Pay as you drive: Auto-Versicherer planen User-Tracking via GPS

Da es in Deutschland für unfallfreies Fahren höhere Rabatte gibt, basteln die Versicherer an neuen Marketingkonzepten – für ein junges und nicht ganz so zahlungskräftiges Klientel. Künftig könnte ein GPS-Navigationssystem jede Bewegung im Cockpit aufzeichnen.

Da es in Deutschland für unfallfreies Fahren höhere Rabatte gibt, basteln die Versicherer an neuen Marketingkonzepten – für ein junges und nicht ganz so zahlungskräftiges Klientel. Künftig könnte ein GPS-Navigationssystem jede Bewegung im Cockpit aufzeichnen.

Einige deutsche Versicherer überlegen, ihre Kfz-Klienten über ein satellitengestütztes Überwachungssystem (GPS) zu erfassen. Das Usertracking liefert in Echtzeit permanent Informationen über die genaue Position, die gefahrene Route und sogar über die aktuelle Geschwindigkeit. Die Versicherung weiß also jederzeit, wo das Auto steht und was der Fahrer treibt. Fernziel ist ein Satellitenortungssystem, aus dem sich kilometergenau die Kfz-Prämien errechnen lassen.

In Großbritannien hat „Pay as you drive“ – frei übersetzt: „Zahle, wie du fährst“ – beim Versicherer Norwich Union die Testphase bereits hinter sich. In der Schweiz bietet die DBV-Winterthur seit Oktober 2006 zunächst einmal ausgewählten Gewerbekunden mit „Auto-Profi“ eine satellitengesteuerte Kfz-Police an. Der Fokus liegt aber ausschließlich bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen und deren Fuhrparks.

Technisch gesehen gehört ein derartiges Usertracking im professionellen Güterverkehr längst zum Standard, etwa mit dem Ziel einer durchgängigen Chargenrückverfolgung. Eine effektive Flottensteuerung erfordert die permanente und direkte Kommunikation zwischen Fahrer und Zentrale. Denn der Disponent muss auf Veränderungen reagieren, wenn beispielsweise Verzögerungen auftreten, neue Aufträge hinzukommen oder sich die Beschaffenheit der Ladung verändert.

Deshalb stellen Telematiktools den Datenaustausch zwischen Disposition und Fahrern her. Nicht nur der Standort ist über GPS jederzeit transparent. Die Fahrer haben auch die Möglichkeit, den aktuellen Auftragsstatus sowie Informationen zur Fahrzeugdisposition und zur Fahrzeit an die Zentrale zu übermitteln. Mit „pay as you drive“ sollen derartige technische Szenarien jetzt vom professionellen Flottenmanagement auf den privaten Automobilisten übertragen werden.

Die Anbieter professioneller Telematiktools in Deutschland werben mit der Idee, dass es für unfallfreies Fahren eine um bis zu 30 Prozent niedrigere Prämie geben könnte. Doch die Tücke steckt im Detail. Sollte ein Versicherungsnehmer etwa über eine längere Zeit die erlaubte Höchstgeschwindigkeit überschreiten, so sammelt er Minuspunkte bei der jeweiligen Versicherung. Bei mehreren Überschreitungen fiele dann die Prämie wieder weg.

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