Archos hat einige der besten portablen Media-Player (PMP) im Angebot, die der Markt zu bieten hat. Daher sind die Erwartungen entsprechend hoch, wenn der Hersteller ein brandneues Gerät zum Aufnehmen von TV-Videostreams ankündigt. Doch ist der Archos TV+ tatsächlich der lang ersehnte Medienstreamer – oder doch nur wieder ein Beispiel für ein Produkt, das nicht hält, was es verspricht?

Im Test kommt die 250-GByte-Version zum Einsatz, die mit einem Listenpreis von 400 Euro zu Buche schlägt. Die 80-GByte-Variante gibt es ab 250 Euro.

Design

Der TV+ ist ein schlichtes Gerät. Auf den ersten Blick fällt einem gleich die Ähnlichkeit zum Apple TV auf. Die weiße Oberseite ist silbern eingefasst. An der Vorderseite gibt es eine Milchglasscheibe, hinter der sich die Status-LED und der Empfänger für die Fernbedienung verbergen.

Auf der Rückseite befinden sich sämtliche Anschlussmöglichkeiten. Der Archos TV+ verfügt über einen HDMI-Anschluss sowie Component-, Composite- und S-Video-Ein- und Ausgänge. Es gibt auch einen koaxialen digitalen Audioausgang sowie analoge Audioanschlüsse.

Die Fernbedienung ist etwas ganz Besonderes. Sie ist klein, quadratisch, besitzt eine QWERTZ-Tastatur sowie Richtungstasten zur Navigation in Menüs und auf Webseiten. Sie liegt zwar bequem in der Hand, zum Bedienen muss man jedoch beide Hände zu Hilfe nehmen.

Funktionsumfang

Zumindest auf dem Papier hat der Archos eine Menge ausgezeichneter Features zu bieten. Er bringt sogar so viele Funktionen mit, dass nicht ganz klar ist, welchem Zweck er eigentlich dienen soll.

Die am lautesten angepriesene Funktion ist die Fähigkeit, Medien aus unterschiedlichsten Quellen zu streamen. Das Gerät verfügt über eine eingebaute Festplatte, auf die man Dateien direkt per USB überspielen kann. Außerdem ist der Anschluss an einen Computer über ein kabelgebundenes oder kabelloses Netzwerk möglich.

Das interessanteste Feature ist allerdings die Möglichkeit, Fernsehsendungen aufzuzeichnen. Doch weil der Archos TV+ keinen eigenen TV-Tuner besitzt, muss man ihn an einen externen Tuner anschließen. Das ist reichlich umständlich. Für 400 Euro kann man eigentlich erwarten, dass Archos auch einen Tunerchip für digitalen Fernsehempfang spendiert.

Stattdessen bietet Archos einen Service namens „Archos Content Portal“. Hier erhält man Zugriff auf kostenlose Videos, darunter einige Nachrichten von Euronews sowie kurze Clips anderer Anbieter. Es gibt auch die Möglichkeit, Filme von verschiedenen Inhaltsanbietern auszuleihen. Sie kosten um die 5 Euro, sind für sieben Tage nach dem Download verfügbar und können nach dem ersten Abspielen 24 oder 48 Stunden lang genutzt werden. Die Videodateien lassen sich auch während des Herunterladens anschauen. Das ist eine durchaus erfreuliche Option.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Mittelmäßiger Festplatten-Streamer: Archos TV+

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *