Eigentlich beginnen Testberichte mit einer allgemeinen Produktbeschreibung. In diesem Fall jedoch, interessiert der Umstand, dass die Sony Handycam HDR-UX1 ein ganz netter Camcorder ist, erst in zweiter Linie.

Um was geht es dann? Zuerst sollten vielleicht die beiden Warnhinweise der englischsprachigen Support-Website von Sony zitiert werden:

1. „DVDs mit Videoinhalten im AVCHD-Format sind nicht mit handelsüblichen oder hochauflösenden DVD-Playern/Recordern kompatibel und sollten aus diesem Grund nicht mit diesen verwendet werden. Unter Umständen wird die Disc nicht aus dem Gerät ausgeworfen oder ihr gesamter Inhalt wird ohne vorherige Warnung gelöscht.“

2. „DVDs mit Videos im AVCHD-Format sollen nicht in Computer eingelegt werden, auf denen eine Packet-Writing-Software installiert ist. Unter Umständen wird die Disc nicht aus dem Gerät ausgeworfen oder ihr gesamter Inhalt wird ohne vorherige Warnung gelöscht.“

Entsprechend kann die Disc problemlos nur in einem der beiden aktuell auf dem Markt verfügbaren Blu-ray-Player oder in der Playstation 3 abgespielt werden. Mit dem Samsung DB P1000 ist es in dem zum Prüflabor umfunktionierten Heimkino nicht möglich, ein Menü auf der Test-Disc zu finden. Und wie nicht anders zu erwarten war, wird die Disc bei einem anderen HD-Player nicht ausgeworfen.

Damit der Computer die Discs erkennen kann, muss zuerst die Software Picture and Motion Browser von Sony mit zwei zugehörigen Programmen installiert werden. Das erste ist ein Dienstprogramm zur Medienüberprüfung. Es fängt Aufrufe an andere Camcorder oder Medien ab, die möglicherweise über M2TS-Dateien verfügen. Das zweite Programm ist ein UDF-Treiber von Sonic, der es dem System gestattet, die AVCHD-Disc-Dateistruktur richtig zu lesen. Darüber hinaus ist ein AVCHD-Player zum Betrachten der Videos erforderlich. Eine einfache Aktualisierung des Gerätetreibers und ein systemübergreifender Codec wären diesem anwendungslastigen Prozedere deutlich vorzuziehen.

Mit der Software können zwar Clips geschnitten werden, aber das war es dann schon. Wenn eine weitere AVCHD-Disc, zum Beispiel als Geschenk, erstellt werden soll, kann die Software dafür zwar eingesetzt werden. Aber der Beschenkte plant ja möglicherweise nicht, sich schnell mal eine PS3 zu kaufen. Auch Standard-DVDs können erstellt werden. Oder man konvertiert die Clips einfach in MPEG-2-Dateien mit einer handelsüblichen DV-Auflösung (720 mal 480). Doch auch dazu muss man die knifflige Software verwenden.

Man mag diese Probleme vielleicht nicht allzu ernst nehmen, das Leben bietet schließlich noch ganz andere Herausforderungen. Allerdings besteht durchaus ein großer Unterschied zwischen einem DVD-Player, mit dem die Lieblingsspielfilme nicht abgespielt werden können, und einem Camcorder, der sämtliche Urlaubsaufnahmen einfach löscht. Darüber hinaus sollte, wie bereits mehrmals erwähnt, der Schwerpunkt eines DVD-Camcorders auf seiner Bedienerfreundlichkeit liegen. Diesbezüglich erwies sich das AVCHD-Format jedoch als alles andere als praktisch.

Design

Nun aber zum Camcorder selbst. In mancher Hinsicht wurde die HDR-UX1 wie ein kleiner Panzer gebaut und wiegt auch fast so viel. Dafür liegt das beinahe 500 Gramm schwere Gerät ganz gut in der Hand. Das Mini-DVD-Laufwerk ragt über die Oberseite des Gerätes hinaus und bietet so eine gute Griffsicherheit.

Da die UX1 sehr großzügig konzipiert wurde, wirkt nichts gedrängt. Mit wenigen kleinen Ausnahmen lassen sich sämtliche Bedienelemente auch mit den richtigen Fingern bedienen. Aufnahmen mit einer Hand sind problemlos möglich. Die Fotoauslösetaste ist aber sehr nahe am Zoomschalter angebracht. Ebenso erweist sich die Bedienung des Ein-/Ausschalters (zum Umschalten zwischen Foto- und Camcordermodus) mit dem Zeigefinger als gewöhnungsbedürftig. Wie alle anderen Camcorder von Sony auch verfügt der UX1 über ein Menüsystem, das sich über einen Touchscreen navigieren lässt. Dieses Menüsystem muss man nicht unbedingt mögen. Es funktioniert jedoch aufgrund des großen LCDs der UX1 besser als bei den kleinen Displays günstigerer Modelle. Insgesamt ist das Gerät sehr bedienerfreundlich.

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