Der MVX460 von Canon ist kompakter als die Einsteiger-Modelle der MV-Serie. Der Aufstieg zu MVX bringt einen größeren CCD-Sensor mit einer höheren Auflösung mit sich, der neben einer besseren Videoauflösung Standbilder mit Auflösungen von bis zu 1 Megapixel liefern kann. Gleichfalls gibt es einen höheren Nennwert für die Pixelzahl des LCD-Bildschirms (das AiAF Autofokus-System) von Canon mit neun Messpunkten und einer Handvoll Standbild-Optionen, die man bei den MV-Modellen von Canon vergebens sucht.

Es ist schön zu sehen, dass Canon sich um die Design-Probleme vorangegangener MVX-Modelle gekümmert hat, bei denen viele Bedientasten hinter dem LCD-Bildschirm versteckt waren und eine Menütaste und ein Auswahlrad vor dem LCD saßen. Der MVX460 ist weitaus übersichtlicher gestaltet und hat einen gut erreichbaren Joystick zur Menübedienung.

Wer ein Auge für technische Daten hat, wird bemerken, dass der Canon MV960 im Vergleich zum 20-fach-Zoom des MVX460 ein 25-fach-Zoomobjektiv hat und dass sich die beiden Camcorder nur unwesentlich im Preis unterscheiden. Welchen soll man also kaufen? Wer häufiger bei schlechten Lichtverhältnissen dreht, sollte zum MVX460 greifen, der in dieser Hinsicht am MV960 vorbeizieht, besonders bei sehr dämmriger Beleuchtung. Auch wer regelmäßig Standbilder aufnimmt, wird aufgrund der höheren Auflösung dem MVX den Vorzug geben. Wer jedoch weder Standbilder aufnehmen noch bei schlechten Lichtverhältnissen arbeiten möchte, ist möglicherweise mit dem leistungsfähigeren Zoom des MV960 besser beraten. Wer häufig im Halbdunkel filmt, kann sich alternativ auch noch den GR-DF550 von JVC anschauen. Er hat zwar nicht so viele Funktionen wie der MVX und ist auch nicht so bedienerfreundlich, aber er hat hervorragende Testergebnisse bei schlechten Lichtverhältnissen erzielt.

Design

Das große Manko der MVX-Modelle aus dem letzten Jahr war die schlechte Platzierung der Tasten, die das Bedienen umständlich machte. Dieses Jahr wartet der Canon MVX460 mit einem weit einfacheren und klareren Design auf, das die Bedienung erheblich erleichtert.

Der leichte und kompakte MVX460 misst 56 mal 76 mal 109 Millimeter und wiegt inklusive Akku und Bandkassette knapp unter 500 Gramm. Er passt leicht in die meisten kleinen Taschen und bereitet nach einem langen Drehtag keinen Muskelkater. Vielmehr liegt er gut in der Hand und hat gut zugängliche Bedienelemente.

Die meisten Funktionen sind an der rechten Seite der Kamera zu finden. Der Einschub für Kassetten befindet sich oben am gerät und stellt einen weiteren Vorzug gegenüber dem Canon MV960 dar, bei dem die Kassetten von unten eingeschoben werden. Oben auf der Abdeckung des Kassettenfachs befinden sich auch der Kippschalter für den Zoom und Tasten für die Videolampe, den Fotomodus und den Direktausdruck – eine Funktion, die es erlaubt, Fotos auszudrucken, indem man den Camcorder mit einem Pictbridge-kompatiblen Drucker oder bestimmten anderen Druckern von Canon verbindet. Bei einer Auflösung von einem Megapixel sollte man allerdings keine allzu spektakulären Ausdrucke erwarten. Sämtliche Tasten oben am Gerät sind gut mit Mittel- und Zeigefingern zu erreichen.

Ganz rechts an der Rückseite der Kamera befindet sich der Ein-/Aus-Schalter, der in perfekter Position um die Aufnahmetaste herum liegt. Darunter ist ein Schalter, mit dem man zwischen den Aufnahmemedien MiniDV-Kassette und SD-Karte wählen kann. Die Tasten für Breitbild-Aufnahmen und zur Steuerung der Hintergrundbeleuchtung des LCD wsind unter dem Kassette/Karte-Schalter und daher mit dem Daumen nur schwer zu erreichen, obwohl sie natürlich auch weniger häufig verwendet werden.

Mittig auf der Kamerarückseite befindet sich der neue Fünf-Wege-Joystick (vier Richtungen und Eingabe), über und unter dem sich Tasten für Digitaleffekte und das Funktionsmenü befinden. Bei der ersten Verwendung fühlt sich der Joystick etwas ungewohnt an, da er tiefer im Gehäuse liegt als die meisten Eingabemedien dieser Art. Man hat den Eindruck, als würde man unweigerlich daraufdrücken und eine der Optionen auswählen, wenn man versucht, sich durch das Menü zu bewegen.

Im Test zeigt sich nach kurzer Zeit, dass diese Bedenken unbegründet sind. Unterhalb des Joystick befindet sich eine Aufwärts-/Abwärts-Taste, mit der man zwischen dem vollautomatischen Easy-Programm von Canon und der Programmautomatik umschalten kann, die Zugriff auf eine Auswahl an voreingestellten Weißabgleich-Einstellungen und eine Reihe von Belichtungsvoreinstellungen bietet.

Um all diese Tasten an der Rückseite des Camcorders unterbringen zu können, hat Canon sich beim MVX460 für einen anderen Akku entschieden. Der neue Akku ist ein kleiner, an den Kanten gerundeter Klotz in der Größe eines Stapel Visitenkarten, der sich hinter dem LCD verbirgt, wenn dieses geschlossen ist. Die Akkus älterer Geräte der MVX-Reihe können daher nicht in dieser Kamera verwendet werden. Außerdem bedeutet dies, dass es keinen Akku mit längerer Labensdauer oder größerer Kapazität für den MVX460 gibt, obwohl für den mitgelieferten eine Laufzeit von 85 Minuten angegeben wird, wenn die Helligkeit des LCD auf „Normal“ gesetzt ist.

Im wohlorganisierten Menü findet man sich intuitiv zurecht, wobei die unbedeutenderen Funktionen wie Energie sparen und Startbildschirm sich auf der zweiten Auswahlebene befinden. Auch wenn dies vielleicht weniger intuitiv wirkt, wäre es schön gewesen, auch Einstellfunktionen wie Verschlussgeschwindigkeit, Zoom-Geschwindigkeit und Bildstabilisierung auf der ersten Menüebene anzusiedeln, auf der obendrein noch ein Platz frei ist.

Es gibt einen Firewire-, einen USB- und einen Stereo-Minijack-Eingang, darüber hinaus einen 3,5-Millimeter-Minijack als Ein- und Ausgang für analoge Signale, jedoch keinen Zubehörschuh, auf den man ein Mikrofon montieren könnte. Einen S-Video-Anschluss sucht man ebenfalls vergebens, was bei einer Kamera dieser Größe jedoch zu erwarten war. Das Stativgewinde befindet sich gut zentriert unter dem Objektiv, leider ist es aus Kunststoff und nicht aus Metall.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Günstig und gut: Canon MVX460

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *