Unter 400 Euro: Digicams für den Urlaub im Preisvergleich

Technische Daten können ganz schön in die Irre führen. Eine Auswahl an aktuellen Kompaktkameras demonstriert, dass weniger oft mehr ist – wenn Hersteller zu sehr versuchen, ihre Kunden durch ein einzelnes Highlight zu beeindrucken.

Für 400 Euro versprechen einem die Digitalkamera-Hersteller das Blaue vom Himmel. Obwohl schönes Wetter im Urlaub natürlich wünschenswert ist, sollte man auf mögliche Nachteile toller Pixel-Versprechungen achten: Kann eine 400-Euro-Cam mit 10 Megapixeln Auflösung 400 Euro kosten, wenn gleichzeitig hervorragende Spiegelreflexkameras für weit über 1000 Euro teils mit 6 Megapixeln auskommen? Auch wenn sich der Preis von DSLRs zum Teil durch die aufwändige Mechanik rechtfertigt, bietet sich vor dem Kauf der hochauflösenden Knipskisten ein Blick in Testberichte wie die von CNET an.

Aus den jüngsten Tests wurden die der Olympus µ 1000 und der Sony Cybershot DSC-N2 ausgewählt. Beide kommen mit 10-Megapixel-Sensoren. Zum Vergleich wurde die etwas billigere Canon Digital Ixus 70 daneben gestellt.

Solide Basis

Mit einem Gewicht von 125 bis 150 Gramm eignen sich alle drei Modelle natürlich glänzend für die Freizeit. Alle drei kommen mit optischem Dreifach-Zoom, wobei Canon und Olympus die Brennweite mit 35 bis 105 Millimetern etwas weitwinkliger ansetzen als Sony mit 38 bis 114 Millimetern (jeweils Kleinbildäquivalent). Das Speicherkartenformat variiert abhängig vom Hersteller: Canons Kamera bietet Platz für SD-, SDHC- und MMC-Flashmedien, während Sony auf den hauseigenen Memory Stick und Olympus auf seine xD-Cards setzt. Ein vergleichender Blick auf die Medienpreise lohnt sich.

Die Digicams von Olympus und Sony verfügen zudem über eingebauten Speicher (25 beziehungsweise 28,5 MByte). Canon legt stattdessen eine unterdimensionierte 32-MByte-SD-Card bei.

Alle drei Kauf-Kandidaten können natürlich mit einem Blitz aufwarten, auch wenn die Leistung solcher Miniblitze grundsätzlich unterirdisch ist: Keinem Käufer wäre die Sinnlosigkeit dieses Elements zu vermitteln. Einen klassischen Sucher hat nur noch die Canon. Alternativ dazu kann respektive muss man auf das LC-Display zugreifen, das bei Canon und Olympus 2,5 Zoll, bei Sony 3 Zoll in der Diagonale misst. Allerdings dient das Display bei Sony gleichzeitig als Bedienoberfläche – es handelt sich um einen cleveren Touchscreen!

Nichts zu verschenken

Im Testbericht zur Olympus µ 1000 erweist sich der 10-Megapixel-Sensor jedoch als keine so gute Idee. Nicht nur, dass die Bilder arg viel Platz auf dem Speichermedium einnehmen, den man hinterher nur für wirklich großformatige Ausdrucke braucht, ab einer Empfindlichkeit von ISO 200 stellt sich bereits massives Rauschen samt violetten Farbsäumen ein. Immerhin – wer bei sehr guten Lichtverhältnissen knipst, also an einem sonnigen Strand beispielsweise, bekommt mit der 320-Euro-Kamera sehr detailreiche, postertaugliche Bilder.

Rauschen tritt allerdings auch bei der Ixus 70 von Canon auf, obwohl ihr Sensor nicht mit so vielen Bildpunkten rechnen muss wie der der anderen beiden Kameras. Ab ISO 400 treten hier blaue Ränder auf, die sich mit zunehmender Empfindlichkeit verstärken. Dennoch stuft der Tester die Bildqualität der Kamera als für ihre Preisklasse überdurchschnittlich ein. (Übrigens gibt es auch eine Canon Ixus mit 10 Megapixeln – die kostet aber rund 500 Euro.)

Ohne Makel kann auch die Sony DSC-N2 den Test nicht bestehen. Es hat eben kein Hersteller etwas zu verschenken, und in jeder Preisklasse (außer vielleicht der höchsten) werden Kompromisse eingegangen. Auch die Sony-Kamera kämpft mit dem Rauschen schon bei niedriger Empfindlichkeit. Zum Ausgleich nimmt sie Bilder in besonders schneller Folge auf.

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