Wer auf der Suche nach einer einfachen Digitalkamera ist, sollte unter den Schnappschusskameras der FE-Serie von Olympus ein geeignetes Modell finden. Zwar bieten diese keine manuellen Einstellungen, dafür aber einen günstigen Preis und hilfreiche Funktionen für Fotografieanfänger. Die Olympus FE-140 ist das Flaggschiff der FE-Serie. Diese 6-Megapixel-Digitalkamera verfügt über ein durchschnittliches 3-fach-Zoomobjektiv, das bei einer 35-Millimeter-Kleinbildkamera einen Brennweitenbereich von 38 bis 114 Millimeter abdecken würde, einen 64 Millimeter großen LCD-Bildschirm sowie einige weniger attraktive Kameraeinstellungen.

Design

Das solide, rechteckige Kunststoffgehäuse hat fast die Abmessungen eines Ipod und liegt recht bequem in der Hand. Und aufgrund ihrer Dicke bietet die Kamera ausreichend Platz für die Nutzung handelsüblicher AA-Batterien anstelle eines unternehmenseigenen Akkus. Die matte, bronzefarbene Lackierung ist nett anzusehen, für den Gewinn eines Fashion Award wird ihr Aussehen allerdings nicht ausreichen.

Auf der Oberseite befinden sich der Auslöser, die Ein-/Austaste, der Zoomschalter sowie vier weitere Bedienelemente: Aufnahme-, Wiedergabe-, Lösch- und Druck-Taste. Die Rückseite beherbergt die restlichen Bedienelemente, die neben dem 64-Millimeter-LCD angeordnet sind. Nachdem man die gewünschte Einstellung mithilfe des Auswahlrads vorgenommen hat, kann man weitere Funktionen wie Blitz, Selbstauslöser und Makro über die Vierwege-Pfeiltaste und eine einzelne Menü-Taste aufrufen. Mit einer zusätzlichen Display-/Hilfe-Taste können die Einstellungen für das LCD vorgenommen werden. Sollten Fragen auftauchen, kann man sich über diese Taste Hinweise für das Menü anzeigen lassen, in dem man sich gerade befindet.

Funktionsumfang

Die Olympus FE-140 stellt zwar Anfängern einige praktische Funktionen zur Verfügung, aber jeder, der zahlreiche Optionen erwartet, wird enttäuscht. Einstellungen wie ISO-Empfindlichkeit und Weißabgleich werden automatisch vorgenommen. Sobald der Modus ausgewählt ist, können vom Benutzer nur noch grundlegende Einstellungen, wie Auflösung, Blitz, Makro, Selbstauslöser und Belichtungswertausgleich geändert werden.

Einige praktische Aufnahme- und Szenenmodi – vom einfachen Porträt- und Landschaftsmodus bis hin zu speziellen Einstellungen für Museum und Speisen – decken die meisten herkömmlichen Aufnahmesituationen ab. Man kann außerdem die digitale Bildstabilisierung aktivieren, welche die Lichtempfindlichkeit der Kamera auf ISO 800 erhöht und schnellere Verschlussgeschwindigkeiten verwendet, um die Unschärfe in bewegten Bildern zu reduzieren.

Allerdings ist dieses Feature in der Regel weniger effektiv als die optische Bildstabilisierung, die in vielen teueren Modellen integriert ist. Bei dieser Kamera führt die digitale Bildstabilisierung zu mehr Bildrauschen als man üblicherweise erwarten dürfte. Die Olympus bringt zwar einen Movie-Modus mit, aber sie kann nur Quicktime-Clips mit einer Auflösung von 320 mal 240 Pixeln und einer Geschwindigkeit von 15 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Auf den ersten Blick mag der QVGA-Video-Modus hochwertig erscheinen, in Wirklichkeit ist er im Vergleich zum VGA-Modus mit einer Auflösung von 640 mal 480 Pixeln und einer Aufnahmegeschwindigkeit von 30 Bildern pro Sekunde, der von fast allen anderen derzeit auf dem Markt erhältlichen Kameras geboten wird, aber minderwertig.

Die Kamera verfügt über einen Guide-Modus, der Fotografen bei den Einstellungen für verschiedene Aufnahmen unterstützt. Ein einfaches Text-Menü bietet Benutzern Optionen wie „Aufnahmen bei Gegenlicht“ oder „Bewegungsaufnahmen“ und hilft bei den richtigen Einstellungen für die entsprechende Aufnahmesituation.

Zur Vermeidung defekter Pixel verfügt die Olympus FE-140 über eine automatische Pixel-Mapping-Funktion, die die Sensoreinstellungen analysiert und bestimmte Pixel erkennt, die zu hell oder zu dunkel sind. Sobald das Foto aufgenommen ist, ersetzt die Kamera diese defekten Pixel, wenn das Bild verarbeitet wird. Olympus hat die Pixel-Mapping-Funktion in alle seine Digitalkameras integriert, bei günstigen Schnappschusskameras ist dieses Feature ansonsten eher selten.

Leistung

Die FE-140l wird wohl keinen Geschwindigkeitswettbewerb gewinnen, aber die Leistung sollte die meisten Hobbyfotografen zufrieden stellen. Die Einschaltzeit dieser Olympus liegt bei 3 Sekunden, der Zeitabstand zwischen zwei Aufnahmen bei 2,4 Sekunden.

Selbst mit eingeschaltetem Blitz sind Einzelbildaufnahmen im Abstand von 2,8 Sekunden möglich. Die Auslöseverzögerung ist mit nur 0,7 Sekunden bei kontrastreicher und 1,3 Sekunden bei kontrastarmer Beleuchtung gut.

Bildqualität

Die mit der FE-140 aufgenommenen Testfotos sind bestenfalls von mittelmäßiger Bildqualität. Die Bilder zeigen eine gute Farbtreue, und der automatische Weißabgleich überrascht mit akkuraten Innenaufnahmen bei Glühlampenlicht ohne den gelben Schleier, der für die meisten Kameras typisch ist. Dennoch sehen selbst helle Aufnahmen im Allgemeinen weich gezeichnet aus und weisen Bildrauschen auf.

Ist der Bildstabilisierungsmodus aktiviert, nimmt das Bildrauschen exponentiell zu, je höher der ISO-Wert ist. Wer keine extrem körnigen, gesprenkelten Fotos haben will, sollte bei gut beleuchteten Motiven bleiben und die Bildstabilisierung ausgeschaltet lassen.

Die Olympus FE-140 ist eine äußerst schlichte Kamera, die einem fast alle Entscheidungen abnimmt. Leider geht diese Automatisierung auf Kosten der manuellen Steuermöglichkeiten. Alles in allem liefert sie eine zufrieden stellende Leistung, aber die mittelmäßige Bildqualität und die fast vollständig fehlenden manuellen Bedienelemente machen sie zu einem ungeeigneten Modell für fast alle Typen von Fotografen, sofern man nicht blutiger Anfänger ist.

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