Mit dem 6500 Classic zielt Nokia auf die designorientierten Nutzer ab. Das 6500 Slide soll dagegen Kunden ansprechen, die auf der Suche nach einem Handy mit reichhaltiger Ausstattung sind. Und das Schiebehandy kommt diesem Wunsch mit seinen umfangreichen Funktionen auch konsequent entgegen.

Stärken

Das Schiebehandy teilt sich die Modellnummer mit dem 6500 Classic. Doch diese zwei Modelle sind in puncto Design und Funktionalität so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Das Classic kommt als schlankes, modisches Modell mit eher grundlegenden Funktionen daher. Das Slide hingegen wirkt eher wie der hässliche Bruder, der bis oben hin mit modernster Technologie ausgestattet ist.

Es ist zwar nur ein 20 MByte großer interner Speicher an Bord, aber Nokia liefert mit dem Handy eine 256-MByte-Micro-SD-Karte aus. Sie hat in einem Steckplatz unter der Akkuabdeckung aus Edelstahl ihren Platz gefunden. Der Steckplatz kann Karten bis zu einer Kapazität von 4 GByte aufnehmen. Um den Musik-Player entsprechend zu nutzen, kommt man nicht umhin, in weiteren Speicherplatz zu investieren.

Es findet sich derselbe aktualisierte Player wie im 6500 Classic. Er stellt eine enorme Verbesserung gegenüber seinem Vorgänger dar. Die Benutzeroberfläche ist deutlich attraktiver gestaltet und reagiert schneller auf Eingaben.

Die mitgelieferten Kopfhörer sind leider nicht geräuschabschirmend, wie beispielsweise diejenigen, die Sony Ericsson seiner Walkman-Reihe beilegt. Dennoch bieten sie eine gute Klangqualität und sind bequem zu tragen.

Als UMTS-Handy besitzt das Modell eine zweite Kamera für die Videotelefonie. Doch besonders die auf der Rückseite montierte Kamera ist sehr beeindruckend. Sie bringt nicht nur eine Auflösung von 3,2 Megapixeln mit, sondern auch Autofokus und Carl-Zeiss-Objektiv. Die Bildqualität ist mehr als nur einen Tick besser als die der Fotos herkömmlicher Kamerahandys. Die Bilder machen selbst als Ausdruck in Standardgröße einen sehr guten Eindruck. Allerdings sind sie nicht ganz so scharf und zeigen nicht denselben Detailreichtum wie die Aufnahmen mit einem Modell der N-Serie.

Der Musik-Player und die Kamera gehören schon zum gehobenen Standard. Die große Überraschung bei diesem Modell ist jedoch der TV-Ausgang. Das mitgelieferte AV-Kabel wird in die Kopfhörerbuchse auf der Oberseite gesteckt. Schließt man ein Fernsehgerät an, wird umgehend das Display des Handys auf dem Bildschirm angezeigt. Über den Fernseher lassen sich dann Fotos und Videos anschauen oder Musik abspielen. Das ist wirklich ein innovatives Leistungsmerkmal, das überdies erstaunlich gut funktioniert.

Die Akkulaufzeit ist mit sechs Stunden Sprechzeit ebenfalls ordentlich. Empfang und Sprachqualität wirken gleichermaßen beeindruckend.

Schwächen

Anders als sein Namensvetter, das 6500 Classic, ist das Slide ein recht unförmiges Mobiltelefon. Und obendrein fühlt es sich sehr schwer an. Durch die Designelemente aus gebürstetem Metall, die Vorder- und Rückseite verzieren, sieht es nicht komplett scheußlich aus. Aber in puncto Attraktivität fällt es klar durch.

Der TV-Ausgang ist sicherlich ein nettes Feature und auch recht praktisch, um Fotos oder Musik über ein Fernsehgerät wiederzugeben. Wenn man jedoch mit dem Handy aufgenommene Videos abspielt, führt einem der große Bildschirm überdeutlich vor Augen, wie körnig und ruckelig diese sind.

Außerdem fehlt es dem Display etwas an Helligkeit. Es ist zwar nicht dunkel, aber manchmal hat man Schwierigkeiten, es bei direkter Sonneneinstrahlung abzulesen.

Fazit

Das 6500 Slide ist kein Mobiltelefon für die breite Masse. Aber dank der guten Kamera, des exzellenten Musik-Players und innovativen TV-Ausgangs wird dieses Modell sicherlich einen gewissen Kultstatus erlangen. Allerdings lässt sich kaum bestreiten, dass es deutlich mehr Kunden für sich gewinnen könnte, wenn Nokia diese Features in einem weniger klobigen Design untergebracht hätte.

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