DVD-Camcorder mit 24p-Unterstützung: Canon HR10

Obwohl der Canon HR10 ein recht guter Camcorder ist, bekommt man für denselben Preis auch bessere Geräte. Durch das Medium DVD bedingte Verzögerungen sowie Kompatibilitätsprobleme machen es nicht leicht, dieses AVCHD-Modell vorbehaltlos zu empfehlen.

Der HR10 ist das DVD-Modell unter den HD-Camcordern von Canon. Leider kann er aber von allen Geräten am wenigsten überzeugen. Weil er DVDs im AVCHD-Format aufzeichnet, lässt er die Geschwindigkeit und Kompatibilität des preiswerteren HV20, die Aufzeichnungskapazität des festplattenbasierten HG10 und die Kompaktheit des bandbasierten HV10 vermissen.

Dabei ist der HR10 definitiv kein schlechtes Gerät. Vielmehr entspricht er zu einem Preis von etwa 850 Euro durchaus den Anforderungen an seine Klasse. Nur kann er sich eben nicht über die Widrigkeiten erheben, die ihm von Haus aus mitgegeben sind.

Design

Was die Bildverarbeitung betrifft, kann der HR10 durchaus glänzen. Er bringt denselben 1/2,7 Zoll großen CMOS-Sensor mit drei Megapixeln sowie den Digic-DV-II-Prozessor seiner Geschwister mit. Daneben verwendet er dasselbe 10-fach-Zoomobjektiv wie der HV10. Weil er aber auf 8-Zentimeter-DVDs aufzeichnet (DVD-R/RW- und DVD-R-Dual-Layer-Discs), ist das Design notwendigerweise etwas klobig geraten.

Wie bei allen DVD-Camcordern bietet das Laufwerkgehäuse einen zusätzlichen Halt für die Finger. Damit lässt sich das Gerät gut in der Hand halten. Das ist schon deshalb wichtig, weil sich das Gehäuse des HR10 ziemlich glatt anfühlt. Die Finger positionieren sich automatisch auf dem Zoomschalter und den Moduswahlschaltern (Programm/Auto). Die Aufnahmetaste liegt unter dem Daumen. Nur der Auslöser zum Fotografieren befindet sich etwas zu weit hinten und unten auf dem Laufwerk. Daher ist er mit dem Zeigefinger nur umständlich zu erreichen.

Die Schalter für On/Off/Mode und Still/Video sowie der Joystick sind unterhalb des Suchers angebracht. Ein Druck auf den Knopf des Joysticks gestattet den Zugriff auf die Einstellungen für die Videolampe, den Belichtungsausgleich, den manuellen Fokus und den Blitz. Wegen der Position von Sucher und Joystick kommt einem beim Bedienen des Joysticks manchmal das eigene Gesicht in die Quere.

Funktionsumfang

Vier taktil unterscheidbare Tasten sind in einer geschwungenen Linie an der linken oberen Seite des Camcorders angeordnet. Der Quick-Start-Button ermöglicht es, den HR10 in den Standbymodus zu versetzen. Damit ist er im Bedarfsfall schneller aufnahmebereit. Die „Func“-Taste steuert die Aufnahmeeinstellungen an.

Es gibt verschiedene Aufnahmemodi, etwa Programm, Blenden- oder Belichtungsautomatik, Szenenmodi oder Film-Gamma-Cinema. Weiterhin lassen sich Weißabgleich und Bildeffekte (lebhaft, neutral, geringes Schärfen, Soft-Skin-Detail oder individuell) einstellen. Auch das Anpassen von digitalen Effekten, Bildqualität und Bildgröße ist möglich.

Die Einstellungen der Messmethode und des Modus (Einzelbild, Serienbilder, Hochgeschwindigkeitsserienbilder oder Belichtungsreihen) beziehen sich auf die Standbildfotografie.

Der HR10 nimmt im Progressive-HD-Format mit einer Auflösung von 1920 mal 1080 Pixeln auf, die dann in Interlaced-Video zerlegt werden. Die meiste Software konvertiert das Material dann noch auf 1440 mal 1080 Pixel herunter. Aufnahmen im 24p-Format sind ebenfalls möglich. In Verbindung mit dem Film-Gamma-Cinema-Modus sieht das dann ziemlich gut aus.

Die Optionen für die Videoqualität reichen über mehrere Zwischenstufen von der höchsten Bitrate XP+ (12 MBit/s, 15 Minuten auf Single-Layer-DVD, 27 Minuten auf Dual-Layer-DVD) bis zu LP (5 MBit/s, 33 Minuten auf Single-Layer-DVD, 60 Minuten auf Dual-Layer-DVD).

Die Größenbezeichnungen für Fotos können allerdings etwas verwirren. So ist die Einstellung „LW“ (Large-Wide) beispielsweise de facto kleiner als die normale Large-Einstellung: 1920 mal 1080 Pixel im Vergleich zu 2048 mal 1536 Pixel. Wie bei den meisten Camcordern, die während des Filmens auch das Fotografieren gestatten, sind die Schnappschüsse auf 1920 mal 1080 Pixel beschränkt.

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