Es ist kein Geheimnis, dass Fujifilm sich bei der Gestaltung seiner digitalen Spiegelreflexkameras an den Gehäusen von Nikon orientiert. Das neueste Modell namens Fujifilm Finepix S5 Pro könnte jedoch glatt als vollständige Kopie der Nikon D200 durchgehen – zumindest äußerlich.

Im Inneren hat Fujifilm statt der Nikon-Technik seine eigene elektronische Bildverarbeitung installiert. Ihr technischer Hauptbestandteil ist der Super-CCD-SR-Pro-Bildsensor des Unternehmens. Er hat für jedes Pixel zwei mitenander verknüpfte Photozellen. Damit erreicht er einen größeren Dynamikumfang, als es mit einem gewöhnlichen Sensor möglich wäre. Fujifilm bietet ferner ein 11-Punkt-Autofokussystem (gegenüber 5 in der S3 Pro). Ein 64-Millimeter-LCD und ein gewieftes Gesichtserkennungssystem für den Wiedergabemodus runden das Bild ab. Beim Überprüfen der Aufnahmeschärfe von Gesichtern kann das System durchaus hilfreich sein.

Die S5 Pro ist teurer als die D200, aber trotzdem der Nikon-Kamera auf einigen Gebieten klar unterlegen. Es gilt also zu bedenken, ob der leicht erweiterte Dynamikumfang und die zusätzlichen Funktionen der S5 Pro für den eigenen Arbeitsstil unerlässlich sind. Nur dann lohnt sich die Ausgabe.

Design

Entfernt man die Fujifilm-Logos und die Taste für die Gesichtserkennung auf der Rückseite der Kamera, dann sieht sie exakt so aus wie die D200 von Nikon. Das ist durchaus von Vorteil. Denn die D200 zeichnet sich durch ein gut durchdachtes Gehäusedesign aus.

Der wohlgeformte Griff ist mit strukturiertem Gummi überzogen. An der Rückseite weist er einen anatomisch geformten Wulst auf, der dem Daumen einen festen und bequemen Halt gibt. Außerdem sorgt dieser Wulst dafür, dass man die Kamera immer gut im Griff hat. Das gilt zum Beispiel auch dann, wenn man große Objektive verwendet.

Wer sich nicht mit den Bedienelementen von Nikon auskennt, sucht vielleicht vergeblich nach einem Auswahlrad für die Aufnahmeeinstellungen. Stattdessen hält man hier die Taste für die Modi gedrückt und dreht am Auswahlrad auf der Rückseite. Auf diese Weise kann man den Aufnahmemodus wechseln.

Die meisten der üblichen Aufnahmeeinstellungen, können über die Tasten und Auswahlräder am Kameragehäuse justiert werden. Dazu gehören unter anderen Weißabgleich, Lichtempfindlichkeit, Belichtungsmesser und Autofokus. Einmal mit dem Aufbau der Kamera vertraut, braucht man während des Fotografierens die Menüs nicht mehr oft zu verwenden. Man sollte jedoch davon ausgehen, dass man zum Ändern der Einstellungen beide Hände benötigt. Häufig muss man eine Taste mit der linken Hand drücken, während man mit der rechten am Auswahlrad dreht.

Ein weiterer Vorteil der Nikon-Emulation besteht darin, dass die S5 Pro das F-Mount-Bajonett von Nikon verwendet. So kann man auch einige Zubehörteile von Nikon gebrauchen. Nach Angaben von Fujifilm ist die Kamera mit den meisten CPU-Objektiven von Nikon kompatibel, abgesehen von den IX-Nikkor-Objektiven und einigen weiteren im Handbuch aufgeführten Ausnahmen. Auch die Blitzgeräte SB-800 und SB-600-i-TTL von Nikon funktionieren mit der S5 Pro. Das klappt auch im Fernbedienungsmodus. Ebenso mit dem SB-R200. Die S5 hat ein Fernbedienungs- und ein Synchro-Terminal.

Allerdings kann man den Akku der Nikon 200D nicht in der S5 Pro einsetzen. Die Akkus von Nikon enthalten einen Computerchip, der das verhindert. Das MB-D200-Akkupaket von Nikon mit vertikalem Griff kann aber an der S5 Pro verwendet werden. Fujifilm übernimmt jedoch keine Garantie dafür, dass es ordnungsgemäß funktioniert, wenn man AA-Batterien einlegt. Man ist also besser beraten, wenn man in Verbindung mit dem Griff bei den Spezialakkus bleibt.

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