Bei der Cybershot DSC-G1 kann man sich nicht so leicht festlegen. Ist sie für rund 500 Euro überteuert? Ist sie eine überdimensionierte 6-Megapixel-Kamera, mit einem optisch stabilisierten 3-fach-Zoom-Objektiv (38 bis 114 Millimeter; f/3,5 bis f/4,3)? Ist sie schlicht ein portables Fotoalbum mit einem großen 89-Millimeter-Display (3,5 Zoll), aber nur 2 GByte Speicherkapazität und enttäuschenden WLAN-Fähigkeiten?

Oder handelt es sich um einen schlecht ausgestatteten Media-Player, der zu wenig Speicher und bloß elementare MP3- und Video-Wiedergabe bietet? Ist das Ganze vielleicht nur eine verwirrende Mischung von Lösungen auf der Suche nach einem Problem?

Design

Der geräumige LCD-Bildschirm zwingt der DSC-G1 eine entsprechende Gehäusegröße auf. Wer sich für diese Kamera interessiert, will sich wohl am ehesten auf dem exzellenten 89-Millimeter-Display Diashows ansehen und dabei seine Lieblings-MP3-Tracks hören. Aber das ist natürlich etwas anderes, als tatsächlich Fotos zu schießen.

Mit 235 Gramm und Abmessungen von 94 mal 72 mal 25 Millimetern im geschlossenen Zustand ist die DSC-G1 nicht übermäßig kompakt. Sie passt jedoch bequem in die Jackentasche. Öffnen des Objektivschiebers und anschließendes Auseinanderziehen bringt das Objektiv zum Vorschein. Sofort kann man fotografieren.

Die Tasten für die Aufnahmesteuerung – Zoom, Foto/Film, Wiedergabe, Blitz, Makro, Löschen/Bildgröße und Selbstauslöser – befinden sich auf der Rückseite des Objektivschiebers. Dadurch fallen sie ziemlich flach aus. Sie sind recht mühsam zu benutzen und schwer voneinander zu unterscheiden. Das gilt besonders für die Zoom-Taste. Sie bietet äußerst wenig taktiles Feedback. Eigentümlicherweise arbeitet ausgerechnet Sonys größtes Kamera-Display nicht mit der ansonsten allgegenwärtigen Touchscreen-Oberfläche.

Die Bedienelemente an der Seite bieten weitere Möglichkeiten zum Herumfummeln. Display-, Back-, Menü- und Home-Taste sowie ein Joystick für die Navigation lassen sich nur dann korrekt gebrauchen, wenn man die Kamera mit der linken Hand richtig festhält. Sobald man also versucht, Aufnahmeeinstellungen wie Belichtungsmessung und -kompensation, Scharfpunkt, Weißabgleich, ISO-Empfindlichkeit oder Serienbild zu verändern, wird es richtig nervtötend.

Abgesehen vom Auslöser sind die Tasten nicht besonders ergonomisch angeordnet. Im Test muss die Kamera seitlich gedreht werden, um die Menü-Taste zu finden. Weder mit dem Daumen noch dem Zeigefinger hat man ein besonders gutes Gefühl beim Navigieren mit dem Joystick. Da fragt man sich, ob es nicht sinnvoll gewesen wäre, die Kamera für ein besseres Handling einfach größer zu konzipieren.

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