Der Nintendo DS Lite ist wie der Vorgänger Nintendo DS eine tragbare Spielekonsole mit zwei übereinander angebrachten Bildschirmen. Der untere ist ein Touchscreen, über den mit einem Zeigestift (Stylus) oder Finger Optionen ausgewählt und Spielfiguren bewegt werden können. Es gibt aber auch Eingabetasten, mit denen man wie gewohnt steuern kann. Für das Gerät gibt es eigene Spielemodule (die Größe liegt zwischen SD- und Compactflash-Karten), zudem ist es auch mit fast allen Game-Boy-Advance-Spielen (GBA) kompatibel. Der Handheld ist regionalcodefrei und unterstützt mehrere Sprachen: Der getestete „japanische“ DS Lite gibt problemlos alle „amerikanischen“ Spiele wieder.

Wie der Name schon sagt, der Nintendo DS Lite hat ein kompakteres Design und ist zugeklappt 133 mal 73,9 mal 21,5 Millimeter groß und wiegt 218 Gramm. Damit ist das Gerät 39 Prozent kleiner und 21 Prozent leichter als der Vorgänger. Die abgerundeten Ecken sind feiner gestaltet, und die obere und die untere Hälfte sind symmetrisch, weshalb die untere Hälfte auch nicht mehr vorsteht. Der DS Lite ist besser für die Hosentasche geeignet als der Vorgänger DS. Trotz der geringeren Abmessungen hat der Nintendo-Doppelbildschirm die gleiche Größe.

Das Layout des DS Lite ist größtenteils baugleich mit dem Nintendo DS, und doch gibt es kleine, vorteilhafte Veränderungen. In der oberen Hälfte des Gehäuses befinden sich die Stereolautsprecher mittig auf beiden Seiten des Bildschirms. Obwohl sie kleiner sind als beim DS, sind sie genauso laut. Der untere Bildschirm reagiert besser auf Berührungen, fühlt sich aber auch dünner an – beinahe so, als befände sich noch der Schutzfilm eines fabrikneuen LCD-Gerätes darauf.

An der linken Seite des Touchscreens befindet sich das Steuerkreuz, das trotz seiner Größe (nur ein Viertel des DS-Steuerkreuzes) jedoch genauso gut funktioniert. Die vier Tasten X, Y, A und B sind im Grunde gleich, sie sind aber ein bisschen ausgeprägter als beim DS. Start und Select befinden sich nicht mehr als halbovale Tasten am oberen Rand, sondern als kleine Kreistasten am unteren Rand. Die Power-Taste befindet sich auch nicht mehr über dem Steuerkreuz, sondern ist jetzt auf der rechten Seite der Konsole. Beim DS hatte sie die gleiche Form wie die Start- und Select-Tasten und befand sich im gleichen Bereich der unteren Seite, lediglich auf der anderen Seite des Bildschirms. Gelegentlich führte dies zu versehentlichem Ausschalten, was jetzt beim vorliegendem Modell aber nicht mehr passieren kann.

Die Vorderseite ist im Grunde genommen unverändert. Von links nach rechts finden sich dort wie gehabt der Lautstärkeregler, der GBA-Game-Slot und die Kopfhöreranschlüsse. Beim Vorgänger befand sich das Mikrofon noch unter dem unteren Bildschirm, jetzt ist es auf der Gelenkleiste zwischen den Bildschirmen. Es könnte anfangs etwas Übung erfordern, gleichzeitig auf den unteren Bildschirm zu schauen und in das Mikro zu sprechen.

Das hintere Ende ist im Wesentlichen unverändert. Lediglich der Stylus-Halter wurde verschoben und befindet sich jetzt am linken Rand bei der Power-Taste. So sieht es dezenter aus und der Stylus passt besser. Die Trigger sind etwas kleiner, aber wie die X-, Y-, A-, B-Tasten sind sie höher und einfacher zu drücken. Der Handheld wird mit einem Netzadapter, zwei Eingabestiften in der Farbe des Gehäuses und einer schmalen Schlaufe zur Sicherung am Handgelenk ausgeliefert, die aber leider nicht mehr den Daumen-Stylus des Originals enthält.

Der GBA-Slot wurde leicht verändert. Anstelle eines leeren Modulsteckplatzes findet sich nun eine Plastikabdeckung, die etwa halb so groß ist wie ein GBA-Modul. Obwohl die Abdeckung den Eindruck erweckt, dass man sie leicht verliert, so sieht sie doch sehr elegant aus und verdeckt eine der wenigen Schwachstellen im Design: Die GBA-Module stehen etwas mehr als einen Zentimeter über, wohingegen beim Vorgänger die Module ganz hineinpassten beziehungsweise mit dem Gerät abschlossen. Das ist jedoch nur ein Schönheitsfehler und behindert das Spielen nicht. Die Tatsache, dass der DS mit Hunderten von GBA-Spielen kompatibel ist, hebt das wieder auf. Da stört es schon mehr, dass jeder Fingerabdruck seine Spuren auf der Hochglanzbeschichtung hinterlässt. Der marineblaue DS Lite im Test (auch in Ice Blue und wie der Ipod in Crystal White erhältlich) hat ständig Schmierflecken, weshalb es auffällt, dass Nintendo weder ein Reinigungstuch noch eine Tasche mitliefert. Jedoch sind die beiden Bildschirme auch ohne Tasche unterwegs gut geschützt, da Kratzer und andere Spuren dem zusammengeklappten Gerät nur an der Außenseite etwas anhaben können.

Die Helligkeit der Bildschirme lässt sich in vier Stufen regulieren, zwei mehr als beim Vorgänger. Auf der dunkelsten Stufe ist der DS Lite genauso hell wie der DS auf der hellsten Stufe und damit fast so hell wie der neue Game Boy Advance SP. Ein Vergleich beider Konsolen ergibt, dass die Farben auf dem DS Lite ein wenig verwaschener wirken, obwohl die Grafiken auf dem DS Lite durch die Hintergrundbeleuchtung plastischer erscheinen. Das farbenfrohe Tetris DS wirkt durch die größere Helligkeit erheblich besser.

Beim Vergleich des DS Lite-Akkus mit dem Original-DS ergibt sich, dass beim Spielen des gleichen Spieles (Super Mario 64) bei höchster Helligkeitsstufe und Lautstärkeregelung der Akku des DS Lite rund 5 Stunden hält, während der Akku des DS nach 6 Stunden und 45 Minuten aufgibt. Zum Aufladen der Akkus wurden 3 Stunden benötigt. Wie beim Original, so schaltet sich auch beim DS Lite der Ruhemodus ein, wenn das Gerät zugeklappt wird.

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