Wenn man sich einmal unauffällig auf den Straßen einer beliebigen Großstadt umschaut, wird man feststellen, dass bestimmt 80 Prozent der stolzen Ipod-Benutzer die armseligen Ohrhörer benutzen, die im Lieferumfang des Players enthalten sind. Die Ohrhörer von Shure und Etymotic sind zwar unfehlbare Heilmittel gegen Depressionen aufgrund schlechter Klangqualität, aber diese Hersteller lassen sich ihre winzigkleinen Modelle auch fürstlich bezahlen.

Sennheiser hat hier eine Marktlücke entdeckt und für 70 Euro ein elegantes In-Ear-Modell herausgebracht: die CX 300, die im Internet auch unter dem empfohlenen Verkaufspreis zu finden sind. Die Konstruktionsqualität der Sennheiser CX 300 ist besser als die der meisten anderen Ohrhörer. Das weiche und flexible, y-förmige Kabel hat eine gute Länge von 1,2 Metern. Die CX 300 sind in Schwarz oder Silber erhältlich, aber ohne das übliche Zubehör wie ein Etui oder einen Adapter fürs Flugzeug, wie man es bei teureren Geräten gewohnt ist.

Wie alle Ohrhörer liefern auch die Sennheiser CX 300 keinerlei Bässe, solange man nicht mithilfe der weichen Silikonohrstöpsel für eine luftdichte Abdichtung des Gehörgangs sorgt. Hier muss man gegebenenfalls etwas mit den drei mitgelieferten Größen der CX 300 experimentieren. Im Test fällt die Wahl auf die größten, aber auch diese sitzen nicht so gut wie andere Ohrhörer: Schon bei leichtem Ziehen am Kabel lockern sich die Ohrstöpsel von Sennheiser.

Die Fähigkeiten der CX 300, Umgebungsgeräusche auszublenden, wurden bei einer Fahrt mit einem ratternden Zug getestet. Die CX 300 erweisen sich dabei als effektiver Geräuschunterdrücker, fast gleichauf mit den teureren Modellen. Aufgrund der Schallisolierung sind sie für Jogger sicher nicht unbedingt zu empfehlen. Außerdem hört man ein Rascheln, das durch das Kabel hervorgerufen wird, wenn dieses sich beim Bewegen an der Kleidung reibt.

Die Sennheiser CX 300 stehen im direkten Vergleich mit dem In-Ear-Kopfhörer ER-6i von Etymotic, wobei die kleinen Sennheiser sehr beeindrucken. Einmal sind die Bässe der CX 300 ebenso tief wie die der ER-6i, aber die Vocals und Gitarren auf Ryan Adams‘ vorwiegend akustischem Album „29“ klingen beim ER-6i deutlich weniger blechern und hallig. Richtig losrocken können die CX 300 bei einer Live-Version des Rolling-Stones-Titels „Start Me Up“: Power und Druck der Band kommen sehr gut rüber. Die Kopfhörer bieten im Zusammenspiel mit dem Ipod auf jeden Fall ausreichend Lautstärke .

Sennheiser hat insgesamt ein gutes Debüt hingelegt, obwohl der Klang der CX 300 längst nicht so klar und offen ist wie bei den bisherigen Favoriten von Shure und Etymotic.

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