Sony scheint ein Fan von Touchscreens zu sein. Zuerst wurde die Cybershot DSC-N1 mit 8 Megapixeln mit einem Touchscreen ausgestattet, anschließend auch einige Camcorder, einschließlich der hochauflösenden Handycams HDR-SR1 und HDR-UX1. Es folgte die ultrakompakte Cybershot DSC-T50. Jetzt schließt sich der Kreis mit der Cybershot DSC-N2, die ebenfalls ein solches Display aufweist.

Design

Diese Kamera kann man nicht unbedingt als optisches Meisterwerk bezeichnen. Ein 76 Millimeter großer Touchscreen und ein Sensor mit 10 Megapixeln sorgen jedoch dafür, dass die kleine Kompaktkamera ein würdiger Nachfolger der N1 ist. Die Bedienung der Kamera erfolgt fast vollständig über den Touchscreen mit einem sensibel reagierenden und etwas unpraktischen Menüsystem. Hinzu kommt ein Display, das die Aufnahmen nicht besonders scharf und farbkräftig wiedergibt.

Der größte Nachteil der Kamera besteht darin, dass Touchscreens oft nicht so gut reagieren wie richtige Tasten. Häufig müssen die virtuellen Tasten mehrmals gedrückt werden, bevor sie reagieren. Im Gegensatz zur T50 verfügt die N2 über keinen integrierten Stift. Am besten lassen sich die Menüs der Kamera mit den Fingernägeln navigieren, denn darauf reagiert der Bildschirm besser als auf die weichen Fingerkuppen.

Die Menüs der Sony Cybershot DSC-N2 könnten auch noch etwas verbessert werden. Zum Beispiel bietet der erste aufgerufene Bildschirm sieben Auswahlmöglichkeiten: Aufnahmemodus, Blitzzuschaltung, Scharfstellung, Auflösung, Belichtungsausgleich, Zeitschalter Ein/Aus und Makro/Vergrößerungsglas Ein/Aus – sowie eine Menütaste. Über die Menütaste gelangt man zu einer zweiten Menüebene, in der weitere Einstellungen wie die ISO-Empfindlichkeit, der Weißabgleich, die Farbeinstellung, die Messung, die JPEG-Qualität vorgenommen werden können.

Die Kamera verfügt auch über eine Taste zum Aufruf eines Menüs, in dem weitere Einstellungen vorgenommen werden können. Dieser Aufbau bedeutet, dass bei einer Änderung der Empfindlichkeit jedes Mal zuerst die Hauptmenüseite aufgerufen werden muss. Wenn man die Speicherkarte formatieren beziehungsweise den Vorblitz zur Reduktion roter Augen ein- oder ausschalten möchte, ist es erforderlich, zuerst durch zwei Seiten zu navigieren.

Funktionsumfang

Abgesehen vom 76 Millimeter großen Touchscreen und dem Sensor mit 10 Megapixel wurden die Ausstattungsmerkmale der DSC-N2 eher schlicht gehalten. Man kann die Kamera nicht unbedingt als hässlich bezeichnen, sie ist jedoch um einiges klobiger und nicht so ergonomisch wie die übrigen Cybershot-Kameras der T-Serie von Sony. Die 25 Millimeter hohe und 184 Gramm schwere Kamera lässt sich am besten als unauffälliges, abgerundetes Rechteck aus Metall bezeichnen, bei dessen Entwicklung das Augenmerk sicherlich primär auf der Bedienerfreundlichkeit und nicht so sehr auf der Optik lag. Die Kamera liegt gut in der Hand, aber der winzige Zoom-Wippschalter und der an der Kante befestigte Programmschalter sorgen dafür, dass sich die Kamera nur unter Schwierigkeiten mit einer Hand bedienen lässt.

Die Kamera wurde mit einem konventionellen 38-bis-114-Millimeter-Objektiv (Kleinbildäquivalent) ausgestattet und verfügt über keine Bildstabilisierung oder anderen Hilfsmittel für Aufnahmen unter schlechten Lichtbedingungen beziehungsweise mit hoher Geschwindigkeit, abgesehen von der Empfindlichkeitsverstärkung mit ISO 1600. Die DSC-N2 hat zwar einige manuelle Einstellungen für die Scharfstellung, es muss jedoch zuerst eine bestimmte Brennweite wie 7 Meter oder 0,5 Meter im Menü ausgewählt werden. Das heißt, dass man zum Scharfstellen der Aufnahme nicht einfach auf der Taste bleiben kann.

Wie alle Schnappschusskameras von Sony verwendet die N2 das Memory-Stick-Duo-Kartenformat. Die Kamera bietet einen integrierten Speicher von 25 MByte, damit sind jedoch nur zirka 10 Aufnahmen mit 10 Megapixeln möglich.

Performance

Unter guten Lichtbedingungen beträgt die Verschlussverzögerung nur 0,3 Sekunden, unter schlechten Lichtbedingungen selbst bei Einsatz der Lampe zur Unterstützung der Fokussierung jedoch beachtliche 2,2 Sekunden.

In allen anderen Belangen ist die Leistung der Kamera durchaus zufriedenstellend. Nach einer Wartezeit von 1,4 Sekunden vom ersten Einschalten bis zur ersten Aufnahme sind Aufnahmen alle 1,8 Sekunden möglich. Selbst bei Zuschaltung des Blitzes erhöht sich diese Wartezeit nur um 0,2 Sekunden auf 2 Sekunden. Im Serienbildmodus können 1,1 Aufnahmen pro Sekunde gemacht werden, eine beachtliche Leistung für eine 10-Megapixel-Kamera.

Bildqualität

Bildverzerrungen bei der Komprimierung und Rauschen sind die größten Schwächen der DSC-N2. Die aggressive JPEG-Komprimierung der Kamera sorgt dafür, dass fast alle Bilder eine gesprenkelte, filzähnliche Struktur aufweisen, so dass die Einzelheiten der Bilder sehr weich und verzerrt dargestellt werden. Dieses Problem wird bei Aufnahmen mit über ISO 400 größer, denn aufgrund des starken Rauschens erscheinen bereits unscharfe Bilder wie ein Fernsehbildschirm.

Die Objektivverzeichnung ist sehr gering, es lassen sich jedoch deutliche Farbabbildungsfehler (farbige Ränder) entlang kontrastreicher Kanten feststellen. Die Farben der N2 sind relativ warm und wie bei den meisten anderen Kameras auch sorgt der automatische Weißabgleich für einen Gelbstich unter Kunstlicht.

Fazit

Bei der Sony Cybershot DSC-N2 handelt es sich um eine Kompaktkamera mit 10 Megapixel, die sehr gut reagiert und sich einfach in einer Tasche verstauen lässt. Leider wirken sich die Bildverzerrungen bei der Komprimierung nachteilig auf die Bildqualität aus, und auf Grund des Touchscreens lässt sich die Kamera nicht sehr einfach bedienen. Die etwas kleinere und konventioneller konzipierte Canon Digital Ixus 900 Ti bietet im direkten Vergleich sauberere Aufnahmen mit derselben Auflösung.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Schnelle 10-Megapixel-Digicam: Sony Cybershot DSC-N2

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *