Brückentechnologie ins Umweltzeitalter: Autos mit Hybridantrieb

Die Hybridwelle aus den USA hat auch im Autoland Deutschland heftiges Interesse ausgelöst. Doch einige zweifeln den Sinn von Vollhybridfahrzeugen an – oder legen Pläne für andere Technologien auf den Tisch, die den Spritverbrauch senken helfen.

Vollhybridfahrzeuge werden sich nach Einschätzung von Ford in Europa nicht durchsetzen. Unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten seien Fahrzeuge mit der aufwendigen Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor kein wirklich gutes Angebot für den Kunden, so Bernd Mattes, Geschäftsführer der Ford-Werke.

Mehr Chancen sieht der Hersteller dagegen für preisgünstigere so genannte „Mildhybride“, in denen der E-Motor lediglich zur Unterstützung beim Anfahren und Beschleunigen dient und ein elektrisches Fahren allein nicht möglich ist. „In Deutschland setzen die Unternehmen eher auf Teilhybrid-Lösungen, der Vollhybrid ist zu teuer“, bestätigt VDA-Präsident Matthias Wissmann.

milder Hybrid
BMW-Automatikgetriebe mit integriertem Elektromotor: Der E-Motor kann das Auto nicht allein betreiben, unterstützt den Verbrennungsmotor aber beim Anfahren und Beschleunigen.

Trotzdem wollen die führenden Unternehmen den Trend nicht verschlafen. So investiert Ford gemeinsam mit Volvo rund 1,4 Milliarden Euro in die Entwicklung verschiedener Hybrid-Varianten. Alle denkbaren Klaviaturen auf breiter Front durchzuspielen, lautet das neue Credo in der Branche.

Aber auch der Common Rail beim Diesel oder andere Varianten wie die Direkteinspritzung gelten als spezifisch deutsche Vorzüge, die es auf dem Weltmarkt auszuspielen gilt. „Über 38 Prozent aller in Europa verkauften Mercedes-Neuwagen verbrauchen heute bereits weniger als 6,5 Liter pro 100 Kilometer“, bilanziert Gunther Ellenrieder, Leiter Fahrzeugkonzepte und Ergonomie im Bereich der Forschung und Vorentwicklung bei Daimler AG.

Die Sechs vor dem Komma beim Verbrauch: Welche Technologien sind gefragt

Immerhin noch 15 Modelle liegen bei den Verbrauchswerten sogar im Bereich zwischen 3,3 und 6,5 Liter pro 100 Kilometer. Mit der Einführung der zweiten Generation des geschichteten Direkteinspritzmotors im vergangenen Jahr beim CLS 350 CGI gelang dem Daimler-Konzern eine Reduktion des Verbrauchs um rund 10 Prozent.

Bluetec
Diesel aus Deutschland: Mit der sauberen Bluetec-Technik geht Mercedes-Benz in den USA auf Hybridjagt.

In diesem Jahr gelang es beim E 350 CGI, einem mit einem V6-Motor ausgestatteten Benziner, bei 20 Prozent mehr Leistung, den Verbrauch noch einmal um 10 Prozent abzusenken. Nach außen wirbt der Konzern indes vor allem mit seiner Bluetec-Generation, nach eigenen Angaben die „sauberste Dieselgeneration“ überhaupt. Seit kurzem ist die E-Klasse auch in Deutschland mit einem „blauen“ Diesel erhältlich, so etwa der E 300 Bluetec zu Preisen ab rund 50.000 Euro.

Jedoch stellt diese Technologie nur einen Zwischenschritt dar. Gunther Ellenrieder sieht drei wesentliche Säulen auf dem Weg in die grüne Zukunft des Automobils: Hochwertige und alternative Kraftstoffe wie der Sun-Diesel, ein synthetisch hergestellter Kraftstoff, effiziente Fahrzeugantriebe mit oder ohne Hybridoption, sowie das emissionsfreie Fahren mit Brennstoffzellen beziehungsweise Batteriebetrieb.

Bei den Dieselmotoren liegen die Erfolgsfaktoren in Schlüsseltechnologien wie Einspritzsystemen, hocheffizienten Verbrennungsprozessen, der Gemischhomogenisierung, Turboaufladung oder der Abgasnachbehandlung. Auch beim Ottomotor ist das Potenzial noch nicht ausgereizt. Die Optimierung von Motoren- und Getriebeeigenschaften stehen auf der Agenda. Schlagworte wie Entdrosselung, Direkteinsparung, Aufladung, Reduzierung der Reibung und ein besseres Wärmemanagement machen in den Expertenkreisen die Runde.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Brückentechnologie ins Umweltzeitalter: Autos mit Hybridantrieb

  • Am 25. Juli 2008 um 14:25 von Karlheinz Wratsch

    Hybrid
    Seit einen halben Jahr fahre ich einen Honda Civic Hybrid. Der verbraucht zwischen 4,5 und 5,5l er hat Automatikgetriebe ,elektrische Lenkhilfe, man muß "noch" lenken!
    Auf den Patentamt würde man zu diesen Beitrag sagen: gibt´s schon

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