Eine Jeans-Firma, die Handys baut? Das war vor zwei Jahren undenkbar. Inzwischen springt das Modelabel auf einen Trend auf, der mit Dolce & Gabbana sowie Prada begann. Inzwischen baut jeder Handys – aber warum auch nicht, wenn sie gut sind. Oder günstig. Wer auf Ungewöhnliches steht, sollte sich das Levi’s Mobile Phone durchaus näher ansehen. Aber so viel Aufmerksamkeit wie ein Iphone oder ein Porsche-Handy zieht es nicht auf sich.

In England ist das Gerät inzwischen verfügbar – kostenlos mit Vertragsbindung und für umgerechnet knapp 300 Euro ohne. In Deutschland gibt es das Gerät bislang nicht, es wurde aber bereits im Sommer angekündigt.

Design

Für die Optik zeichnet sich Modelabs verantwortlich. Das Levi’s Mobile Phone erinnert auf den ersten Blick an das Samsung P300, wirkt allerdings weniger wie ein Taschenrechner, eher wie eine Zigarrenbox oder ein außergewöhnliches Feuerzeug.

Es ist klein und dünn – perfekt, um es in die Hosentasche zu stopfen. Sein Gehäuse aus Edelstahl macht einen robusten Eindruck. Auf der Rückseite befindet sich das Levi’s-Logo, außerdem zieren kleine Schrauben das Gehäuse an den Ecken – das sorgt für einen gewissen industriellen Look.

Im Lieferumfang enthalten ist eine Kette, mit der sich das Telefon an der Gürtelschnalle festschrauben lässt. Das ist praktisch und schützt, ist aber sehr ungewohnt, wenn man üblicherweise keine Kette an sich herumbaumeln hat.

Die Bedienung klappt problemlos. Die Tasten sind zwar klein, fühlen sich aber gut an und sind leicht zu finden wie auch zu drücken. Auch das Display ist nicht gerade ein HDTV-Riese – für Textnachrichten reicht es aber vollkommen aus. Lediglich beim Ansehen von Fotos kommt es schnell an seine Grenzen: Es macht schlicht wenig Spaß. Die 2-Megapixel-Kamera auf der Rückseite macht akzeptable Fotos. Das Levi’s-Handy ist eben mehr ein optisches Accessoire als High-Tech.

Ausstattung

Der Levi’s-Look zieht sich bis ins Innere weiter: Icons und Hintergründe zeigen die Marke. Das User-Interface ist nicht so schick, wie wir erwartet haben, aber einfach zu verstehen und gut zu benutzen.

Das Hauptmenü besteht aus neun Icons, die den Zugriff auf die wichtigen Funktionen des Handys erlauben. Keine davon reißt uns wirklich vom Hocker, aber das haben wir auch nicht erwartet: Es gibt eine 2-Megapixel-Kamera, einen simplen MP3-Player, ein UKW-Radio, einige mittelmäßige Java-Spiele, einen Slot für Micro-SD-Speicherkarten sowie Bluetooth.

Leistung

Die Kamera ist ausreichend für MMS-Nachrichten. Wer die Fotos auch zu Papier bringen möchte, sollte sich besser gleich nach einem anderen Modell umsehen. Auch das Foto-Licht kann in dunklen Umgebungen nur wenig überzeugen. Zu den Extras des MP3-Players gehören Zufallswiedergabe und ein einfacher Equalizer.

Das Radio-Signal nimmt das Levi’s Mobile Phone auf Wunsch auf und speichert Songs auf der SD-Karte. Man darf allerdings nicht vergessen, einen Kopfhörer einzustecken: Sein Kabel dient als Antenne. Leider hat das Handy keine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse, sondern einen proprietären Anschluss. Auch ein Adapter für Standard-Kopfhörer liegt nicht bei.

Etwas auszusetzen haben wir an der SMS-Applikation. Zwar gibt es eine Texteingabehilfe, die aber offensichtlich keine neuen Wörter abspeichert – das nervt!

Die Sprachqualität ist sehr gut, gelegentlich würden wir allerdings gern die Lautstärke erhöhen. Der integrierte Lautpsrecher macht einen guten Job. Bei durchschnittlicher Benutzung hält der Akku des Levi’s Mobile Phone gut zwei Tage durch – immerhin saugen weder UMTS noch GPS oder WLAN Strom. Ein Vorteil der spartanischen Ausstattung.

Fazit

Dafür, dass dieses das erste Handy von Levi’s ist, und in Anbetracht der Tatsache, dass die meisten Mode-Handys unbrauchbar sind, macht das Levi’s Mobile Phone einen guten Eindruck. Es ist akzeptabel ausgestattet und leicht zu bedienen. Mode-Handys wie dieses müssen aber emotional überzeugen, denn die Ausstattung kann es nicht – und auch die Emotionen lassen bei diesem Handy etwas zu wünschen übrig.

Alternativ bietet sich das LG Prada an, wenn es ein Mode-Handy sein soll – oder das Motorola Razr 2.

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