Der Iriver B20 ist ein flashbasierter MP3- und Videoplayer mit sehr ordentlicher Ausstattung. Das unbestrittene Highlight: sein integrierter DMB-Receiver. DMB steht für Digital Media Broadcasting und ist die Video-Erweiterung des DAB-Standards für digitales Radio.

Die DMB-Sendedichte in Deutschland ist derzeit noch schwach. In München gibt es einen Sender der bayerischen Medienanstalt, der insgesamt 12 TV- und 19 Radiokanäle ausstrahlt. Darunter finden sich ARD, ZDF, der Bayerischen Rundfunk, N24 sowie MTV.

Für den TV-Empfang lässt sich eine kleine Antenne ausklappen und ausziehen. Auf sie sollte man gut aufpassen – sie wirkt etwas fummelig und ragt gefährlich weit über das Display hinaus. Immerhin, die Halterung hinterlässt einen stabilen und massiven Eindruck.

Ist ein DMB-Signal verfügbar, werden die Augen schnell groß: Das Fernsehbild erinnert nicht im geringsten an das analoge Rauschen von mobilen TV-Empfängern aus vergangenen Tagen. Ganz im Gegenteil, das Bild ist gestochen scharf und macht, zumindest auf dem kleinen Display des B20, einen hervorragenden Eindruck. Bei höchster Display-Helligkeit geht dem B20 auch erst nach 3,5 Stunden der Saft aus.

Apropos Display: Es misst 2,4 Zoll in der Diagonale und präsentiert 262.000 Farben in QVGA-Auflösung. Das entspricht 320 mal 240 Bildpunkten. Fotos und Videos wirken gestochen scharf, die kräftigen Farben beeindrucken.

Die Kunststoffscheibe über dem Display spiegelt gerne in hellen Umgebungen. Gegen diesen Effekt lässt sich die Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung im Menü allerdings dreistufig regulieren: Auf der höchsten Einstellung hat die Sonne kaum noch eine Chance, den Blick aufs Bild zu stören.

Auf der Rückseite befindet sich ein Lautsprecher für den Mehr-Personen-Einsatz, er ist jedoch ziemlich leise. Die Verarbeitung des gut 16 Millimeter hohen Gehäuses macht einen guten Eindruck. Allerdings zieht der weiße Kunststoff Schmutz geradezu an – gut, dass es den B20 auch in schwarz gibt.

Wie auch beim Iriver Clix 2 hört man über den B20 häufig: „Kann man den aufklappen?“ oder „Das Display wirkt klapprig“. Doch nur solange, bis die Person sich mit der Menüstruktur befasst hat. Die komplette Oberfläche des Gerätes dient, inklusive Display, als Vier-Wege-Schalter. Per Drücken nach oben und unten blättert man durch Menüs und Playlisten, ein Druck nach rechts wählt aus, ein Klick auf der linken Seite bringt den Benutzer zurück.

Diese Steuerung wirkt auf den ersten Blick befremdlich. Doch bereits nach wenigen Sekunden kann jeder das Gerät vollkommen intuitiv bedienen. Grandios! Darüber hinaus gibt es auf der rechten Seite einen Taster zum An- und Abschalten des Gerätes. Unten sitzt ein Schiebeschalter für die Tastensperre, auf der linken Seite befinden sich zwei Tasten zur Lautstärkeregulierung.

Im Hauptmenü finden sich neben dem DMB-Eintrag Radio, Musik-Player, Video-Player, Fotowiedergabe, Extras und Einstellungen. Das Radio tut, was es soll – es funktioniert. Viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Der MP3-Player gibt ebenfalls keinerlei Anlass zu Kritik. Man kann die Songs nach verschiedenen Kriterien sortieren, Playlisten anlegen und auch Podcasts abonnieren. Auch hier ist die Bedienung optimal. Neben MP3-Dateien spielt der Player auch Dateien in den Formaten AAC, ASF, Ogg Vorbis sowie WMA ab. Der Sound klingt gut und ist, wenn es sein muss, auch richtig schön laut. Leider lässt sich aus den mitgelieferten Ohrhöhrern nur wenig Bass quetschen.

Ebenso problemlos verhält sich der Videoplayer. Er zeigt Clips in den Formaten ASF, DivX 3.11, 4.0 sowie 5.x, H.264 und MPEG4 an. Die mitgelieferte Software, Iriver Plus 3, rechnet größere Videodateien ins kompakte Format um. Mit einigen Videos aus dem Netz hat der Player jedoch Probleme – Bild und Ton blieben stehen. Das bleibt jedoch die Ausnahme.

Die Dateiübertragung per USB 2.0 erfolgt schnell. Wirklich praktisch ist der Mini-SD-Kartenslot über dem Ein-Aus-Taster auf der rechten Seite. Sollten die eingebauten 2 GByte Flashspeicher nicht mehr ausreichen, lässt sich die Kapazität so günstig vergrößern.

Die CNET.de-Redaktion hat übrigens ein Vorabmodell des Iriver B20 unter die Lupe genommen. Zum Serienmodell können sich noch kleinere Software-Änderungen ergeben, die Hardware wird identisch sein.

Fazit

Der B20 ist ein vollausgestatteter Allrounder ohne große Mängel. Die Bedienung läuft grandios, und überall findet sich ein kleines Ausstattungs-Plus – vom Wecker über einen E-Book-Reader bis hin zu kleinen Flash-Spielen. Wer in Reichweite eines DMB-Senders wohnt, kommt auch in TV-Genuss. Knapp 250 Euro – die ersten Preisvergleichsdienste listen den B20 schon für 220 Euro – sind zwar viel Geld, doch dafür bekommt man viele Funktionen in einem 75 Gramm leichten, mobilen Player.

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