Lange musste man auf ihn warten, aber jetzt ist der festplattenbasierte, AVCHD-kompatible Canon HG10 endlich da. Der neue Canon übernimmt das Innenleben und das Objektiv vom HV20.

Zu einem Preis von etwa 1000 Euro bringt er jedoch ein vollständig anderes Design mit. Und das fällt durch einige gewagte Änderungen auf, die leider nicht immer zum Vorteil ausfallen.

Design

Der HG10 ist zwar deutlich kleiner als der HV20, mit einem Gewicht von 505 Gramm allerdings nicht viel leichter. Obwohl der Canon damit etwas weniger wiegt als sein Hauptkonkurrent, der Sony HDR-SR7, ist er etwas größer. Sein in Silber und Dunkelgrau gehaltenes Äußeres wirkt nicht ganz so schick wie die schwarze Einfassung des SR7. Das größere Chassis erleichtert jedoch das bequeme Halten der Kamera.

Um das Gehäuse zu komprimieren, hat Canon viele der Bedienelemente verlegt und umgestaltet. In einigen Fällen führt das durchaus zu Verbesserungen. Der große, extrem gleichmäßig und bequem zu bedienenden Zoom-Wippschalter sowie der ausfahrbare Sucher überzeugen jedenfalls.

Einige Ärgernisse hätte Canon aber besser beseitigen sollen. Das betrifft beispielsweise die lose Abdeckung des Zubehörschuhs. Man kann sie eigentlich gleich wegwerfen, denn es wird nicht lange dauern, bis sie sowieso verlorengeht. Andere Neuerungen sind schlichtweg enttäuschend.

Da ist zum Beispiel der neue Vier-Wege-Schalter mit dem konzentrischen Scrollrad. Einerseits wirkt das wesentlich besser als ein Touchscreen. Aber es fällt äußerst schwer, den Navigationsschalter zu bedienen, ohne das Scrollrad zu betätigen. Letztlich wird dadurch die Navigation und das manuelle Scharfstellen erheblich erschwert. Canon verzichtet bei diesem Modell auch auf den Einstellring zum manuellen Scharfstellen am Objektiv.

Darüber hinaus ist der Joystick des HV20 ebenfalls besser platziert. Er sitzt direkt auf dem Gehäuse des Camcorders statt auf der Einfassung des LCDs. So ist man beim HG10 gezwungen, das LCD weitaus häufiger zu benutzen, als es eigentlich nötig wäre. Das ist nicht nur einfach nervig, die Kamera lässt sich auch schwieriger ruhig halten und der Stromverbrauch steigt unnötig.

Das Display misst 69 Millimeter (2,7 Zoll) und sollte für einen HD-Camcorder auch nicht kleiner sein. Es ist auch in direktem Sonnenlicht und aus unterschiedlichen Blickwinkeln noch ablesbar. Der Sucher wirkt aber etwas zu klein und die Augenmuschel aus Hartkunststoff fühlt sich nicht besonders angenehm an.

Funktionsumfang

Angesichts des Preises bietet der HG10 allerdings einen recht guten Funktionsumfang. Der 3-Megapixel-CMOS-Sensor nimmt HD-Videos mit einer nativen Auflösung von 1920 mal 1080 Pixeln auf, die dann samt Interlacing auf 1440 mal 1080 Pixel AVCHD herunterkonvertiert werden. Der Camcorder kann auch im 1440×1080/24p-Format aufnehmen, doch dieses Format wird derzeit noch weniger unterstützt als einfaches AVCHD.

Die 40 GByte große Festplatte bietet Platz für 5,5 Stunden mit 15 MBit/s und bis zu 15 Stunden mit 5 MBit/s. Allerdings empfiehlt es sich wie immer, ausschließlich mit höchster Qualitätsstufe aufzunehmen. Es sei denn, man ist sich absolut sicher, die Aufnahmen nachträglich nicht mehr bearbeiten zu wollen.

Im Fotomodus kann man 3-Megapixel-Fotos schießen und im Filmmodus Bilder mit 1920 mal 1080 Pixeln. Wirklich ärgerlich ist es aber, dass Fotos nicht auf der Festplatte, sondern nur auf einer Mini-SD-Karte gespeichern werden können.

Die Set-Taste auf der LCD-Einfassung ruft die Einstellungen für Hintergrundbeleuchtung, Belichtungsausgleich, Fokus und Schnellwiedergabe auf. Im Kameramodus gibt es auch Blitz-Einstellungen.

Im Videomodus ermöglicht eine Funktionstaste den Zugriff auf die Programmauswahl, die Blenden- oder Belichtungsautomatik, einen Kinomodus (für einen Filmlook mit 24 fps) sowie einen Nachtmodus mit langer Belichtungszeit. Eine Handvoll Weißabgleich-Optionen und eine Reihe von voreingestellten Bildeffekten plus individuell einstellbarer Farbtiefe, etwa für Postereffekte, Schärfe, Kontrast und Helligkeit sind ebenso vorhanden. Ein paar digitale Effekte sowie Einstellmöglichkeiten der Videoqualität und der Bildgröße bei Fotoaufnahmen ergänzen die Palette.

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