Wer würde sich ein Auto von Nokia kaufen? Okay, vermutlich findet sich jemand. Klar ist auf jeden Fall die Zielgruppe des ersten Handys mit Porsche-Logo. Das von Sagem hergestellte P9521 peilt an das obere, teure Ende des Marktes. Hier verlangen potentielle Kunden schon einiges, und das wollen Sagem und Porsche Design auch bieten – mit außergewöhnlichen Gimmicks wie einem Fingerabdruckscanner.

Einen großen Haken hat dieses Marktsegment allerdings. Zumindest für Normalverdiener, denn das P9521 schlägt ein 1100 Euro tiefes Loch in den Geldbeutel.

Stärken

Das P9521 wird von Sagem in Zusammenarbeit mit Porsche hergestellt. Angst vor Billigramsch und Prepaid-Look ist unbegründet: Der edle Touch der Autobauer findet sich überall am Handy wieder. Das Gehäuse fräst der Hersteller aus einem Alu-Block, Mineralglas schützt das Display. Ein Doppelscharnier ermöglicht es, das Display um 180 Grad zu drehen und andersherum wieder auf das Handy zu klappen – das macht, zumindest optisch, eine Digitalkamera aus dem Mobiltelefon.

Das Display basiert auf OLED-Technik. Eine stromfressende Hintergrundbeleuchtung ist nicht nötig. Das Bild wirkt hell und farbenfroh, die Auflösung von 320 mal 240 Pixeln sorgt für scharfe Icons und Texte in den Menüs.

Unterhalb des Displays sitzt eines der Highlights: der Fingerabdruckscanner. Er ersetzt auf Wunsch die PIN-Eingabe; außerdem kann man verschiedenen Fingern Kurzwahlen zuweisen – einmal Drüberstreichen mit dem linken kleinen Finger, und das Telefon bei Mutti läutet. Darüber hinaus arbeitet der Sensor auch als eine Art Touchpad: Man kann ihn nutzen, um durch die Menüs zu scrollen. Das klappt allerdings nur mit Verzögerung und macht deswegen nicht richtig Spaß.

Eine weitere nette Funktion ist der Beschleunigungssensor. Wie bei Iphone oder Ipod Touch dreht sich der Displayinhalt, wenn man das Handy um 90 Grad zur Seite kippt.

Im Lieferumfang enthalten ist eine 2 GByte fassende Micro-SD-Karte. Sie eignet sich perfekt, um Musik zu speichern – der integrierte MP3-Player funktioniert nämlich hervorragend und spielt den Sound mit brillanter Qualität. Ins Kabel ist eine kleine Fernsteuerung integriert, an der sich auch eine Klinkenbuchse befindet. Man kann also auch seine eigenen Kopfhörer einsetzen.

Auch was die Sprachqualität beim Telefonieren angeht, gibt es nichts zu meckern. Der Empfang ist ebenfalls sehr gut.

Schwächen

Das edle Material sieht toll aus, allerdings nerven die vielen Ecken und Kanten. Noch dazu wirken sie teilweise scharf – das fühlt sich einfach unangenehm an. Außerdem wiegt das Alu-Gehäuse einiges, weswegen das P9521 schwerer wirkt als die meisten anderen Klapphandys.

Die integrierte 3,2-Megapixel-Kamera verfügt über Autofokus und Foto-LED, was uns eine recht hohe Foto-Qualität erwarten lässt. Hier werden wir allerdings enttäuscht. Die Farben passen nicht, und viele digitale Artefakte stören in den Bildern.

Bei dem hohen Preis erwarten wir neben Beschleunigungs- und Fingerprintsensor eigentlich auch UMTS-Unterstützung und eine längere Akkulaufzeit. Nach 3,5 Stunden Telefonieren ist schon Schluss – das ist nicht viel für ein Handy ohne UMTS.

Fazit

Das Porsche-Handy P9521 ist ein interessantes Handy mit einigen echten Highlights – etwa dem aus einem Block gefrästen Alu-Gehäuse, dem Beschleunigungssensor oder dem Fingerabdruckscanner. Dennoch müssen Luxus-Handys extrem begehrenswert sein, um ihren hohen Preis zu rechtfertigen – und wir sind uns nicht sicher, ob die wenigen Gimmicks und der Name Porsche dafür ausreicht. Im Vergleich zum schon teuren, aber deutlich billigeren Iphone ziehen wir das Apple-Handy vor.

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