Eine Kamera muss nicht nach Höherem streben, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Manchmal sollte eine Digitalkamera einfach auf Gimmicks wie Touchscreen und Wi-Fi verzichten und sich darauf konzentrieren, gute Bilder zu schießen. Extras können nett sein, aber das Wichtigste an einer Kamera sind nach wie vor das Objektiv, der Sensor und der Bildprozessor.

In dieser Hinsicht ist Kodak mit der Easyshare C875 erfolgreich, dem Spitzenmodell unter den Schnappschusskameras der Easyshare C-Serie. Diese einfache und solide Kamera hat keine auffälligen Gimmicks, sondern schießt einfach gute Bilder und bietet viele Einstellmöglichkeiten.

Design

Die C875 ist eine recht kompakte kleine Kamera von 38 Millimeter Breite und einem Gewicht von etwas über 170 Gramm. Sie ist zu groß für die meisten Hosentaschen, passt aber hervorragend in Jacken- und Handtaschen. Die rechte Seite der Kamera springt etwas vor, um zwei Batterien der Größe AA zu beherbergen und einen angenehmen Griff zu formen.

Die Bedienelemente der Kamera entsprechen der Norm: ein Auswahlrad oben, ein Joystick an der Rückseite und verschiedene Tasten für andere Funktionen. Leider fühlen sich die Tasten etwas seltsam an. Sie sind zu klein und stehen zu wenig vor, um komfortabel gedrückt werden zu können. Außerdem werden es Benutzer mit großen Händen schwierig finden, den winzigen Kippschalter für das Zoom zu betätigen. Das gelegentliche Klemmen und Abrutschen des Joysticks wecken außerdem den Wunsch nach einem konventionelleren 4-Wege-Schalter.

Funktionsumfang

Außer ihrem 8-Megapixel-Bildsensors und dem 37- bis 180-Millimeter-Objektivs mit dem 5fachen optischen Zoom hat die C875 nicht allzu viel vorzuweisen. Sie bietet eine große Auswahl an Aufnahmeeinstellungen, darunter Programm, Blendenautomatik, Zeitautomatik und manuelle Einstellungen für fortgeschrittenere Nutzer sowie eine Handvoll Voreinstellungen für bestimmte Aufnahmesituationen für Gelegenheitsfotografen. Obwohl die Kamera keine Bildstabilisierung bietet, kann der Sensor für Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen und Zoomaufnahmen eine Lichtempfindlichkeit von ISO 800 erreichen.

Performance

Die C875 legt beeindruckende Leistungen an den Tag, obwohl ihr schneller Autofokus etwas von den gelegentlichen Verzögerungen behindert wird, die durch das Schreiben auf die Speicherkarte entstehen. Nach dem Start und der Aufnahme des ersten Bildes, was insgesamt 2 Sekunden in Anspruch nimmt, kann bei hellem Licht alle 1,4 Sekunden ein Foto geschossen werden und bei schlechterer Beleuchtung alle 1,7 Sekunden. Die Auslöseverzögerung ist erstaunlich gering: Beim kontrastreichen Testmotiv beträgt die Zeit zum Einstellen und Auslösen nur 0,2 Sekunden und beim kontrastarmen Testmotiv nur 0,4 Sekunden. Leider ergibt sich gelegentlich nach ein paar Aufnahmen eine Pause, da die Kamera beim Schreiben auf die SD-Karte nicht immer hinterher kommt.

Bildqualität

Die C875 macht gute Aufnahmen, die im Allgemeinen scharf und rauschfrei sind. Bei niedrigeren Empfindlichkeitseinstellungen sind zumeist akkurate, lebhafte Farben und eine Vielzahl feiner Details auszumachen. Zwar ist dank des effektiven Rauschunterdrückungsalgorithmus der Kamera selbst bei ISO 800 kaum ein Rauschen zu bemerken, jedoch verwischt und verdeckt eben dieser Algorithmus auch die Feinheiten. So verwandeln sich die Markierungen des Maßbandes auf dem Testfoto von ISO 200 bis ISO 800 nach und nach in eine undefinierbare Masse. Das bedeutet, dass man beim Aufnehmen von Text oder Motiven mit markanter Struktur am besten unter ISO 200 bleibt, also der Empfindlichkeit, ab der die Rauschunterdrückung der Kamera aktiviert wird.

Mit dem automatischen Weißabgleich lassen sich beim Kunstlicht des Testlabors etwas warm getönte, jedoch durchaus akzeptable Aufnahmen erzielen. Die mit der Voreinstellung für Kunstlichtaufgenommenen Bilder weisen einen leichten Grünstich auf. Obwohl hier die Farben ein wenig natürlicher sind als mit der automatischen Einstellung, werden viele Nutzer wohl letztere bevorzugen, weil sie die Bilder als angenehmer empfinden.

Im Telebereich weist das Objektiv nur minimale Verzerrungen auf, im Weitwinkelbereich ist jedoch eine gewisse Tonnenverzerrung auszumachen. Dies bedeutet, dass eine sichtbare Auswärtswölbung von Linien, die eigentlich gerade sein sollten, auftritt. Für eine einfache Kompaktkamera sind die Probleme, welche die C875 mit Verzerrungen hat, jedoch nicht weiter nennenswert.

Die Kodak Easyshare C875 bietet Spitzenfunktionen zu einem vergleichsweise niedrigen Preis. Sie hat neben dem 5fachen Zoom und den manuellen Einstellmöglichkeiten keine herausragenden Extras, macht aber gute Aufnahmen und hat gute Leistungswerte. Die C875 ist eine solide Kamera für alle, die ein ausgewogenes Verhältnis von Ausstattung, Bildqualität und Preis suchen.

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