Unbekannte Mobiltelefonanbieter müssen sich etwas einfallen lassen, um auf dem deutschen Handymarkt zu bestehen. General Mobile, seit Anfang 2008 in Deutschland aktiv, ist die Überraschung gelungen. Der Neuling unter den Mobiltelefonanbietern hat ein Multimediahandy mit dem gewissen Extra entwickelt – als Highlight steckt eine Videobrille in der Verpackung, die das Reisen mit spannenden Spielfilmen versüßt.

Design

Man kann das G777 einfach so auf den Tisch legen, und jeder wird denken: ach, ein Handy. Schwarzer Klavierlack und ein silbernes Band um den Rand lassen das G777 edel, aber nicht außergewöhnlich aussehen. Wer also auffallen will, kramt auch noch ein Lederbeutelchen hervor, in dem die Videobrille steckt, die zum Lieferumfang gehört. Die Brille sieht ganz cool aus, mit 50 Gramm Eigengewicht sitzt sie auch nicht allzu schwer auf der Nase. Nach einiger Zeit vergnüglichen Videoschauens macht sie sich dennoch unangenehm bemerkbar: Der Abstand zwischen dem Auge und den Gläsern ist groß, es fällt viel Licht ein, und das Videoschauen strengt die Augen ganz schön an.

Apropos lange gucken: Das Abspielen von Filmen schlaucht den Akku. Praktischerweise enthält jedes Paket auch einen Ersatzakku plus Ladeschale. Weiterschauen ist also auch im spannendsten Moment garantiert. Mit einem Filmwechsel sieht es dagegen schon schwieriger aus: Einfach mal die Speicherkarte rausziehen und eine neue einlegen ist offensichtlich nicht vorgesehen. Der Steckplatz für Micro-SD-Karten liegt nämlich gut versteckt unter dem Akku. Umso schlimmer, weil der Speicher mit maximal 2 Gigabyte leider ziemlich knapp bemessen ist – vor allem für Video-Anwendungen.

Die Videobrille bläst die Bilder auf, so dass zwar nicht der versprochene Eindruck von Fernsehen auf einem 50-Zoll-TV-Schirm entsteht, aber eine Bilddarstellung in der Größe eines DIN-A4-Blocks ist ja immer noch besser als alles, was man auf einem 2,4 Zoll großen Handydisplay sehen würde. Die Auflösung der Videobrille mutet eher bescheiden an – man muss sich mit 320 mal 240 Pixeln begnügen – die Bildqualität ist entsprechend flau, der Kontrast könnte stärker sein. Da hätten wir für fast einen halben Tausender, den man für das Handy auf den Tisch blättern muss, mehr erwartet.

General Mobile G777 - Handy mit Videobrille
Die Videobrille gehört zum Lieferumfang des G777. Die Auflösung ist zwar etwas schwach, doch das Filmvergnügen toppt jedes Handy-Display.

Brillenträger müssen leiden: Die Sehhilfe passt zwar unter die Videobrille, Komfort ist aber was anderes. Schade, dass die Brille keine Dioptrienanpassung ermöglicht, wie es beispielsweise die Videobrille von Carl Zeiss erlaubt. Theoretisch könnte man allerdings auch diese oder jede andere Videobrille, die besser passt, an das G777 anschließen, denn die Verbindung zum Handy erfolgt über einen 3,5-Millimeter-Klinkenstecker.

Nächstes Multimedia-Highlight: General Mobile hat eine 3-Megapixel-Kamera spendiert, die über einen Schieberegler an der Linse von Makro auf Normalmodus umstellt. Schade, dass eine so gute Kamera keinen Schutzdeckel bekommen hat, der Kratzer auf dem Objektiv verhindert.

Noch zwei Worte zu Haptik und Menü-Design: Das Handy liegt prima in der Hand, die Tasten reagieren gut, nur ihre Anordnung irritiert: Die „Null“ befindet sich nämlich nicht unten, sondern rechts in der Mitte. Die Menüstruktur ist übersichtlich und bunt, leider nervt sie mit kitschigen Animationen.

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