Regelmäßig bringt Leica Digitalkameras auf den Markt, die in ihren technischen Daten ziemlich genau mit einigen Panasonic-Modellen übereinstimmen. Dieses Jahr ist darunter die Leica V-LUX 1, die Panasonics Lumix DMC-FZ50 entspricht. Wenn man eine Kamera unter einer anderen Marke herausbringen möchte, ist die DMC-FZ50 sicher eine gute Wahl. Sie bringt ein leistungsfähiges Zoomobjektiv mit (optischer 12-fach-Zoom, 35 bis 420 Millimeter, f/2.8 bis f/3.7) sowie einen 10,1-Megapixel-CCD-Sensor. Außerdem verfügt sie über ein Gehäuse, das ebenso groß und schwer ist wie das einer Spiegelreflexkamera.

Einige Benutzer mögen von dieser Tatsache vielleicht abgeschreckt sein. Doch ambitioniertere Hobbyfotografen, denen Bildqualität vor Kompaktbauweise geht, werden zu schätzen wissen, was diese Kamera zu bieten hat. Wie üblich ist die Leica-Version deutlich teurer (etwa 730 Euro gegenüber etwa 512 Euro). Dafür ist Adobe Photoshop Elements 4.0 im Lieferumfang enthalten. Wer darauf und auf das klassische Leica-Logo mit dem roten Punkt sowie den zugehörigen Service und Support nicht so viel Wert legt, kann auch zur Panasonic-Version greifen.

Die Lumix DMC-FZ50 erscheint bei den Tests ein wenig schneller als die Leica. Sie hat aber eine etwas schlechtere JPEG-Komprimierung. Wer vor allem aufs Geld achtet, wird wissen, auf welches Modell seine Wahl fällt. Doch diese Entscheidung muss jeder letztlich selber treffen.

Design

Leicas V-LUX 1 ist ziemlich groß. Wenn man darüber hinwegsehen kann, wird man auf eine Reihe interessanter Attribute stoßen. Die Kamera verfügt zum Beispiel über ein dreh- und ausklappbares LC-Display. Das erleichtert Aufnahmen aus extremen Blickwinkeln. Leider misst das Display nur 51 Millimeter in der Diagonalen. Aber auch bei der Konkurrenz ist das mit ausklappbaren LCDs häufig der Fall. Über einen Zubehörschuh kann man außerdem ein separates Blitzgerät anschließen, falls einem der eingebaute ausklappbare Blitz nicht leistungsfähig oder flexibel genug ist.

Der elektronische Sucher (EVF) liefert ein eher grobkörniges Bild. Auch das entspricht im Vergleich durchaus dem Standard. Im Serienbildmodus wird der elektronische Sucher zwischen den Aufnahmen nicht deaktiviert, wie bei einigen anderen Kameras. Er zeigt stattdessen das zuletzt aufgenommene Bild. Das ist allerdings wenig nützlich, wenn man im Serienbildmodus den Bildausschnitt ändern oder dem Motiv folgen möchte. Damit werden Serienaufnahmen recht unberechenbar. Falls man noch nie mit einer solchen Kamera fotografiert hat, sollte man dies im Laden einmal ausprobieren, ehe man sich endgültig entscheidet.

Da die Kamera wie eine Spiegelreflexkamera gestaltet ist, dürfte es kaum überraschen, dass man sie am besten mit beiden Händen bedient. Das gilt besonders, da Leica die Bedienelemente für die Scharfeinstellung links vom Objektiv untergebracht hat. Wenn man zwischen den Autofokus-Modi umschalten, einen Fokuspunkt auswählen oder schnell in den manuellen Modus wechseln will, ist das durchaus praktisch. Alle übrigen Tasten haben an der rechten Seite der Kamera ihren Platz. Sie sind entweder mit dem Daumen oder dem Zeigefinger gut zu erreichen. Die Arretiertaste für den Fokus und die automatische Belichtung wäre etwas einfacher zu benutzen, wenn sie weiter rechts angebracht wäre. Doch auch sie befindet sich immerhin in Reichweite.

Zwei Einstellräder – eines an der Vorderseite des Griffs, das andere an der Rückseite – ermöglichen das Justieren von Blende und Belichtungszeit, wenn die entsprechenden Belichtungsmodi aktiv sind. Beim Fotografieren im manuellen Modus funktioniert das bequemer als bei Kameras, bei denen man gleichzeitig einen Knopf gedrückt halten muss, während man das Rad dreht. Neben einem Einstellring für den Zoom hat die Leica einen zweiten Ring am Objektivgehäuse zur manuellen Scharfstellung. Wenn man diesen Ring bewegt, öffnet sich in der Mitte des LCDs oder des Suchers ein vergrößerter Bereich des Motivs. So kann man einfacher erkennen, ob das Bild scharf ist. Bei halb gedrücktem Auslöser verschwindet dieser Ausschnitt wieder. Er erscheint erst gar nicht, wenn man den Auslöser drückt, ehe man den Ring bewegt. Trotzdem kann damit der Fokus verstellt werden. Man sollte also vorsichtig mit dieser Funktion umgehen.

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