Die Vorstellung eines MP3-Players von Microsoft dürfte bis vor kurzem bei den meisten Benutzern nur Befremden ausgelöst haben. Denn was sollte der Softwareriese dem Ipod-Imperium entgegenzusetzen haben, wenn daran schon Hardware-Partner von Windows Media wie Creative, Iriver und Samsung gescheitert sind?

Laut Microsoft ist Zune dank der integrierten Wireless-Technologie eine völlig neue Art von mobilem Media-Player, mit dem Dateien zwischen mehreren Zune-Geräten ausgetauscht werden können. Ähnlich wie beim Vorbild Itunes funktioniert das Gerät auch innerhalb eines geschlossenen Ökosystems, hier „Zune Marketplace“ genannt.

Das festplattenbasierte Gerät dürfte die meisten Benutzer zufriedenstellen – insbesondere Anfänger, denn der Zune bringt eine hervorragende Benutzeroberfläche mit, ist gut in die Marketplace-Software integriert und bietet obendrein eine gute Wiedergabe-Performance. Allerdings dürfte die Inkompatibilität des Zune mit einigen Formaten, darunter geschützten WMA-DRM9- und WMV-Dateien, dafür sorgen, dass sich erfahrene Benutzer erst einmal anderweitig umsehen. Trotz dieser fundamentalen Schwächen kann der Zune in anderen Bereichen überzeugen und dürfte eine strahlende Zukunft vor sich haben, was hoffentlich auch eine Erweiterung seiner Wireless-Funktionen umfassen wird.

Ausstattung

Bei dem neuen Microsoft-Player handelt es sich um einen MP3-Player mit 30 GByte Speicherkapazität und einem foto- und videofreundlichen 3-Zoll-Display im 4:3-Format. Er läuft unter einer angepassten Version der Portable-Media-Center-Software, basierend auf Windows CE, und bringt dieselbe intuitive Navigation mit wie andere Player. Trotzdem unterscheidet sich Zune sowohl vom Konzept als auch von der Ausführung her von allen anderen MP3-Playern.

Zum Verdruss vieler Nutzer von Windows Media ist das Gerät nicht abwärtskompatibel mit WMA-DRM 9, weil Zune WMA-DRM 9.1 verwendet. Daher kann man Songs aus Stores wie Napster oder Urge nicht abspielen. Auch abonnierte Tracks von diesen Diensten funktionieren nicht. Stattdessen nutzt der Player eine eigene Software und einen eigenen Store, die gar nichts mit dem Windows Media Player an sich zu tun haben. Etwas eigenartig ist auch, dass man den Windows Media Player nicht einmal zum Synchronisieren und Verwalten des Zune benötigt.

Vom Funktionsumfang her ähnelt der Zune zwar den meisten anderen Playern, der entscheidende Unterschied ist jedoch sein integrierter Wi-Fi-Chip, wodurch das Gerät mit seinesgleichen Verbindung aufnehmen kann. Dank dieser Funktion können Benutzer im selben Raum Musik und Fotos (aber keine Videos) untereinander austauschen – allerdings mit den bekannten Einschränkungen: Ein Song darf innerhalb von drei Tagen nur dreimal abgespielt werden. Solche Einschränkungen gelten jedoch nicht für den Austausch von Fotos.

Es wäre schön, wenn man die Wi-Fi-Funktion auch zum Synchronisieren oder drahtlosen Kauf von Musik verwenden könnte. Aber sobald man das Gerät eine Zeit lang ausprobiert hat, wird man verstehen, warum Microsoft erst einmal klein anfängt. Bislang hat sich der Zune als durchaus verlässlich erwiesen. Auch unabhängig von seiner Wi-Fi-Funktion ist er ein hervorragender Media-Player.

Microsoft Zune
Zum Lieferumfang des Zune gehören Ohrhörer mit Schaumstoff-Pads, ein Etui, ein gummiertes proprietäres USB-Kabel, Software, ein paar Anleitungen sowie ein Zune-Aufkleber.

Die Verpackung des Zune ist zwar minimal, aber stilvoll. Man entnimmt den Zune der Schachtel, indem man an dem in der Verpackung vorhandenen braunen Band zieht – ein nettes Detail. Die mitgelieferten Ohrhörer und das gummierte USB-Kabel entdeckt man erst, wenn man die beiden Klappen an der Seite öffnet. Außerdem erhält man ein Etui aus Wildleder, eine Software-CD, mehrere Anleitungen sowie einen Aufkleber.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Microsofts MP3-Premiere: Zune (30 GByte)

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *