Wenn der Vermieter zickt: Ultraflache Sat-Empfänger und andere Tricks

Viele Vermieter verbieten das Anbringen von Satellitenanlagen, da sie angeblich die Hausfassade verschandeln. Allerdings gibt es jede Menge Tricks, trotzdem zu digitalem Satellitenempfang zu gelangen. Dieser Insider-Tipp erklärt, wie Sie vorgehen können.

In vielen Wohnungen sind die Fernseh-Antennenstecker, die aus der Wand kommen, mit teurem Kabelfernsehen oder dem veralteten analogen TV-Signal belegt. Wer keine Lust hat, die Kabelgebühren zu bezahlen und deshalb das analoge Fernsehen nutzt, spart sich zwar DVB-T– oder DVB-S-Empfänger, muss sich dafür aber mit nur rund 30 Kanälen zufriedengeben. Aber auch über DVB-T sind nur etwa 30 Kanäle empfangbar. Wem das nicht reicht, dem bleibt die Variante, eine Satellitenschüssel auf den Balkon zu stellen. In vielen Fällen heißt es dann aber: Satellitenschüsseln sind nicht erlaubt. Sie verschandeln die Fassade und senken den Wert des Wohnhauses.

Allerdings gibt es trotzdem genug Möglichkeiten, zu Satellitenempfang zu kommen. Zum einen sehen manche Sat-Empfänger wie kleine Kisten aus. Zum anderen können Geplagte ihre Schüsseln mit den richtigen Tricks so verstecken, dass sie einfach niemandem auffallen.

Welche Lösungen es gibt

Die wohl elegantesten Satelliten-Empfänger sind Array-Antennen. Sie sehen aus wie kleine flache Kisten und nutzen Interferenzen statt Parabol– oder Offsetspiegels zur Signalverstärkung. Zudem kann man sie mit Aufklebern oder Farbe tarnen.


Die Sat-Antenne BAS 65 von Kathrein ist nur wenige Zentimeter dick. Auch sonst wirkt sie kaum wie ein Satellitenempfänger.

Eine andere Möglichkeit sind Röhrenantennen. Darunter versteht man nichts anderes als einen verlängerten LNB. Es handelt sich in der Praxis um ein etwa einen Meter langes Rohr mit etwa 15 Zentimetern Durchmesser, das das Fernsehsignal wie eine Sat-Schüssel empfängt.

Aber es muss nicht immer komplizierte Technik herhalten, um einen Satellitenempfänger unkenntlich zu machen. So bietet der Hersteller Böttcher Satellitentechnik eine Schüssel an, die sich als Lampe tarnt. Im Inneren steckt eine Cassegrain-Antenne.

Oft ist es aber gar nicht notwendig, eine neue Empfangsanlage zu kaufen. Mit den richtigen Tricks kann man in den meisten Fällen die bestehende Satellitenschüssel einfach so aufstellen, dass sie niemand sehen kann.

Rechtslage

Bevor man allerdings seine Sat-Anlage umbaut oder austauscht, sollte man sich informieren, ob das überhaupt notwendig ist. Grundsätzlich hat jeder Bürger das Recht, sich auf Grund der Informationsfreiheit mit Hilfe allgemein zugänglicher Quellen auf dem Laufenden zu halten. Dazu zählen Massenkommunikationsmittel, insbesondere Hörfunk und Fernsehen. Allerdings haben Vermieter und Hauseigner ebenso das Recht, das Anbringen einer Satellitenschüssel zu verbieten, wenn sie die Hausfassade verunstaltet.

Ein Gericht würde also abwägen, ob der Mieter durch einen vorhandenen Kabelanschluss die Möglichkeit hat, sich ausreichend zu informieren. In der Regel sehen sie den Kabel-TV-Empfang als ausreichend an. Anders sieht es bei Personen mit speziellen Interessen, beispielsweise ausländischen Mitbürgern, aus. Kann ein Ausländer weniger als zwei seiner Heimatprogramme empfangen, hat er auch gegen den Willen des Vermieters das Recht, eine Sat-Anlage anzubringen.

Grundsätzlich muss der Vermieter der Installation einer Anlage zustimmen, wenn vier Voraussetzungen erfüllt sind: Das Haus verfügt weder über eine gemeinschaftliche Satellitenschüssel noch über einen Breitbandkabelanschluss, die Anlage wird fachmännisch installiert und ist baurechtlich zugelassen, der Mieter übernimmt alle Kosten und der Vermieter bestimmt den Montageort, wobei durch das Festlegen des Montageortes keine unverhältnismäßig hohe Kosten für den Mieter entstehen dürfen.

