Sonys 12-Megapixel-Kamera Cybershot DSC-W200 veranschaulicht deutlich, was passiert, wenn ein hersteller in möglichst hohe Sensorauflösungen vernarrt ist. Sie ist positioniert als Ergänzung am oberen Ende der ansonsten ganz vernünftigen W-Serie. Diese Produktreihe bietet keine reinen Schnäppchenkameras. Die Modelle lassen sich eher als vernünftig kalkulierte Kompaktkameras für Amateurfotografen bezeichnen. Die DSC-W200 hat mit den mittleren Modellen wie der W80 und der W90 das attraktive, kompakte Design gemeinsam. Sony bietet hier aber keine schwarze Variante an.

Design

Man kann nicht viel gegen das Design dieser 140 Gramm schweren Kamera sagen. Es gibt keine spezielle Daumenablage. Das stellt aber kein Problem dar. Das leicht gezahnte Wählrad erfüllt diese Funktion zusätzlich. Die Knöpfe sind recht klein, aber handhabbar.

Das 64 Millimeter (2,5 Zoll) große LCD enttäuscht ein wenig. Es ist das gleiche, einfache 115.000-Pixel-Modell, das man auch bei halb so teuren Kameras vorfindet. Leider bietet es nur schlechte Blickwinkel. Bei hellem Licht ist es fast unmöglich, etwas zu erkennen. Die hohe Helligkeitseinstellung unterscheidet sich kaum von der Standardeinstellung. Die Kamera hat jedoch einen überraschend großen, wenn auch etwas verzerrten optischen Sucher als Ergänzung zum LCD. Auch das mäßige 3-fach-Zoomobjektiv (f/2,8-5,5, 35-105 Millimeter Kleinbildäquivalent) verbessert den Gesamteindruck nicht gerade.

Funktionsumfang

Der Funktionsumfang der W200 entspricht dem, was man von einer hochpreisigen Schnappschusskamera erwarten kann. Sie ist mit Sonys optischer Bildstabilisierung Super-Steadyshot, einem 9-Punkt-Autofokus und einer Gesichtserkennung ausgestattet. Hier hat Sony einige merkwürdige Entscheidungen getroffen. Man kann zum Beispiel die Gesichtserkennung nur im Vollautomatik-Modus aktivieren. Nicht einmal im Programm-Modus steht sie zur Verfügung.

Weiter bietet die W200 einen manuellen Aufnahmemodus. Der ist allerdings ziemlich eingeschränkt. Man kann je nach Zoom nur zwischen zwei oder drei Blendeneinstellungen wählen. Immerhin lässt sich das überhaupt manuell regeln. Eine Blendenautomatik ist jedoch nicht verfügbar.

Wie bei anderen Sony-Modellen auch arbeitet die Gesichtserkennung der W200 ziemlich gut. Sie identifiziert mehrere Gesichter in einer Szene, solange beide Augen sichtbar sind. Tendenziell arbeitet sie jedoch uneinheitlich. Bei einer Szene mit drei Köpfen wählt sie in der Regel ein Gesicht aus. Manchmal sind es aber auch alle drei Gesichter, gelegentlich zwei, und einige Male gar keins. All das unter identischen Aufnahmebedingungen.

Performance

Die W200 nimmt recht fix Bilder auf. Vom Einschalten bis zur ersten Aufnahme verstreichen flotte 1,6 Sekunden. Bei starkem Kontrast schießt die Kamera ihre Fotos innerhalb einer vernünftigen halben Sekunde. Bei Dämmerlicht dauert es leidliche 1,3 Sekunden.

Leider beträgt die Zeit zwischen zwei Aufnahmen träge 2,2 Sekunden. Wenn man den Blitz aktiviert, verdoppelt sich die Zeitspanne sogar auf ziemlich schlechte 4,4 Sekunden. Mit ihren zwei Bildern pro Sekunde bei Serienbildaufnahmen kann sie wiederum mit der Konkurrenz durchaus mithalten.

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