Lang hat es gedauert, aber nun ist sie endlich da: die Zukunft. Für Freaks und Techniker war schon lange klar, das Videoplayer in Brillenform anstehen. Die ersten Geräte dieser Art gab es schon vor über zehn Jahren – wir erinnern uns etwa an den Cyberhelm VFX 1. Inzwischen haben selbst Internetshops wie Pearl entsprechende Videobrillen ab 100 Euro im Programm.

Nun werden die Cyberbrillen zum Massenmarkt – mit dem Ipod Video als Türöffner. Eines dieser Geräte ist der Myvu Personal Media Viewer (PMV). Hat man ihn wie eine Brille auf die Nase gesetzt, erzeugt er die Illusion, man sähe ein Video auf einem großen Bildschirm – und hätte einen angemessenen Abstand zum Monitor.

Design und Ausstattung

Attraktives Design scheint nicht Bestandteil des Pflichtenhefts der Entwickler gewesen zu sein. Schließlich sieht man mit aufgesetzter Myvu-Brille aus wie Geordi La Forge aus Star Trek: Generationen. Treckies mag das vielleicht nicht stören. Den gemeinen Ipod-Käufer vermutlich aber schon.

Aber okay, Optik ist schließlich nicht alles. Für den Träger viel wichtiger ist der Komfort: Schließlich möchte man Filme ansehen. Und die dauern mitunter zwei Stunden oder länger. Myvus Brille wiegt fast 80 Gramm und ist somit ein gutes Stück schwerer als eine Sonnenbrille. Doch nicht das Gewicht stört auf dem Kopf. Die dicken, unförmigen Bügel drücken auf die Ohrmuschel – nach zehn bis fünfzehn Minuten ist der Schmerz schlimmer als der Spaß am Video. Allerdings ist das sicherlich abhängig von Kopf und Ohr – man sollte einfach ausprobieren, ob man mit der Brille klar kommt oder nicht. Dafür ist der Nasenbügel fast schon kuschelig. Drei verschiedene Ausführungen liegen bei, für jede Nasenform die passende.

Zwei Ohrstöpsel baumeln an den Armen der Videobrille – gehalten von ihren Kabeln. Drei Sets mit unterschiedlichen Aufsätzen für den Gehörgang sind dabei, damit die Stöpsel schmerzfrei in den Ohren sitzen.

Am Ende des linken Arms schlängelt sich das Kabel für die Verbindung zum Ipod aus dem Gerät. Es ist einen guten Meter lang und wird von einer Kabelfernbedienung unterbrochen. Sie hat einen Clip zur Befestigung und verfügt über Einstellungsmöglichkeiten für Lautstärke, Abspieloptionen sowie Displayhelligkeit. Am Ende des Kabels ist ein 30-poliger Stecker angebracht. Hier kommt die andere Hälfte des Myvu hin: Ein Ipod-Dock mit integriertem Akku. Sie ermöglicht bis zu acht Stunden Videogenuss, alternativ bringt sie die Energie für 20 Stunden Musik auf.

Der Myvu Personal Media Viewer ist also ein Paket aus praktischem Zubehör für den Ipod. Neben Brille, Akku und Kabelfernbedienung erhalten die Käufer noch eine Schutzhülle für Ipod und Akkupack sowie zwei Ladegeräte: Eins für die Steckdose und eins fürs Auto.

Leistung

Die Hauptfunktion der Myvu-Brille – Videos schauen – ist allerdings nicht ganz so optimal. Das geht bereits mit dem schmalen Gehäuse los: Nichts schränkt die Sicht über und unter dem Display ein. Man blickt also auch in die Umgebung, und das nervt. Ohnehin möchte man so eine Videobrille nicht unbedingt in der Öffentlichkeit aufsetzen (wofür man sie ja hat, zu Hause steht ohnehin ein Fernseher): Es wirkt einfach etwas lächerlich, wenn erwachsene Menschen Gimmicks im Star-Trek-Look tragen.

Die Bildqualität ist okay, wenn auch nicht perfekt. Gestochen scharfe Bilder sehen anders aus. Videos wirken etwas ausgewaschen. Außerdem fallen vertikale Linien im Bild auf. Manchmal wirkten die Bilder auch körnig.

Ist der Myvu Personal Media Viewer sein Geld wert? Nicht wirklich – unserer Meinung nach. Solange das Design nicht stylisch, sondern klobig wirkt, die Bildqualität nicht überzeugt und deutlich über 200 Euro fällig sind, ist die Brille nicht die beste Alternative. Vor allem nicht für den Massenmarkt.

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