Was für Ärzte gilt, sollte eigentlich auch für die Hersteller von elektronischen Geräten gelten: vor allem dürfen sie keinen Schaden anrichten. Canon hält sich normalerweise recht gut an diese Maxime. An erfolgreichen Produkten werden in der Regel nur kleinere Änderungen vorgenommen. Umfangreichere Neuerungen bleiben denjenigen Modellen vorbehalten, die das auch wirklich benötigen.

Der Wechsel des Sensors zählt bei Digitalkameras gewöhnlich nicht zu den revolutionären Ereignissen. Die Vorgängerin der EOS 400D, die EOS 350D, ist dafür bekannt, exzellente Bilder mit geringem Rauschen bei einer mehr als ausreichenden Auflösung von 8 Megapixeln zu liefern. Deshalb ist Canons Ersatz des bisherigen Sensors durch ein Modell mit höherer Auflösung, womöglich aber geringerer Empfindlichkeit, auch etwas riskant.

Vielleicht hat das Konkurrenzmodell Nikon D80 neue Maßstäbe gesetzt? Vielleicht hält Canon einfach die Zeit reif für diese Neuerung? Auf jeden Fall ist das Ergebnis eher durchwachsen.

Design

Das Beibehalten ähnlicher Abmessungen des Sensors erlaubt Canon, auch für die EOS 400D dasselbe relativ kompakte Design zu verwenden. Die Kamera wiegt lediglich 25 Gramm mehr als die 485 Gramm ihrer Vorgängerin. Zusammen mit dem kleinen und außergewöhnlich leichten, mitgelieferten Objektiv liegt die Kamera gut in der Hand. Durch das deutlich längere und schwerere 16-bis-35-Millimeter-Objektiv (25,6 bis 56 Millimeter Kleinbildäquivalent) ergänzt oder mit dem Blitzgerät Speedlite 580EX ausgestattet, wirkt die 400D allerdings ungünstig balanciert.

Der Großteil des Designs ist gegenüber der 350D unverändert geblieben, etwa das schwarze beziehungsweise silbermetallicfarbene Kunststoffgehäuse. Es gibt jedoch einige wichtigere Änderungen. Um die Ergonomie beim Fotografieren zu verbessern, verfügt die 400D jetzt über eine Daumenstütze, deren Fehlen bei der 350D noch bemängelt worden war.

Der LCD-Bildschirm ist von 46 Millimeter (1,8 Zoll) auf 64 Millimeter (2,5 Zoll) gewachsen. Dadurch bleibt leider für das Status-Info-LCD kein Platz mehr übrig. Andererseits ermöglicht die Verwendung des Haupt-LCD eine außergewöhnlich deutliche und verständliche Überwachung der Einstellungen. Allerdings lenkt der papierweiße Hintergrund eher ab. Der automatische Sensor, der das Display deaktiviert, sobald man den Sucher ans Auge führt, irritiert sogar noch mehr. Man kann das Display ganz deaktivieren. Doch einige Informationen, die normalerweise auf einem Status-LCD angezeigt werden, finden sich im Sucher nicht. Dazu gehören zum Beispiel die ISO-Empfindlichkeit, der Weißabgleich, der Akkuladezustand und weitere nützliche Einstellungen.

Einziger Kritikpunkt bei den Bedienelementen ist der überdimensionierte Einschalter. Er kann leicht versehentlich betätigt werden, wenn man die 400D in einer Kameratasche verstaut. Ansonsten entspricht die Anordnung der Tasten und Knöpfe im Wesentlichen derjenigen der 350D. Im Prinzip hat sich da bei Canons digitalen Spiegelreflexkameras seit den Anfängen kaum etwas geändert. Eine solche Konsistenz ist durchaus zu begrüßen. Die 400D kann außerdem mit demselben Zubehör verwendet werden wie die 350D.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Entbehrliches Nachfolgemodell: Canon EOS 400D

  • Am 18. Juni 2008 um 22:13 von Heinz

    Schlechte Gegenlichtaufnahmen???
    Mit der Canon 400d kann man durchaus gute Gegenlichtaufnahmen machen,wenn man nicht im Automatikmodus herumspielt,sondern den Begriff von Blende und Zeit verstanden hat…….

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