Die Olympus Stylus µ 780 ist eine recht unauffällige digitale Kompaktkamera mit einigen netten Details. Dadurch kann sich die Kamera etwas von der anonymen Masse abheben. Die mechanische Bildstabilisierung und der 5-fache optische Zoom sind recht interessant. Laut Olympus ist die µ 780 außerdem wetterfest und kann den Elementen trotzen. Im Internet wird das Modell für etwa 270 Euro angeboten.

Design

Abgesehen vom elegant gewölbten Gehäuse ist das Äußere der µ 780 eher altmodisch. Das standardmäßige runde Click-Pad wurde durch ein riesiges rechteckiges Bedienpad ersetzt. Ein Paar Steuertasten befindet sich jeweils darüber und darunter. Die Tastensymbole leuchten in einem neongrünen Farbton. Bei Aufnahmen im Dunkeln ist das durchaus praktisch. Die großen Tastenflächen glänzen auffällig. Sie sind deshalb auch ziemlich anfällig für Fingerabdrücke. Selbst die Gummiabdeckung des USB-Anschlusses ziert ein funkelndes Metallelement.

Das Auswahlrad für die Aufnahmemodi erscheint im Vergleich zu den anderen Bedienelementen winzig. Es lässt sich nur mit Mühe bewegen. Seltsamerweise kann man das Rad nicht vollständig drehen. Man muss es deshalb erst zurückdrehen, um etwa vom Lieblingsaufnahmemodus in den Videomodus zu wechseln. Und das, obwohl sie nebeneinander liegen. Das Einstellrad bietet außerdem Zugriff auf den Wiedergabemodus. Der kann allerdings auch über eine explizite Taste aufgerufen werden.

Leider hat sich Olympus entschieden, einem lästigen Trend zu folgen: Die Taste für die digitale Bildstabilisierung ist auf der Oberseite angebracht. Um das Ganze noch schlimmer zu machen, wurde sie an der falschen Seite des Auslösers platziert. Diese Taste aktiviert die maximale ISO-Einstellung. Das ist jedoch nicht unproblematisch, da die µ 780, wie die meisten Kompaktkameras, bei schlechten Lichtverhältnissen Bildrauschen produziert.

Die Kamera ist gemäß IEC-Standard-Publikation 529 IPX4 wetterfest. Spritzwasser aus allen Richtungen kann ihr also nichts anhaben. Das ist jedoch nicht gerade ein überwältigendes Leistungsmerkmal.

Funktionsumfang

Die µ 780 bringt einen 7,1-Megapixel-Sensor und ein 64 Millimeter (2,5 Zoll) großes LCD mit. Das entspricht dem aktuellen Standard bei Kompaktkameras. Interessanter ist da schon der 5-fache optische Zoom mit einer Brennweite entsprechend 36 bis 180 Millimeter bei einer 35-Millimeter-Kleinbildkamera. Der Zoom funktioniert recht zuverlässig. Er ist aber nicht besonders schnell.

Auch der dürftige interne Speicher gibt Grund zur Beanstandung. Außerdem unterstützt das Modell nur XD-Speicherkarten. XD-Karten kommen nur in Kameras von Fuji und Olympus zum Einsatz. Als halbproprietäre Technologie sind sie nicht gerade das günstigste und flexibelste Speicherformat auf dem Markt. Fuji hat seinen Fehler offensichtlich erkannt und unterstützt mit der kompakten F40fd nun auch endlich das gängigere SD-Format.

Der Lieblingsaufnahmemodus ist eine interessante, aber leider unausgereifte Idee. Es wäre viel praktischer, wenn man seine favorisierten Optionen auf einen Knopfdruck aufrufen könnte. Bedauerlicherweise muss man sich erst durch die Menüs quälen. Es gibt auch keine Option im Wiedergabemenü, um sämtliche Bilder simultan zu löschen. Wenn man beispielsweise seine Bilder auf einem anderen Medium gesichert hat, könnte man so den Speicher einfach und schnell leeren.

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