Der E500PTH ist die Crème de la Crème der schallisolierenden Ohrhörer – und so sieht er auch aus. Shure hat auf weiße Kabel im Ipod-Stil verzichtet, aber die seltsame, grünliche Farbe der Ohrstecker und des dazugehörigen Anhängsels verstärken das Gefühl, dass man sich etwas Besonderes gekauft hat.

Wie alle im Ohr getragenen Kopfhörer hat auch dieser Ummantelungen, die den Schall isolieren und in den äußeren Gehörgang gesteckt werden. So soll es nach Herstellerangaben möglich sein, etwa 90 Prozent der Umgebungsgeräusche auszuschließen. Dies lässt sich an dieser Stelle zwar nicht nachprüfen – festzustellen ist jedoch, dass man mit den Steckern im Ohr keine Umgebungsgeräusche mehr hört, auch dann nicht, wenn keine Musik über die Ohrhörer läuft.

Nachdem nun die Umgebungsgeräusche nahezu völlig ausgeblendet sind, kann der E500PTH die Musik – so kommt es einem vor – direkt ins Gehirn pumpen. Dies ist der erste Ohrhörer von Shure, der drei separate „High-Definition“-Treiber in jedem der Ohrstecker aufweist – einen Hochton- und zwei Tieftonlautsprecher für die Bassfrequenzen. Ebenfalls integriert sind passive Frequenzweichen, die hohe und tiefe Frequenzen trennen und dazu beitragen, dass ähnliche Töne einander nicht überlagern.

Das Ergebnis all dieser ausgeklügelten Technologie ist eine verblüffende Klangqualität. Bei geringer und mittlerer Lautstärke kann man keine großen Unterschiede zu einem Mittelklasse-Kopfhörer feststellen. Wenn man den Verstärker allerdings aufdreht, erzielen die Ohrhöher eine einzigartige Wirkung: satte Bässe und starke Mitten, ohne dass sich Letztere in den Vordergrund drängen, sowie gut ausgewogene Höhen. Dieser Ohrhörer ist so gut, dass man bei seinen Lieblingssongs Klänge entdeckt, die bislang nie aufgefallen sind.

Beeindruckend ist auch die Lautstärkeleistung des Ohrhörers: Dreht man einen handelsüblichen MP3-Player voll auf, erzielt man eine Lautstärke, die weit über der normalen maximalen Lautstärke liegt – und all das ohne die ansonsten typische Übersteuerung.

Die meisten Ohrstecker, die Umgebungsgeräusche abschirmen, muss man aus dem Ohr nehmen, wenn man hören möchte, was in der Außenwelt passiert. Der E500 hat jedoch einen so genannten Push-To-Hear (PTH)-Schalter. Dieser aktiviert das integrierte Voice-Port-Mikrofon, das sich etwa in der Mitte des Kabels auf Brusthöhe befindet. Die Lautstärke des MP3-Players wird auf ein gerade noch hörbares Niveau verringert, und die Geräusche in der Umgebung werden verstärkt. Durch diese Funktion kann man Durchsagen auf dem Bahnsteig hören oder mit der Kassiererin im Supermarkt sprechen, ohne die Ohrhörer herausnehmen zu müssen. Leider verstärkt das Mikrofon die Hintergrundgeräusche etwas zu stark, als dass es für längere Gespräche geeignet wäre.

Der E500PTH wird mit einer kleinen Transporttasche geliefert, in der man sowohl den Ohrhörer und den PTH-Schalter unterbringen kann, wie auch mit einem 23 Zentimeter und einem einen Meter langen Kabel, die der Benutzer je nach Vorliebe einsetzen kann. Im Lieferumfang enthalten sind außerdem diverse verschiedene Ohrpassstücke, so dass für jedermann das geeignete Passstück vorhanden sein sollte.

Schwächen

Obwohl er eigentlich die Flexibilität erhöhen sollte, erweist sich der mitgelieferte Kabelsatz als nicht unproblematisch. Wenn man den E500PTH verwendet, baumelt ein Kabel zwischen Ohrhörer und Mikrofon, ein weiteres zwischen Mikrofon und PTH-Schalter, und noch eines zwischen PTH-Schalter und dem MP3-Abspielgerät – insgesamt gesehen ergibt sich dadurch ein ziemlicher Kabelsalat.

Der Schalter allein ist größer als ein Ipod nano und auch etwas schwerer, da er mit einer Batterie im AAA-Format betrieben wird. Obwohl er mit einem Gürtelclip ausgestattet ist, fällt er bei sportlicher Betätigung leicht herunter. Wenn man den PTH-Schalter und den MP3-Player in dieselbe Tasche steckt, beult diese unschön aus, und wenn man sie auf separate Taschen verteilt, baumeln dazwischen die Kabel herum.

Obwohl der E500PTH mit einer Auswahl an Ohrpassstücken geliefert wird, braucht es doch etwas Übung, bis man die Stecker richtig in die Ohren einsetzen kann. Diese werden in den äußeren Gehörgang gesteckt, während das Kabel um die Ohrmuschel herum geführt und dann unter dem Kinn gestrafft wird. Man setzt den Ohrhörer also nicht einfach nur ins Ohr und vergisst ihn dann.

Fazit

Der Unterschied zwischen diesem Produkt und gewöhnlichen Ohrsteckern ist erstaunlich. Instrumente, die mit normalen Ohrsteckern bestenfalls schwammig klingen, erwachen mit dem E500PTH zum Leben – die Bässe sind voll, Becken krachen, und die Vokalparts klingen, als sei die Seele des Sängers direkt in den Kopf implantiert worden. Der hohe Preis stellt offensichtlich ein Hindernis dar, aber Audioliebhaber und professionelle Musiker, die sich diesen Luxus leisten können, würden ohne diesen etwas versäumen.

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