Filme in DVD-Qualität sind den mittlerweile in die Jahre gekommenen VHS-Kassetten für den heimischen Fernseher unbestritten überlegen. Auch wenn es überraschend sein mag, trifft dies jedoch auf den Einsatz im Camcorder nicht unbedingt zu. Auch wenn DVD-Camcorder eine komfortablere Aufbewahrung von Aufnahmen ermöglichen, fehlt den Bildern die Auflösung und Farbfrische, wie sie Mini-DV-Camcorder mit Band erreichen.

Auf diesem Problem soll hier aber nicht herumgeritten werden. Es ist wichtig zu wissen, dass man trotz der vielen Vorteile, die das neue DVD-Format bietet, bei der Bearbeitung der Aufnahmen Kompromisse eingehen muss. DVD-Camcorder wie der DC10 zeichnen Videobilder in linearer Reihenfolge dauerhaft auf. Bekannte Bearbeitungsprogramme wie Final Cut Pro, Premiere und Imovie können mit der DC10 nicht verwendet werden, man ist hier auf das hauseigene Programmpaket von Canon angewiesen. Es gibt zwar Möglichkeiten, dies zu umgehen, dabei müsste man aber eine noch schlechtere Bildqualität in Kauf nehmen.

Es ist nicht so, dass DVD-Camcorder an und für sich minderwertig sind. Für diejenigen, die einen einfach zu bedienenden Camcorder fürs Familientreffen, den Geburtstag oder eine Taufe suchen, sind DVD-Modelle wie der DC10 eine durchaus nachvollziehbare Wahl. Für viele ist der Umstand, dass man eine DVD aus dem DC10 herausnehmen und sofort in das heimische DVD-Abspielgerät einlegen kann, einfach unwiderstehlich. Dennoch bleibt die Frage offen, ob der DC10 ein ausreichendes Maß an Komfort und Benutzerfreundlichkeit bietet, um Gelegenheitsfilmer vom herkömmlichen Mini-DV-Format abzubringen.

Design

Der DC10 brennt Filme in Echtzeit auf DVD. Das Fach für die 80-Millimeter-DVDs befindet sich seitlich am Gehäuse. Die Notwendigkeit, diese kleinen DVDs aufnehmen zu müssen, hat die Form des DC10 bestimmend geprägt – er sieht den Köpfen der Aliens aus dem Film „Krieg der Welten“ ziemlich ähnlich. In Größe und Form entsprechen die 80-Millimeter-DVDs recht genau den Maßen der menschlichen Hand. Wahrscheinlich hat Canon das DVD-Fach deswegen direkt unter dem Handgriff eingebaut, so hat man während der Aufnahme etwas, woran man sich festhalten kann…

Der DC10 hat das gleiche nur 47 Millimeter breite Gehäuse wie der DC20. Die kosmetischen Unterschiede zwischen den beiden fallen kaum auf. Die tatsächlichen Unterschiede zwischen den Modellen sind folgende: Der DC20 hat ein höher auflösendes CCD für Standbildaufnahmen und einen Nachtmodus, den der DC10 nicht hat.

Wie auch der DC20 liegt der DC10 hervorragend in der Hand. Bei längerer Verwendung wünscht man sich vielleicht einen etwas breiteren Griff, aber das 410 Gramm schwere Gerät ist im Gebrauch sehr angenehm zu handhaben.

Der Akku des DC10 sitzt in einer Vertiefung unter dem ausklappbaren LCD-Bildschirm. Es handelt sich um einen speziell für den DC10 und den DC20 entworfenen Akku. Der Akku ist dort gut aufgehoben, allerdings kann man keinen größeren mit einer höheren Kapazität einbauen wie bei einem an der Rückseite angebrachten Akku, da der LCD-Bildschirm der DC10 das Akkufach abdeckt.

Der Akku wird über einen kleinen Schieber an der Gehäuseunterseite des DC10 ausgeworfen. Da man den ihn zumeist in der Kamera laden dürfte, kann es sein, dass man die Existenz dieses Schiebers schnell vergisst, es sei denn, man wechselt ihn unterwegs häufiger aus.

Wie der DC20 hat auch der DC10 eine elektronisch gesteuerte Klappe: Kleine Motoren öffnen das DVD-Fach, so dass man eine DVD einlegen kann. Die DVD wird wie bei einem tragbaren CD-Spieler an eine Kunststoffspindel geklemmt. Insgesamt ist das Gehäuse stabil und entspricht in der Verarbeitungsqualität dem Gehäuse des teueren DC20.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Anständiger DVD-Camcorder: Canon DC10

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *