„Sweepen“ statt Drücken – diese Parole hat Neonode ausgerufen, um zu erklären, was man das Design-Objekt zu bedienen hat. Als Neonode die Technik im Februar 2007 auf der 3GSM (inzwischen Mobile World Congress) präsentierte, war das iPhone noch nicht in Sicht – und die Streicheltechnik von Neonode schien vielversprechend. Doch die Markteinführung in Deutschland ließ auf sich warten. Nun sind beide Geräte verfügbar, und die Bedienung des Neonode N2 muss sich an Apples Kulthandy messen.

Design

Prinzipiell ist ein Streichel-Bildschirm durchaus vielversprechend – vorausgesetzt, er reagiert präzise auf Druck oder sanfte Berührung und arbeitet nicht allzu träge. Beides ist Neonode gut gelungen: Um das Display herum befindet sich ein zwei Millimeter hoher Rand, zwischen dem Infrarotlichtwellen hin- und herhuschen. Fährt man mit dem Finger über das 2 Zoll große Display, werden die Lichtlinien unterbrochen. Der Touchscreen misst die Unterbrecherstellen, und weiß somit, welcher Menüpunkt aktiviert werden soll. Das klappt, ohne dass man drücken müsste. Die Bedienung erfolgt flüssig. Manchmal reagiert der Bildschirm jedoch einen Tick zu schnell, so dass man insbesondere beim Entlangscrollen in längeren Menüs oder Musikabspiellisten zu weit rudert.

Mit dem iPhone kann das Neonode N2 nicht ganz mithalten: Um zurück ins Hauptmenü zu gelangen, muss der Nutzer von rechts oben nach links unten quer über das Display streichen. Das dauert minimal länger, als den Knopf unter dem Display des i-Phones zu drücken. „Bestätigen“, beispielsweise nach der PIN-Eingabe, wird ausschließlich über das Streifen mit dem Finger von links nach rechts durchgeführt. Will der Anwender eine Ebene zurück, schiebt er den Finger von rechts nach links. Das ist ebenfalls gewöhnungsbedürftig, doch schnell erlernbar.

Weiteres Manko: Es gibt kein einheitliches Menü. Neonode hat sämtliche Funktionen in zwei Bereiche unterteilt: Streift man am linken Displayrand von unten nach oben, gelangt man zu den Funktionen, tut man dasselbe am rechten Bildschirmrand, gelangt man zu den Einstellungen. Hier ist Denkarbeit vom Nutzer gefordert: Wenn ich die Uhrzeit ändern möchte – ist das eine Funktion oder eine Einstellung?

Das Menü mit den Funktionen schlüsselt sich in weitere vier Bereiche auf, die jedoch nicht immer ganz logisch sortiert sind. So findet sich die Kamera beispielsweise bei Statusanzeige, Kontakten und Nachrichten. Der Nutzer muss sich also ein wenig Zeit nehmen, um die Menüstruktur kennenzulernen.

Das Display bietet eine Auflösung von mageren 176 mal 220 Pixeln bei bis zu 65.536 Farben. Schrift wirkt damit gestochen scharf. Sobald sich der Nutzer aber ein Videofilmchen reinziehen will, muss er mit pixeliger Darstellung rechnen. Schade. Denn die Wiedergabe der Trailer ist sehr flüssig. Und dabei kann der Nutzer sie selbst am Badesee in der prallen Sonne noch genießen – der Bildschirm spiegelt kaum, Inhalte sind noch prima zu erkennen.

Noch ein Wort zum Aussehen: Wer das Neonode N2 mit seinen 7,8 mal 4,8 mal 1,5 Zentimetern und einem Gewicht von 59 Gramm auf den Tisch legt, erntet erst mal neugierige Blicke. Handy oder MP3-Player – das ist die Frage. Ohne QWERTZ- oder Zifferntastatur lässt sich natürlich eine Menge Gewicht sparen, die dem Design zugutekommt. Wer also gern auffällt, für den ist das Neonode N2 genau das Richtige.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Neonode N2 – Mini-Handy zum Streicheln

  • Am 18. Januar 2009 um 23:09 von Spinx

    Menu-führung
    Ich weiß nicht ob sich durch firmeware-updates etwas verändert hat, aber ich komme mit meinem neonode prima zurecht. die einstellungen amcht man im menue rechts, telefonieren im menue in der mitte und alles andere ist links.

    Desweiteren weis ich nicht welche probleme man mit der bedienung haben sollte.

    Mitlerweile gibt es noch eine automatische Aufblendfunktion bei der Display-helligkeit.
    usw.: Ich kann das händy eigendlich nur empfehlen.

  • Am 23. Mai 2011 um 23:46 von Harald

    Klein aber lauter Macken
    Ich habe mir das Neonode vor ca. 2 Jahren zugelegt. Im Gegensatz zu anderen Mini-Telefonen hat es einen MP3-Player und einen Vibrationsalarm.

    Kostet allerdings auch stolze 200 Euro.

    Leider lässt die Qualität des Geräts zu wünschen übrig. Das erste Gerät das ich erhielt war komplett defekt, so dass ich es umtauschen musste.

    Das nächste funktionierte zwar, aber die Freisprecheinrichtung konnte nur Mono und zwar auch bei MP3-Wiedergabe. Diese habe ich umgetauscht, aber die nächste war auch defekt. Durch rütteln an der Steckverbindung konnte ich z.T Stero hören.

    Dazu kommen diverse Fehler der Software. Beim Empfang einer SMS oder eines Anrufs, schaltet sich die Bildschirmsperre aus. Hat man das Handy dann z.B. in der Hosentasche, so berührt der Stoff das Display und das Telefon wählt ganz von alleine im Telefonbuch herum. Oder nimmt Anrufe ungewollt an. Recht lästig.

    Jetzt ist es auch noch altersschwach geworden. Drücke ich etwas kräftiger auf das Gehäuse, schaltet sich das Gerät komplett ab.

    Ich würde es nicht wieder kaufen.

    Mit der Bedienung hatte ich allerdings nie Probleme.

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