„Go!Explore bereitet den Weg in eine neue Gaming-Dimension.“ So tönt es vollmundig auf den Webseiten von Sony. Doch das Spiel findet diesmal nicht in einer virtuellen Welt statt, sondern ganz real auf der Erde. Mit einem GPS-Empfänger und einer Software-UMD mit Kartendaten soll Go!Explore nämlich zum zuverlässigen Navigationstool werden. Das Besondere: Die mitgelieferten Stadtpläne liefern keine bunten Flächen, die von grauen Straßen gekreuzt werden, sondern bieten von vielen Sehenswürdigkeiten in den europäischen Metropolen eine 3D-Ansicht, die sogar die Häuserfassaden samt zierender Figürchen wiedergibt.

Design

Im Vergleich zu tragbaren Navigationsgeräten im Stil von TomTom & Co wirkt die PSP mit ihrem aufgesteckten GPS-Modul ein wenig flickschusterlich. Jede Menge Knöpfe irritieren erst einmal. Und das briefmarkengroße GPS-Modul, das wie ein Kamerablitz oben draufgesteckt wird, sieht sehr nach Provisorium aus. Doch es sitzt stabil, und man soll sich vom Äußeren schließlich nicht täuschen lassen: Kaum sind die Kartendaten von der UMD geladen, zeigt die PSP Go!Explore, was sie anderen GPS-Systemen voraushat: Die Bildqualität ist brillant, was sicher der hohen Auflösung der PSP zu verdanken ist. Und während klassische Navigationssysteme eher müde auf den Versuch reagieren, die Karte zu verschieben, kann man auf der PSP zumindest virtuell geradezu von A nach B rasen. Der flotte Prozessor, unterstützt von dem Grafikbeschleuniger in der Spielekonsole, macht’s möglich.

Nicht ganz so flott klappt das Eingeben von Adressen. Während der Nutzer auf einem klassischen Navi-Touchscreen die gesamte Tastatur abgebildet sieht und jeden Buchstaben direkt drücken kann, muss sich der Nutzer der PSP per Knopfdruck durchs Alphabet hangeln, bis er beim gewünschten Buchstaben angekommen ist. Immerhin hilft die PSP, indem sie unwahrscheinliche Buchstabenkombinationen schon mal ausblendet. Als Eingabetaste ist die x-Taste vorgesehen, mit O kommt man zurück. Zoomen lässt sich via L- und R-Taste am oberen Rand.

Wer das Programm zum ersten Mal einlegt, wird aufgefordert, die Kartendaten auf einem Memory Stick zu speichern. Das sollte man unbedingt tun, da die PSP die Daten so viel flotter in ihren Arbeitsspeicher laden kann. Außerdem empfiehlt es sich, das WLAN ausgeschaltet zu lassen: Ansonsten fühlt sich das GPS-Modul unter Umständen irritiert und verweigert den Dienst.

Die Kartendarstellung ist modern und ansprechend. In großen Städten wie Berlin oder München sind die wichtigsten Gebäude in 3D abgebildet. Der Anwender kann so nah heranzoomen, dass er das Gefühl hat, gleich zur Tür einzutreten, könnte er noch einmal weiterzoomen. Fassaden sind praktisch naturgetreu abgebildet. Doch leider lässt sich der virtuelle Häuserrundgang nicht in allen Städten durchführen. Nürnberg ist beispielsweise mit seiner knapp 1000 Jahre alten Burg nicht dreidimensional repräsentiert. Kartenlieferant TeleAtlas hat also noch einiges zu tun, bis alle Orte vermessen und hinterlegt sind.

Für 150 Euro gibt es den GPS-Empfänger zum Aufstecken, die UMD mit Kartenmaterial von Deutschland, Österreich und der Schweiz, eine Auto-Halterung und einen KFZ-Adapter.

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