Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ampel

„Schaff ich’s noch bei Grün oder soll ich bremsen?“ – diese Frage soll laut BMW künftig die Ampel beantworten. Je nach Fahrgeschwindigkeit wird eine Warnung spätestens bei einer Distanz zwischen 30 und 50 Metern vor der Haltelinie erteilt.

Bei der Auswertung von Unfallstatistiken fallen vor allem Kreuzungen als Gefahrenpunkte auf. Die Ursache dafür liegt häufig in der falschen Einschätzung der Verkehrssituationen durch die Fahrer. Assistenzsysteme, die gezielt an dieser Problemsituation ansetzen, könnten daher zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen. Im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Projekts PReVENT arbeiten Forscher der BMW Group an der Entwicklung derartiger Systeme. Sie sollen Autofahrer bei der Einschätzung der Verkehrsituationen im Bereich des Gefahrenschwerpunktes Kreuzung unterstützen und ihn vor möglichen Risiken warnen.

Bisherige Assistenzsysteme setzen zur Situationserfassung in erster Linie auf eine im Fahrzeug installierte Sensorik. Diese Technologien stoßen aber bei der Erfassung komplexer Situationen rasch an ihre Grenzen. Zusätzliche Informationen aus weiteren Quellen müssen generiert werden, um die Wahrnehmung der Verkehrssituation zu verbessern.

Kommunikationssysteme auf Basis digitaler, drahtloser Datenübertragung ermöglichen die Entwicklung neuer Assistenzsysteme mit einem entsprechend größeren Funktionsspektrum. WLAN-basierte Kommunikationssysteme ermöglichen den ständigen Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen und Einrichtungen der Verkehrsinfrastruktur sowie zwischen Fahrzeugen untereinander. Die zusätzlichen Daten können unter dieser Voraussetzung beispielsweise von Lichtsignalanlagen oder auch von anderen Fahrzeugen gesendet werden. Ampelannäherungsassistenz, Rotlichtüberfahrenswarnung und Querverkehrsassistenz sind nur einige Beispiele für mögliche Anwendungen.

Ein geeignetes Kommunikationssystem muss so konzipiert sein, dass alle betroffenen Verkehrsteilnehmer und Verkehrsinfrastruktureinrichtungen die notwendigen Informationen unverfälscht mit minimaler zeitlicher Verzögerung erhalten. Dabei müssen einerseits Informationen aus dem Fahrzeug wie zum Beispiel die genaue Position, der Abstand zur Kreuzung, die Geschwindigkeit, Beschleunigung und Verzögerung sowie ein etwaiger Richtungswechsel erfasst und ausgetauscht werden.

So werden zum Beispiel beim Heranfahren an eine Ampel Informationen darüber, wie sich die Signalphasen aller Ampeln einer Kreuzung entwickeln, per Funk von der Ampelsteuerung an die Fahrzeuge in Sendereichweite übermittelt. Im Gegenzug liefern die Fahrzeuge Informationen über ihre momentane Position und ihre Geschwindigkeit an die Ampelsteuerung. Diese Fahrzeuginformationen können auch als Grundlage für eine Querverkehrsassistenz dienen. Bei diesem System ist zur Vermeidung von Unfällen bereits in der Annäherungsphase ein Hinweis auf potenzielle Kollisionen sinnvoll. Deshalb müssen die ständig aktualisierten Daten über die Positionen der Fahrzeuge in hoher Auflösung übermittelt werden.

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