Im portablen Navigationssystem ICN 750 hat der Hersteller Navman kürzlich mit einer integrierten Kamera überrascht. Diese Innovation (ganz zu schweigen von dem Preis, der dafür zu zahlen ist) eignet sich aber eher für Fahrer, die auf technische Spielereien aus sind.

Was aber, wenn ein Benutzer ein kostengünstiges System sucht, um damit von einem Punkt zum anderen zu gelangen? Hier kommt der Navman F20 ins Spiel. Dieses kompakte Gerät bietet Basisnavigationswerkzeuge und eine einfache, aber dennoch attraktive Benutzeroberfläche, mit der selbst Einsteiger gut zurechtkommen. Und was noch wichtiger ist, das Gerät ermöglicht präzise Richtungsangaben. Es hat jedoch auch Nachteile, zum Beispiel eine Datenbank mit Sonderzielen, die leider veraltet ist, und ein manchmal undeutlicher Sprecher.

Das Navman F20 ist insgesamt ein sehr solides GPS-Gerät für Einsteiger. Mit einem Preis von 249 Euro gehört es zu den kostengünstigeren Systemen, die es aktuell auf dem Markt gibt.

Design

Der Navman F20 wurde bezüglich Funktionen und Aussehen sehr ansprechend konzipiert und verfügt über ein graues Gehäuse. Das Gerät lässt sich leicht von einem Fahrzeug zum anderen transportieren, da es sehr kompakt und nur rund 80 Millimeter hoch, 116 Millimeter breit und 24 Millimeter dick ist – bei einem Gewicht von lediglich 200 Gramm.

Navman hat die externen Bedienelemente auf wenige Tasten beschränkt. Das heißt, auf der rechten Seite des Bildschirms befindet sich die Hauptmenütaste sowie eine Navigationstaste, die bei wiederholtem Drücken das Durchlaufen verschiedener Bildschirme ermöglicht – 3D-Kartenansicht, nächste Abbiegung, schrittweise Richtungsangaben und Zusammenfassung der Route. Ebenfalls ganz praktisch sind die Tasten „Tankstelle“ und „Parkplätze“, die das Aufrufen einer Liste mit in der Nähe befindlichen Tankstellen und Parkplätzen ermöglichen.

Die Einschalttaste befindet sich zusammen mit Lautstärkereglern rechts auf der Oberseite des Geräts. Diese Auslegung ist sehr bedienerfreundlich, da man sich bei außen am Gerät angeordneten Tasten nicht umständlich durch mehrere Bildschirmmenüs bewegen muss. Die Tasten sehen auf dem Vorführgerät zwar etwas schief aus, sie funktionierten trotzdem ganz gut.

Screenshot
Die Tankstellen- und Parkplatztasten sind sehr praktisch, da sie – wie die Namen bereits verraten – eine Liste mit in der Nähe befindlichen Tankstellen und Parkplätzen anzeigen.

Es besteht die Möglichkeit, Adressen über den 3,5 Zoll großen Touchscreen des Navman F20 einzugeben. Der Bildschirm mit gutem Ansprechverhalten ist sehr hell und verfügt über eine Blendschutzbeschichtung, dennoch gibt es beim Ablesen des Displays bei Sonnenlicht einige Probleme. Im Gegensatz zu einigen anderen portablen Navigationssystemen ist die Benutzeroberfläche des Navman F20 sehr einfach aufgebaut und übersichtlich. Die Bildschirme mit den Karten sind leicht verständlich.

Screenshot
Der Lieferumfang des Navman F20 umfasst auch eine Fahrzeughalterung, die jedoch nicht sehr stabil scheint.

Ein Kartensteckplatz für sichere Digitalspeicherkarten und eine Mini-USB-Schnittstelle befinden sich auf der linken hinteren Seite. Für das Zurücksetzen gibt es auf der unteren Seite des Geräts eine Aussparung. Der Navman F20 verfügt nur über eine Minimalausstattung: eine SD-Karte, auf der die Karten von Tele Atlas abgelegt sind (D, A, CH), eine Fahrzeughalterung (für das Armaturenbrett oder die Windschutzscheibe), ein Fahrzeugladegerät und Referenzmaterial. Wie beim Navman 750 scheint die Halterung für die Windschutzscheibe nicht sehr stabil. Die Kunststoffbügel zur Sicherung der Unterseite des Gerätes wirken ebenfalls instabil.

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Navigieren ohne Schnickschnack: Navman F20

  • Am 19. Februar 2008 um 10:37 von Herbert

    Navmann F20
    Die insgesamt gute Handhabung des Navmann F20 wird dadurch getrübt, das es keine Updatemöglichkeit des Kartenmaterials gibt, außer man kauft eine teure neue Karte. Zumindest sollte all denen diese Möglichkeit eingeräumt werden, die Daten an Tele Atlas schicken. Im Osten Deutschlands ist dies, auf Grund der vielen neuen Straßen und Straßenumbennungen eine Katastrophe. Ich kann einem sehr gut nicht zustimmen. Die Folgekosten nach dem Kauf sind zu hoch.

  • Am 7. August 2008 um 14:40 von Anna

    Blos nicht!!!!
    Dieser Navman hat uns schon Nerven gekostet.
    Am Großglockner in Sackgassen geschickt und in der Eifel über Trampelpfade. Ganz furchtbar.
    Lieber etwas mehr Geld ausgeben + sicher ankommen.
    "Wenn möglich, bitte wenden" :-)

  • Am 17. März 2009 um 18:25 von Jott B. Ka

    Navman F20 – sicher nicht noch einmal
    Erster Eindruck: gute Verarbeitung, einfaches Handling, alles Drin was man braucht.
    Zweiter Eindruck im täglichen Gebrauch: "Man kommt an", aber die Routenplanung erscheint oft etwas unsinnig / unausgereift / fehlerhaft.
    Beispielsweise führt das System beim Modus "kurze Entfernung" über unbefestigte Feld-, Wald- und Wiesenwege, die nicht einmal als Karrenwege taugen – auch wenn "unbefestigte Strassen" im Menu ausgeschlossen wurden. Das war eines Nachts besonders unangenehm, da wir in uns unbekannter Gegend mitten in einem Waldweg landeten – nichts ging mehr.
    Im Gegenzug wird beim Modus "schnelle Zeit" offenbar immer die nächste Autobahnauffahrt gesucht – auch wenn das nicht gerade immer sinnvoll ist.
    Und mit Mautstraßen scheint es ebenfalls Probleme zu geben: Beispielsweise wurde der Felberntauerntunnel offenbar zwar erkannt, da eine Abfrage nach Nutzung von Mautstrassen erfolgte, aber die Antwort (JA) wurde völlig ignoriert. Ergebnis: 508 km statt 328 km lt. Google-Maps, da der Weg partout nicht über den Felberntauerntunnel zu planen war, sondern das System ständig über die Tauern-Autobahn führen wollte. Also ausschalten und nach Karte fahren.
    Ich habe den Eindruck, dass es mehrere Softwarefehler gibt, so daß bestimmte Systemeinstellungen und Abfragen, z.B. nach unbefestigten Strassen, Fähren, Mautstrassen, etc. nicht sauber verarbeitet werden.

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