Schwachpunkt ist die auf der Rückseite befindliche Abdeckung des Akkufachs, die nicht nur dünn ist, sondern aufgrund des schlecht durchdachten Aufsteckmechanismus auch schnell abfallen wird.

Das Objektiv der 0,3-Megapixel-Kamera befindet sich ebenfalls auf der Rückseite des Geräts. Dreht man das Handy in die Waagerechte, um ein Foto zu schießen, kommen sich Finger und Objektiv leicht in die Quere – über Fotos mit versehentlich aufgenommenen Fingern braucht man sich daher nicht wundern. Sobald die Tastensperre aktiviert wurde, ist auch der Auslöser blockiert. Ungewollten Fotos wird somit vorgebeugt.

Funktionen

Da es sich um ein preiswertes Modell handelt, würde man auch keine Extras erwarten. Dennoch können sich die benutzerfreundliche Menüoberfläche und der recht umfassende Funktionsumfang sehen lassen. Beispielsweise unterstützt das Gerät polyphone Klingeltöne und verfügt außerdem über eine Freisprecheinrichtung.

Auch Bluetooth- und Infrarot-Anschlussmöglichkeiten sind vorhanden, was das Übertragen von Bildern und Daten an zahlreiche Geräte ermöglicht. Das Gerät bietet darüber hinaus GPRS-Unterstützung und einen WAP-Browser zum Surfen im Internet. Leider ist der WAP-Browser langsam und das Display ist zu klein, um die Seiten richtig darzustellen. Man kann das my401x aber als GPRS-Modem mit einem Handheld oder Laptop über Infrarot oder Bluetooth nutzen.

Diese Art von Handy ist für all diejenigen gedacht, für die Funktionen zweitrangig sind und die auf der Suche nach einem preiswerten Gerät sind, mit dem sie telefonieren können. Bestes Beispiel dafür ist die Kamera: Aufgrund des VGA-Sensors wird man keine meisterhaften Fotos erwarten können, aber die Kamera bietet ausreichend Leistung, um Fotos von seinen Kontakten zu schießen und als Kontaktbilder zu nutzen oder um Bilder per MMS zu verschicken. Danach dürfte in dem mickrigen internen 3,2-MByte-Speicher allerdings nicht mehr viel Platz vorhanden sein. Für Besitzer einer Digitalkamera und eines MP3-Players sollte der kleine Speicher kein Problem darstellen.

Auch für Unterhaltung ist gesorgt: Das my401x ist mit Terminkalender, Wecker, Stoppuhr, Taschenrechner, Aufgabenliste, Währungsumrechner und zwei Spielen ausgestattet.

Leistung

Hinsichtlich der Sprachqualität hinterlässt das my401x für ein Gerät dieser Klasse einen sehr positiven Eindruck. Die Gespräche sind an beiden Enden der Leitung klar verständlich und laut.

Auch die Akkulaufzeit ist nicht schlecht. Bei den Tests gibt der Akku erst nach über einer Woche im Standby-Modus auf. Die Sprechzeit ist mit 4 Stunden durchschnittlich und der Akkustrom reicht bei normalem bis häufigem Gebrauch zwei bis drei Tage.

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