Die Zukunft des Automobils ist biometrisch getuned

Die Automobilindustrie beglückt den Kunden mit raffinierten technischen Features. Nicht selten ist der gestresste Fahrer im Cockpit damit überfordert. Statt interaktivem Spieltrieb rückt jetzt das Automobil als sinnlicher Erlebnisgarten in den Fokus.

Hochgerüstet und leistungsstark, so präsentiert sich normalerweise die digitale Automobilwelt. Bisher verläuft die Entwicklung neuer Features softwaregetrieben. „Quick Fixes“ und verspätete Akzeptanztests kosten die Big Player in der Industrie bares Geld und sie verursachen erhöhte Support- und Trainingskosten. Die Anwenderfreundlichkeit wird meist erst im Endstadium der Produktentwicklung bedacht.

Die Kunden sind oftmals genervt von fehlenden, überflüssigen oder umständlich konzipierten Bedienmenüs. Aber der Kunde wird’s schon kaufen, so das Credo der Hersteller. Aus der Schule wissen wir: Erst das menschliche Gehirn bringt das Feuerwerk der Neuronen aus Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten so richtig in Gang. Die ganze Bandbreite dieser brach liegenden emotionalen Erlebniswelt soll jetzt ins Auto rein.

Um erfolgreiche Produkte zu entwickeln, benötigen die Spezialisten dazu nicht nur technisches Know-how, sondern auch das Zusammenspiel mit anderen Fachdisziplinen wie der Psychologie, bilanziert die vom Fraunhofer IAO in Stuttgart veranstaltete Expertentagung Vehicle Interaction Summit. „Usability Engineering zielt durch die frühzeitige Integration in das Software-Engineering auf eine Qualitätsverbesserung ab“, sagt Kirstin Kohler vom Fraunhofer Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE).

Künftig soll durch den Brückenschlag zwischen Software und Usability Engineering die Schere zwischen emotionalen und funktionalen Eigenschaften geschlossen werden – und diese besser auf die Bedürfnisse der Anwender abgestimmt sein. Bisher lenken uns Navigationssystem, Ipod oder Handy vom Eigentlichen ab, dem Fahren. Wie lange braucht der Fahrer, um ein Verkehrsschild wahr zu nehmen, wenn er gleichzeitig an seinem Radio spielt oder in die Landkarte schaut? Sensorsysteme zur Fahrzeug- und Umgebungsüberwachung sollen in die Elektronikentwicklung mit einfließen und unsere emotionalen Ups und Downs erfassen.

Genau hier setzt „Senso“ an, ein Unikat mit sinnlichen Zügen und einem recycelbaren Kunststoff-Chassis. Der von dem renommierten Schweizer Kleinserien-Hersteller Rinspeed entwickelte Prototyp konfrontiert den Insassen mit einer verformbaren elektrolumineszenten 3-D-Spezialfolie. Diese sorgt für weit mehr als nur eine stilvolle Innenbeleuchtung. Zwar wird der futuristische Flitzer wohl niemals in Serie gehen. Er zeigt uns aber, welch innovativen Sicherheits- und Designstandards in der Automobil-Industrie mittlerweile möglich sind.

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