Die Verwendung von Flash-Speicherkarten als Aufnahmemedium in Camcordern bietet einen entscheidenden Vorteil: Sie ermöglicht eine sehr kompakte Bauweise.

Der HDC-SD1 nimmt hochauflösende AVCHD-Videos mit 1440 mal 1080 Pixeln auf SD-Karten auf. Sein 500 Gramm schweres Gehäuse ist deutlich kleiner als bei Camcordern, die andere Speicherformate nutzen. Aber die röhrenartige Form ist immer noch etwas zu wuchtig, um wirklich kompakt zu sein.

Design

Es wird dennoch kein Platz verschwendet. Der SD1 bietet ein 12-fach-Zoomobjektiv, ein 76 Millimeter großes 16:9-LCD, ein 5.1-Kanal-Surround-Mikrofon und drei 6 Millimeter große 560.000-Pixel-CCDs.

Ironischerweise rührt eine der größten Designschwächen des SD1 daher, dass eben kein großes DVD-Laufwerk, keine Festplatte und kein Kassettenschacht vorhanden sind. Diese findet man häufig bei anderen Modellen. Und gerade deren zusätzliches Volumen sorgt für guten Halt. Der SD1 ist ein wenig zu gedrungen, als dass man ihn bequem mit dem Zeigefinger auf der Zoomtaste festhalten könnte.

Außerdem liegt der Joystick für die Menü-Navigation und den Zugang zu den Aufnahmeeinstellungen (unter anderem Weißabgleich, Belichtungszeit, Blende) zu weit rechts. Dadurch lässt er sich nicht besonders komfortabel mit dem Daumen steuern, während man das schmale Gehäuse hält. Man muss den Camcorder also mit zwei Händen bedienen: eine zum Aufnehmen und eine zum Stabilisieren. Doch selbst dann kommt es mehr als üblich zu Verwacklungen, wenn man die manuellen Einstellungen ändert. Denn meistens erfordert der Joystick mehrere Anläufe, um eine Änderung durchzuführen.

Die Navigation per Joystick ist letztlich ganz gut. Aber andere Aspekte der Bedienung können schlicht frustrierend sein. Die manuelle Scharfstellung zum Beispiel ist unbrauchbar. Sie liefert keine Entfernungsangaben. Sie zeigt lediglich eine gezoomte Ansicht (Focus Assist). Man muss aber einfach zu viel herumprobieren, bis man das Bild scharf gestellt hat. Manchmal lässt sich der Camcorder überhaupt nicht scharf stellen, vermutlich, wenn das Motiv zu nah ist. Es ist aber nicht zu erkennen, ab wann die Joysticksteuerung keine Wirkung mehr zeigt.

Funktionsumfang

Auch die Funktionen des Gerätes sind nicht sonderlich praktisch konzipiert. Der SD1 bietet zwar ein wirklich breites Spektrum an Optionen. Doch gelegentlich mangelt es an deren praktischer Umsetzung.

So kann man zum Beispiel die Belichtungszeit nicht manuell unter 1/60 Sekunde einstellen. Die Blendeneinstellungen dürften manche Anwender verwirren. Panasonic kombiniert sie mit denen für die Bildverstärkung. Ab f/2,8 und niedriger gibt der SD1 die Werte in Dezibel an. Von 0 dB bis 18 dB sind sie in 3-dB-Schritten regelbar. Bei 0 dB zeigt er „offen“ an. Dann wird die Blendenzahl in verschiedenen Schritten bis zu f/16 verkleinert. Über f/16 hinaus erscheint die Anzeige „geschlossen“.

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