„Aurvana“ ist zwar ein Kunstwort, nicht jedoch „Live“ – und das ist der springende Punkt. Creative verspricht neue Kopfhörer mit überzeugenden Live-Qualitäten. Es ist ja schließlich auch die Aufgabe hochleistungsfähiger Kopfhörer, natürlichen und präzisen Klang zu erzeugen, der den Eindruck vermittelt, man stehe direkt vor einer Konzertbühne.

Mit einem Preis um die 100 Euro und zahlreichen verlockenden Spezifikationen wecken diese in Schwarz und Silber gehaltenen Kopfhörer jedenfalls große Hoffnungen.

Stärken

Die Aurvana Live sind ordentlich konstruiert und bieten insgesamt eine gute Verarbeitungsqualität. Mit seinem typischen, glänzenden Design zusammen mit silberfarbenen Elementen riskierte Creative bisher ein Billigwaren-Image. Das äußere Erscheinungsbild der Aurvana-Kopfhörer und ihre saubere Verarbeitung ergänzen sich jedoch ziemlich gut.

Ein paar Worte zur Verkabelung sind unumgänglich. Das Kopfhörerkabel ist mit demselben, Kabelsalat vorbeugenden Material beschichtet wie das der 220 Euro teuren Denon C700. Daneben ist es auch sauerstofffrei, was die Klangqualität erhöhen soll, und sein 3,5-Millimeter-Stecker ist vergoldet. Ein 1,2 Meter langes Verlängerungskabel sowie ein – ebenfalls vergoldeter – 6,3-Millimeter-Stereoadapter befinden sich ebenfalls im Lieferumfang.

Jetzt zu den wirklich wichtigen Dingen: der Leistung. Ausgestattet mit leistungsfähigen Treibern, die von Neodym-Magneten unterlegt sind, kann dieses Modell von der ersten Minute an im Test überzeugen. Die Aurvana Live geben einen wirklich angenehmen Klang von sich. Tiefen und Mitten wirken sehr markant und volltönend. Die Höhen können da allerdings nicht ganz mithalten, kommen aber immer noch gut zum Tragen. Nach den ersten paar Minuten Hörgenuss überkommt einen das Gefühl, dass diese Kopfhörer ihr Geld absolut wert sind.

Das neue Album „Ire Works“ von Dillinger Escape Plan zeichnet sich durch einen extrem unregelmäßigen Rhythmus aus. Gitarrenklänge, Bässe, wütende Schreie und Trommeln wechseln sich in halsbrecherischem Tempo ab. Die Aurvana erzeugen jedoch ein präzises Klangbild, als sei das völlig normal. Die eigentümlichen, unterschwelligen, glockenartigen Hintergrundklänge des Songs „Nong Eye Gong“ sind beispielsweise über das gesamte Instrumentalspektrum klar hörbar. Und als ob das noch nicht genug wäre, kann auch die Basswiedergabe in Pendulums neuem Stück „Granite“ eindeutig überzeugen.

Schwächen

Um tiefe, volle Bässe rauszuholen, muss die Lautstärke voll aufgedreht werden. Das hat zur Folge, dass die bis dato – insbesondere bei elektronischer Musik – guten Höhen anfangen, in den Ohren zu schmerzen. Viele Hörer werden das als ziemlich unangenehm empfinden.

Das Kabel ist zwar gegen ein Verheddern gefeit, aber es lässt sich leider nicht von den Kopfhörern ablösen. Abnehmbare Kabel erleichtern eindeutig das Verstauen der Kopfhörer. Das wäre eine nette Erweiterung für dieses Gerät gewesen. Außerdem würden um 90 Grad schwenkbare Ohrpolster ebenso das Verpacken erleichtern. Dass aber im Lieferumfang kein solides Etui enthalten ist, scheint nicht weiter dramatisch. Der mitgelieferte weiche Tragebeutel kann laut Verpackung zumindest als Putztuch für die Ohrpolster genutzt werden.

Fazit

Niemand, der ein wenig Erfahrung mit Kopfhörern mitbringt, wird behaupten, dass diese circa 100 Euro teuren Kopfhörer ihr Geld nicht wert sind. Sie bieten eine ordentliche Performance über das gesamte Klangspektrum. Audiophile Musikfans werden sicherlich hier und dort kleinere Schwächen ausmachen. Doch selbst erfahrene Nutzer von Kopfhörern dieser Preisklasse dürften von der Gesamtperformance beeindruckt sein.

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