Nach einem Urteil des Landgerichts Hamburg hat jeder Mieter darüber hinaus das Recht, auch ohne Genehmigung des Vermieters eine mobile Satellitenanlage aufzustellen, wenn dadurch kein Eingriff in die Gebäudesubstanz erfolgt. Das Festklemmen einer Flachantenne am Balkongeländer oder die Montage einer Parabolantenne auf einem Stativ auf dem Balkon ist also zulässig. Gegebenenfalls muss die Anlage aber eine Überprüfung auf Mobilität bestehen. Für die Durchführung des Koaxialkabels vom LNB in die Wohnung gibt es Flachbandkabel mit F-Kupplung. Damit kann man das Kabel durch den Tür- oder Fensterspalt verlegen.

Neueste Kommentare 

7 Kommentare zu Wenn der Vermieter zickt: Ultraflache Sat-Empfänger und andere Tricks

  • Am 31. Juli 2008 um 22:59 von smoo

    Mr
    Ist das Anbringen einer mobilen Sat-Schüssel denn auch bei denkmalgeschützten Häusern ohne Erlaubnis des Vermieters möglich? Übrigens bietet der Vermieter noch nicht einmal Kabelfernsehen an, er hat mir nur angeboten, einen DVB-T-Receiver zu finanzieren…

    • Am 7. Januar 2013 um 12:53 von Hans

      Da kannst du aber noch froh sein. Immer die armen Mieter..

    • Am 12. August 2013 um 17:08 von suki

      Da hat der Vermieter sogar Recht, er muß nur eine Grundversorgung TV gewähren. Mit Kabel-TV wird man eh 3 x abgezockt, nur um HD Qualität sehen zu können.

      • Am 31. Juli 2015 um 11:07 von Tobias Claren

        „Er“ muss gar nichts „akzeptieren“.
        Jeder Mensch hat das Menschenrecht (!) auf die freie Wahl seiner Handelspartner/Versorger….
        Dazu gehört auch, sich für Astra statt Kabel zu entscheiden.
        Immer dieser „Informartionsfreiheit“-Bla-Bla.
        Der ist zwar vom Gedanken her in Ordnung, aber es wirkt dann so, als wäre dieses Dt. Recht die einzige Argumentation.

        Dabei hat man EU-Recht und Menschenrecht auf seiner Seite.
        Und wenn ein Dt. Richter (evtl. selbst Vermieter, gar nicht so unwahrscheinlich) nein sagt, klagt man halt bei der EU.

        Ja, sogar vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
        Das ist kein Scherz, und auch nicht übertrieben, auch dafür sind die da. Menschenrecht ist Menschenrecht.
        Und es gab wohl schon eine erfolgreiche Klage.

        Und dann müsste man so ein Urteil auch wirklich durchzwingen können.
        Notfalls mus da ein Gerichtsvollzieher auf Kosten des Vermieters anrücken und den Vermieter zwingen den Handwerker oder Mieter selbst das durchführen zu lassen. Und wenn der das danach sabotiert etc. gibt es teure Geldstrafen für ihn und Ausfallgeld für Mieter.
        Es gibt ja auch Dt. Behörden die sich

        Was Behörden angeht, es müsste von Polizei und Justiz unabhängige „Vollstrecker“ geben, die wenn sich z.B. eine Behörde trotz Gerichtsurteil weigert das Urteil umzusetzen, diese notfalls mit Waffengewalt in die Behörde eindringen und das Urteil umsetzen.
        Z.B. die Freigabe der eingeklagten „UFO-Akten“ der Bundesregierung.
        Da weigern die sich trotz klarem Urteil auch, diese dem Klger auszuhändigen. Da hat so eine kleine Bürodrohne auch kein Mitleid verdient, wenn auf einmal schwer bewaffnete gepanzerte Vermummte vor ihnen stehen, sie zu Boden werfen, und die Arme auf den Rücken drehen…

        OK, klingt etwas radikal 😉 .
        Aber zumindest private Geldstrafen bis Erzwingungshaft für den Behördenleiter oder politisch Verantwortlichen.

  • Am 14. Juni 2013 um 07:31 von Sandra

    Ich habe einen mobilen Sat Spiegel auf der Fensterbank zustehen. Er wird nur festgesaugt auf der Fläche. Ist das also völlig ok? Vermieter macht deswegen nämlich Stress. Und die Klausel im Mietvertrag, dass das Anbringen usw nicht gestattet ist, ist somit unwirksam?

    • Am 31. Juli 2015 um 11:14 von Tobias Claren

      Dann sollte man dem Vermieter mal sagen, dass man es auch als „Ästhetische Beeinträchtigung“ empfindet, wenn er der seine Frau am Fenster stehen…

      Jeder Mensch hat ein Menschenrecht (da ist es auch egal, wenn das Bundesverfassungsgericht nein“ sagen würde, das EGMR stünde darüber) sich selbst auszusuchen von wem er Leistungen bezieht.
      Also z.B. SES Astra vs. Kabelanbieter vor Ort.

      […]

    • Am 25. Oktober 2016 um 23:15 von Rolf

      Richtig,so ist es.

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