Immer mehr Hersteller bringen Kameras mit höheren Modellnummern auf den Markt, die weniger kosten als ihre Vergleichsmodelle mit niedrigeren Nummern. Zum Beispiel kann die Nikon Coolpix S9 abhängig davon, wo die Kamera erworben wird, bis zu 100 Euro weniger kosten als die Coolpix S5. Beide Kameras verfügen über Sensoren mit 6 Megapixeln, 2,5 Zoll große LCD-Displays und 3fache optische Zoomobjektive. Trotzdem gibt es kleinere Unterschiede zwischen den beiden Geräten.

Design

Die beiden Hauptunterschiede liegen in den Displays und Objektiven der Kameras. Das LC-Display der S5 verfügt über 230.000 Pixel, während das der S9 nur 153.600 Pixel aufweist. Diese Differenz sorgt dafür, dass die Bildauflösung des LCDs der S9 geringfügig schlechter ist; unter Umständen erscheinen diagonale Linien und Kurven leicht gezackt. Da dies nichts mit den tatsächlich von der Kamera aufgenommenen Bildern zu tun hat, handelt es sich dabei nur um einen unbedeutenden Nachteil der neueren S9.

Das Objektiv der S5 deckt einen Bereich von 35 bis 105 Millimeter mit einem Blendenbereich von f/3 bis f/5,4 ab. Das Objektiv der S9 umfasst einen Bereich von 38 bis 114 Millimeter mit einem Blendenbereich von f/3,5 bis f/4,3. Dies bedeutet, dass die S9 keinen so großen Bildwinkel wie die S5 erreicht, das Zoom geht jedoch etwas weiter.

Die Blendendifferenz bei Teleaufnahmen der beiden Zooms ist wichtiger, jedoch ebenfalls gering. Die S9 lässt mehr Lichteinfall zu. Das bedeutet, dass unter denselben Lichtbedingungen eine geringfügig schnellere Verschlussgeschwindigkeit gewählt werden kann, wenn das Zoom komplett ausgefahren wird. Hier geht der Punkt an die S9, da die aufgenommenen Bilder dadurch profitieren.

Beim Design der S9 wurde auf das Klickrad verzichtet, das Nikon bei den Kameras der Serie S5, S6 und S7c vorsah. Dies ist ein Nachteil, da das Rad eine schnelle Navigation durch das übersichtliche und intelligent aufgebaute Menü der Nikon ermöglicht. Wie bei den meisten anderen schlanken Ultrakompaktkameras auch sind Aufnahmen mit einer Hand eigentlich nicht möglich. Am besten benutzt man beide Hände zur Änderung der Einstellungen und wechselt dann beim Auslösen zu einer Hand. Wenn die Aufnahmen nicht verwackeln sollen, ist der Einsatz beider Hände jedoch vorzuziehen. Die Anordnung der Tasten bei der Kamera ist so gehalten, dass sie sich leicht bedienen lassen, der Zoom-Wippschalter (rechts neben dem Auslöser) befindet sich jedoch an einer ungünstigen Stelle. Man kommt versehentlich drauf, während man den Auslöser drückt.

Funktionsumfang

Wie bei Ultrakompaktkameras üblich, ist der Funktionsumfang der Coolpix S9 eher spärlich gehalten. Es gibt keine manuelle Belichtungseinstellung, dafür jedoch 15 Motivprogramme zur Einstellung typischer Aufnahmesituationen. Nikon hat die Kamera auch noch mit einer Belichtungskorrektur bis zu plus oder minus 2 EV ausgestattet, die die Belichtung unter schwierigen Aufnahmebedingungen anpasst.

Bei schwierigen Aufnahmen ohne Blitz sollte vielleicht der von Nikon angebotene BSS-Modus (Best Shot Selector) zur automatischen Auswahl der besten Bilder eingesetzt werden, den es in vier verschiedenen Versionen gibt. Die erste ermöglicht bis zu zehn Aufnahmen und wählt dann diejenige, die am wenigsten verschwommen ist. Die anderen drei Versionen werden zusammen unter einer separaten Überschrift im BSS-Untermenü angeordnet. Es handelt sich dabei um BSS Lichter, BSS Schatten und BSS Histogramm. Alle drei erfassen jeweils fünf Aufnahmen, wenn der Auslöser gedrückt wird. Aus diesen fünf Aufnahmen wählt BSS Lichter die am wenigsten überbelichtete Aufnahme aus, BSS Schatten wählt die Aufnahme mit der geringsten Unterbelichtung und BSS Histogramm wählt die Aufnahme mit der gleichmäßigsten Belichtung.

Die S9 verfügt zwar über eine Funktion für den manuellen Weißabgleich neben den üblichen Voreinstellungen und automatischen Einstellungen, Nikon hat diese Funktion jedoch in „Weißabgleichsvoreinstellung“ umbenannt. Von dieser Bezeichnung sollte man sich jedoch nicht irreführen lassen. Die Kamera beinhaltet ebenfalls drei Serienbildmodi: einen normalen Burst-Modus, der Bilder aufnimmt, solange der Auslöser gedrückt bleibt, ein zweites Programm, das 16 Bilder erfasst und diese dann in einem Raster zu einem Bild mit 2816 mal 2112 Pixel zusammenfügt, und das dritte, das bis zu 1800 Bilder in Intervallen von 30 Sekunden, 1 Minute, 5 Minuten oder 10 Minuten aufnimmt. Wie alle anderen heutzutage auf dem Markt erhältlichen Kameras können ebenfalls verschiedene Farbprogramme ausgewählt werden, einschließlich Schwarzweiß.

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