Daimler Chrysler: Virtuell angeschmiert

Forscher von Daimler Chrysler lackieren Autos künftig virtuell: Zur Optimierung von Lackierprozessen haben sie spezielle Algorithmen entwickelt. Diese müssen sogar Luftblasen berechnen können.

Forscher von Daimler Chrysler lackieren Autos künftig virtuell: Zur Optimierung von Lackierprozessen haben sie spezielle Berechnungsverfahren entwickelt. Bereits vor Produktionsanlauf wollen sie damit Aussagen treffen, auf welche Art eine Fahrzeugkarosserie so effizient wie möglich besprüht oder ein bestehendes Verfahren verbessert werden kann.

Auf dem Markt ist bislang kein kommerzielles Programmpaket verfügbar, das Vorhersagen über Lackierprozesse machen könnte. Deshalb bilden die Forscher von Daimler Chrysler die unterschiedlichen Systeme mit ihren dynamischen Prozessen als Modell nach. Die Erkenntnisse aus den Simulationen seien auf die Realität übertragbar, aufwändige und kostenintensive Versuche sollen entfallen. Zudem könnten Lackierroboter beispielsweise schneller und präziser auf ihre Aufgaben eingestellt werden.

Das Verfahren läuft wie folgt ab: Tausende von Lackpartikeln werden bei der Sprühlackierung rechnerisch verfolgt – vom Verlassen des Zerstäubers bis zum Auftreffen auf das Bauteil. Dabei müssen die Experten berücksichtigen, dass nicht alle Tröpfchen am Ziel ankommen. Der Auftragswirkungsgrad beschreibt die Effizienz der Beschichtung. Die Forscher berechnen die Dynamik der Lacktröpfchen unter dem Einfluss der lenkenden Luftströmung und des angelegten elektrischen Feldes. Eine Vielzahl physikalischer Kräfte wirkt hier auf die Partikel.

Mit Hilfe der Simulation sei es möglich, die Dicke der erwarteten Lackschicht vorherzusagen. Zusätzlich erlaubten die Kalkulationen Aussagen über die Vorgehensweise, wie der Lack am besten aufgesprüht werden soll – besonders für Problembereiche wie Ein- und Ausbuchtungen an der Karosserie. Auf diese Weise ermitteln die Forscher die Bedingungen für die unterschiedlichsten Fahrzeug-Geometrien.

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