Als CNET vor einigen Monaten JVCs Everio GZ-HD7 präsentierte, sah zunächst alles ganz prima aus. Unter dem Strich stellte sich aber heraus, dass Funktionen, Leistung und Bildqualität seinem hohen Preis nicht entsprechen.

JVC bringt jetzt nach dem HD7 den Everio GZ-HD3 auf den Markt. Er kommt als abgespeckte Version mit dem gleichen Dreifach-CCD-Design und vielen identischen Funktionen. Für einen Preis von rund 1100 Euro hat der HD3 ein anderes optisches 10-fach-Zoomobjektiv, und zwar ein Konica-Minolta statt des Fujinon. Es bietet einen maximalen Blendenöffnungsbereich von f/1,8-2,4 gegenüber f/1,8-1,9 beim HD7.

Design

Der HD3 ist physisch nur geringfügig kleiner als der HD7. Die anderen Konstruktionsänderungen wirken sich allerdings stärker aus als seine Größe. Der auffälligste Unterschied ist das Fehlen eines Fokusrings beim HD3. Stattdessen dient jetzt ein kleiner Joystick am Rand des 71-Millimeter-LCDs (2,8 Zoll) zum manuellen Scharfstellen.

Mit der „Focus-Assist“-Taste lässt sich die LCD-Anzeige auf Schwarzweiß umstellen und auf ein fokussiertes Objekt justieren. Beim Versuch, manuell scharf zu stellen, ist das durchaus hilfreich. Doch im Test wird mehrfach der Scharfpunkt verfehlt, und die Einstellung muss korrigiert werden. Die Joystick-Steuerung funktioniert einfach zu ungenau.

Mit einem Ring kann man eben besser scharf stellen. Aber immerhin hat JVC den Fokus im Kontextmenü des Joysticks voreingestellt. Dort findet sich auch der Schnellzugriff auf Nachtmodus, AE-Programme und Gegenlichtausgleich. Es muss also keine Menütaste mehr gedrückt werden, um diese Funktionen auszuwählen.

Zeitautomatik und Blendenautomatik sind nicht so gelungen. Gibt es für sie bei der HD7 noch eigene Tasten, so stecken sie in den Menüs des HD3. Auch der Weißabgleich beider Camcorder wird über die Menüs gesteuert. Es wäre jedoch besser, diese Funktion als Joystick-Shortcut anzulegen, etwa anstelle des AE-Programms für einige elementare Szenenmodi. Für gewöhnlich wird der Weißabgleich häufiger gebraucht als die voreingestellten Szenenprogramme.

Funktionsumfang

Für einen Privatanwender-Camcorder ungewöhnlich, verfügt der Everio GZ-HD3 über einen Standard-Miniklinken-Eingang und einen Zubehörschuh ohne Stromversorgung. Mit dem HD3 lässt sich also problemlos ein externes Mikrofon verwenden. Andere Hersteller bieten diese Option oft nicht und zwingen den Benutzer somit, ihr proprietäres Mikrofon oder zusätzliches Zubehör, das einen Standardmikrofoneingang mitbringt, einzusetzen.

Noch auffälliger scheint, dass der HD3 einen SDHC-Speicherkarteneinschub hat. Andere Markengeräte benutzen SDHC als Medien für Full-HD-Aufnahmen. Beim HD3 steht jedoch nur der qualitativ schwächere SP-Modus für Videoaufnahmen auf SDHC-Karten zur Verfügung. Zudem muss man alle Aufnahmen aus JVCs MPEG-2-TS-Format konvertieren, bevor man sie auf einem anderen Gerät abspielen kann. All das macht etliche Vorteile der Nutzung von SDHC-Karten mit dem HD3 zunichte.

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